PROTOKOLL

über die Sitzung des Amateurrats am 14. und 15.11.1959


Tagungsort: Nürnberg, Hotel "Deutscher Hof", Frauentorgraben 29

Tagungszeiten: Sonnabend, 14.11.1959, 14:30–18:30 Uhr;
Sonntag, 15.11.1959, 09:00–13:30 Uhr und 14:15–17:00 Uhr

Tagesordnung:
  1. Ergebnisse der letzten AR-Sitzung;
  2. Allgemeine Aussprache;
  3. Satzungsänderungen;
  4. Entlastung des Vorstands;
  5. Verkleinerung des Vorstands;
  6. Neuwahl des Vorstands;
  7. Funkverwaltungskonferenz in Genf;
  8. Schlichtungsordnung;
  9. Nachtragshaushalt;
  10. Das DL-QTC / Der Kurzwellenhörer;
  11. Anträge und Verschiedenes.
Teilnehmer:
Vorstand: Präsident:
Vizepräsident:
Beisitzer im geschfhr. Vstd.:
Sekretär:
Technischer Referent:
UKW-Referent:
DX-Referent:
EMC-Referent:
Beisitzer im erweiterten Vorstand (EMC):
-"- (Jugend und DE)
R. Rapcke, DL1WA;
W. Feilhauer, DL3JE;
W. Schulze, DL1AP;
H. Hansen, DL1JB;
G. Paffrath; DL6EG;
Dr. K. G. Lickfeld, DL3FM;
R. Hammer, DL7AA;
H. G. Fessel, DJ3KF;
U. Schwenger, DL6JG
H. H. Dattenberg, DL9IM.
Amateurrat: DV Baden:
DV Bayern-Nord:
DV Bayern-Süd:
DV Berlin:
DV Hessen:

DV Hamburg:
DV Köln-Aachen:
DV Niedersachsen:
DV Nordsee:
DV Ruhrgebiet:
DV Schleswig-Holstein:
DV Westfalen-Nord:
DV Westfalen-Süd:
DV Württemberg:
Vorstand VFDB e. V.:
Präsident KWACS e. V.
F. Trüb, DL6IT;
K. Herbig, DL1EK;
U. Gradmann, DL9PL;
Kh. Kollmorgen, DL7DZ;
R. Romeike, DL1QW, bzw.
i. V. H. Wismath, DL6NA;
i. V. A. Rettig, DL1ZT;
S. Huber, DL1WN;
A. Kirchner, DL3IV;
E. Prochnow, DL9IY;
H. Picolin, DL3NE;
A. Müller, DL1DL;
G. Schlagbaum, DJ1FC;
K. Schultheiß, DL1QK;
E. Ludwig, DJ3JZ;
i. V. H. Müller, DL9YS;
A. Ettelbrück, DL8CD.
Ferner: DL-QTC Schriftleitung:

–"– Verlag:
Geschäftsstelle:
DE-Betreuung:
R. Auerbach, DL1FK (nur am
14.11.), und F. Kühne, DL6KS;
W. Körner, DL1CU;
L. Röhling, DL1FM;
F. Eberhardt, DL3JL.

Der Sitzung wohnten außerdem der Nürnberger OV-Vorstand und eine Reihe weiterer DARC-Mitglieder als Zuhörer bei.


Als gastgebender OVV hieß OM Heimendahl, DL3MT, Vorstand und AR in Nürnberg herzlich willkommen. Er gab seiner Freude Ausdruck, daß diesmal Nürnberg als Sitzungsort gewählt sei, und wünschte der Versammlung einen guten Verlauf.

Der Präsident OM Rapcke, DL1WA, eröffnete die Sitzung mit der Begrüßung der Teilnehmer und mit einem Dank an den OV Nürnberg. Anschließend gedachte der des wenige Tage vorher verstorbenen DV Rheinland-Pfalz OM Curt Reimann, DJ2BV, dessen Sitz mit Blumen geschmückt worden war. Die Versammlung erhob sich ihm zu Ehren für eine Minute schweigenden Gedenkens von den Plätzen. DL1WA verlas dann ein Telegramm der Witwe XYL Reimann, DJ3TP, die sich erbot, bis auf weiteres die DV-Geschäfte zu führen. Der AR war von diesem Zeichen echten Amateurgeistes tief beeindruckt und ließ an DJ3TP die Bitte richten, den Distrikt Rheinland-Pfalz im Sinne des Verstorbenen zu übernehmen.

DL1WA gab sodann einen Überblick über die zur Diskussion stehenden Fragen. Er ging dabei vor allem auf die Funkverwaltungskonferenz in Genf und auf die Stellung des DARC innerhalb der IARU ein, die er mit interessanten Diagrammen illustrierte. Seinen aufrichtigen Dank sprach DL1WA allen Mitarbeitern im DARC für ihre Leistungen während dieses Jahres aus. Ganz besonders erwähnte er dabei den IGC-Kreis, dessen Wirken auch auf der Genfer Konferenz ausdrücklich gewürdigt wurde und dort nicht ohne Einfluß auf die den Amateurfunk betreffenden Entscheidungen geblieben ist.

Die Leitung der Versammlung übernahm dann der Vizepräsident OM Feilhauer, DL3JE. Zunächst stellte DL1JB die Anwesenheit fest. Vom Vorstand fehlten der Auslandsreferent (DL1KV hatte dieses Amt bekanntlich wegen Versetzung ins Ausland niederlegen müssen, und die Vertreter waren unabkömmlich) sowie der Pressereferent DL1BB, der aus beruflichen Gründen verhindert war. Im AR bliebt der Platz des DV Rheinland-Pfalz frei; der DV Hamburg wurde durch DL1ZT vertreten, der VFDB-Vorstand durch DL9YS; der DV Hessen DL1QW konnte nur am ersten Teil der Sitzung teilnehmen und wurde im weiteren Verlauf durch DL6NA vertreten.

Auf Grund der satzungsgemäßen, rechtzeitigen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnung war der AR beschlußfähig. Die Zahl der Stimmberechtigten wurde mit 16 festgestellt. DL1JB wies darauf hin, daß der Kreis der Eingeladenen diesmal auf Grund der Weisung des AR bewußt eingeschränkt und von der Tagesordnung abhängig gemacht worden sei. Es erhob sich die Frage, ob die deswegen nicht eingeladenen IGC-Mitarbeiter doch noch zur Sitzung hinzugezogen werden sollten. Der AR sah aber davon ab, weil einerseits die Internationale Geophysikalische Zusammenarbeit am 31.12.1959 beendet wird, also doch keine neuen Vorhaben mehr beschlossen werden könnten, und andererseits der Zeitpunkt für einen endgültigen Abschlußbericht noch nicht erreicht war. Die IGC-Gruppe soll aber um Teilnahme an der nächsten AR-Sitzung gebeten werden, um dann den Gesamtbericht abgeben zu können.

Da DL1FK am Sonnabend bereits wieder abfahren mußte, wurde vereinbart, das unter Ziffer 10 vorgesehene Thema Das DL-QTC / Der Kurzwellenhörer als zweiten Punkt der Tagesordnung zu behandeln. Damit trat die Versammlung in die Tagesordnung ein.


1. Ergebnisse der letzten AR-Sitzung

Das Protokoll der Sitzung in Hanau am 04./05.07.1959 wurde bestätigt. In Ergänzung zu Punkt

8c (Morseschallplatten) berichteten DL1JB und DL6KS über die Entwicklung und den derzeitigen Stand des Morselehrgangs auf Schallplatten. Dank der schnellen Arbeit von OM Halbauer, DL3TJ, konnte das Mutterband bereits Mitte September an die Plattenfabrik abgeliefert werden. Die Platten sollten dort innerhalb von vier Wochen fertiggestellt werden. Leider wurde der zugesagte Termin nicht eingehalten, weil die Etiketten, für die man auf eine Spezialfirma angewiesen ist, bisher nicht geliefert wurden. Verzögernd wirkte sich außerdem aus, daß die zunächst auf 1000 Lehrgänge veranschlagte Erstauflage nachträglich auf 2000 erhöht werden mußte, um allen Anforderungen gerecht werden zu können. So lag zur AR-Sitzung erst eine unetikettierte Musterpressung vor. Der AR sprach OM Halbauer Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.

10g (Starthilfe für Funkamateure) teilte DL6KS mit, daß die Vorarbeiten für die neue Auflage abgeschlossen sind. Die Starthilfe ist gegenüber der ersten Ausgabe um Aufsätze über Grid-Dipper, Transistoren und SSB auf einen Umfang von 128 Seiten erweitert worden. Sie wird voraussichtlich im Januar lieferbar sein. Während die erste Auflage den Mitgliedern gegen eine bloße Schutzgebühr geliefert werden konnte, weil der Club in der Lage war, einen namhaften Zuschuß zu geben, muß bei der zweiten Auflage allerdings der echte Selbstkostenpreis berechnet werden, der zwischen DM 1,70 und 2,- liegen dürfte.


10) Das DL-QTC / Der Kurzwellenhörer

Dazu nahm zunächst DL1FK Stellung. Er betonte, daß Der Kurzwellenhörer ein wertvolles Hilfsmittel für den Anfänger sei, dessen Förderung dem Club ganz besonders am Herzen liege, und dem er sich daher mit allem Nachdruck widmen müsse. Bei dem akuten Mangel an technischen Mitarbeitern birgt die redaktionelle Seite allerdings gewisse Probleme. Man solle daher versuchen, einen jüngeren Schriftleiter für diese Aufgabe zu gewinnen. DL1CU gab an, daß Der Kurzwellenhörer zur Zeit eine Auflage von 2500 Exemplaren hat, von denen etwa 2000 fest abonniert sind. Im Laufe der Diskussion kamen folgende Möglichkeiten zur Sprache:

  1. Übernahme des Kurzwellenhörers als zweite DARC-Zeitschrift, wobei die Mitglieder zwischen DL-QTC und Kurzwellenhörer wählen könnten;
  2. Einbeziehung des Kurzwellenhörers in das DL-QTC.

Gegen 1. sprach, daß der Club die Zahl seiner Mitglieder mindestens verdoppeln müßte, um zwei Zeitschriften nebeneinander tragen zu können. Die 2. Lösung ließe sich bei entsprechender Umfangserweiterung des DL-QTC schon eher verwirklichen. Im Moment ist es aber auch dafür noch zu früh. Die beiden Möglichkeiten können daher zunächst nur als Fernziel gelten.

Um den am Kurzwellenhörer interessierten Mitgliedern aber schon jetzt den Bezug zu einer relativ geringen Abonnementsgebühr zu garantieren, beschloß der AR mit 15 Stimmen bei einer Enthaltung (Niedersachsen) folgende auf ein Jahr befristete Regelung:

Der DARC beteiligt sich unter noch näher mit dem Körner-Verlag zu vereinbarenden Bedingungen durch entsprechende Mitarbeit an der Herausgabe der Zeitschrift Der Kurzwellenhörer und übernimmt für das Kalenderjahr 1960 bei sechsmaligem Erscheinen eine Ausfallbürgschaft von maximal DM 4000,-, die vom Verlag in Höhe des effektiven Fehlbetrags gegebenenfalls in Anspruch genommen werden kann.


2. Allgemeine Aussprache

a) Aus gegebenem Anlaß wurde vom Vorstand darauf hingewiesen, daß der Technische Referent den DARC gegenüber der Firma Max Funke in Adenau vertritt. Alle DARC-Organe sollten sich daher mit Fragen und Beurteilungen, die die DARC-Standardgeräte betreffen, an den Technischen Referenten und nicht unmittelbar an die Firma Funke wenden.

b) Es wurde bestätigt, daß die Internationale Geophysikalische Zusammenarbeit (IGC) am 31.12.1959 aufhört, und daß dann auch die Mitarbeit des DARC auf diesem Gebiet eingestellt wird. Allen beteiligten Mitgliedern sprach der AR erneut Dank und Anerkennung aus. Ein Abschlußbericht soll bei der nächsten AR-Sitzung gegeben werden.

c) Auf Vorschlag des Distrikts Westfalen-Süd beschloß der AR einstimmig, eine Ehrennadel für 25jährige Mitgliedschaft zu stiften. Sie soll auf Antrag des zuständigen Ortsverbandes an Mitglieder verliehen werden, die dem DARC bzw. DASD nachweislich mindestens 25 Jahre angehören. Zwangsläufige Unterbrechungen durch Krieg, Gefangenschaft u. ä. zählen dabei mit. Die genauen Verleihungsrichtlinien werden im Dezember mit dem OV-Rundschreiben bekanntgegeben.

d) Auf Vorschlag der EMC soll eine Wagenplakette für mobile Stationen geschaffen werden. Sie kann von erfolgreichen Teilnehmern an mobilen Wettbewerben erworben werden. Die Ausschreibung dafür wird die EMC noch veröffentlichen.

e) Der AR richtete an die EMC die Bitte, ihre Forderung nach eingedruckten DOKs auf QSL-Karten für das DLD 40 nochmals zu überprüfen. Die EMC legte daraufhin zum Schluß der Sitzung den Entwurf einer Übergangsregelung vor, dem der AR zustimmte. Nähere Einzelheiten wird die EMC noch veröffentlichen.

f) Für die Veranstaltung des Deutschlandtreffens 1961 hatte sich der OV Regensburg angeboten. Eine Endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Es soll zunächst untersucht werden, unter welchen Bedingungen ein Deutschlandtreffen in Regensburg abgewickelt werden kann. Außerdem werden noch weitere Vorschläge erwartet, so daß es auch aus diesem Grunde zu früh erschien, sich jetzt schon endgültig festzulegen.

g) Der DV Niedersachsen teilte mit, daß der Plan, nachträglich eine Schrift zur Erinnerung an das Harzburger Deutschlandtreffen 1959 herauszugeben, fallen gelassen werden mußte, weil die dafür zugesagten Berichte nicht geliefert wurden. Die ursprünglich dafür reservierten Mittel werden im Rahmen der endgültigen Abrechnung über das Treffen an den DARC zurückgegeben werden.

h) Der DV Bayern-Süd regte an, mit der Deutschen Bundespost darüber zu verhandeln, ob künftig auf die Unterschrift der Erziehungsberechtigten auf Lizenzanträgen von Minderjährigen verzichtet werden kann. Diese Forderung würde z. B. bei Führerscheinanträgen nicht erhoben.

i) DL1JB verlas eine Stellungnahme des Rundspruch-Redakteurs OM Plage, DL1UM, in der dieser auf die Aufgaben des Deutschland-Rundspruchs hinwies und die Distrikte erneut um ihre Mitarbeit bat.

j) Der Präsident des KWACS OM Ettelbrück, DL8CD, gab bekannt, daß der KWACS beschlossen hat, sich zum 31.12.1959 aufzulösen. Die Funkamateure des Saarlands werden sich dann dem DARC unmittelbar als neuer Distrikt anschließen. Diese Mitteilung wurde vom AR mit großem Beifall aufgenommen.

Nach Besprechung einiger weiterer Detailfragen wurde vereinbart, den nun fälligen Punkt 3 (Satzungsänderungen) erst nach Erledigung der anderen Themen zu behandeln.


4. Entlastung des Vorstands

Auf Antrag von DL1QK erteilte der AR dem Vorstand einstimmig Entlastung für die restliche Zeit seiner beendeten Amtsperiode. Für das Geschäftsjahr 1958 war der Vorstand bereits im Mai ds. Js. entlastet worden. Im Namen des gesamten Verbandes dankte DL1QK dem Vorstand für die geleistete Arbeit.


5. Verkleinerung des Vorstands

a) Vorgeschlagen war die Abschaffung des Auslandsreferats. Die in Genf bei der Funkverwaltungskonferenz gemachten Erfahrungen ließen den AR aber erkennen, welche Bedeutung gerade eine wirksame Vertretung der Amateurfunkinteressen in allen internationalen Gremien hat. Das Auftreten von OM Lührs, DL1KV, in Genf ist der beste Beweis dafür gewesen, denn nicht zuletzt seinem geschickten Verhalten dort war es zu verdanken, daß im September einige für den Amateurfunk sehr kritische Situationen überwunden werden konnten. Das Bedauern über das zwangsläufige Ausscheiden von OM Lührs kam bei dieser Gelegenheit im AR erneut zum Ausdruck; für seine Verdienste um den Amateurfunk wurde ihm nochmals ganz besonders gedankt. – Unter den geschilderten Umständen kam der AR zu der Überzeugung, daß ein selbständiges Auslandsreferat unbedingt beibehalten werden müsse.

b) DL1JB verlas eine Stellungnahme von DL1BB zum Thema "Pressereferat". Ergänzend dazu referierte DL6KS. Dabei wurden die vier Hauptaufgaben einer jeden Pressestelle am Beispiel des DARC folgendermaßen erläutert:

  1. Versorgung der Club-Organe mit Nachrichten von außen;
  2. Laufende Unterrichtung der Presse über die Arbeit und über besondere Ereignisse im Club;
  3. Informationsaustausch mit anderen Verbänden (Zeitschriftenaustausch);
  4. Kontrolle der erscheinenden einschlägigen Pressemeldungen (Ausschnittdienst).

Um die Pressearbeit des Clubs in diesem Sinne zu fördern, beschloß der AR mit 15 Stimmen (Westfalen-Nord), die erläuterten Aufgaben künftig auf die Redaktion des DL-QTC und des Deutschland-Rundspruchs sowie auf die Geschäftsstelle zu verteilen. Unter diesen Umständen wird ein besonderes Presse-Referat überflüssig, das daher zum 31.12.1959 aufgelöst werden soll.

c) Im Hinblick auf die Bedeutung, die die Jugend- und Nachwuchsarbeit im DARC gewonnen hat, beschloß der AR einstimmig, ein Referat für Jugendförderung zu schaffen. Dafür soll die Zahl der Beisitzer im erweiterten Vorstand entsprechend verringert werden.


6. Neuwahl des Vorstands

Als Wahlleiter verlas DL1JB zunächst das Protokoll über die Präsidentschaftswahl. Danach wurden OM Rapcke, DL1WA, als Präsident, und OM Feilhauer, DL3JE, als Vizepräsident ohne besonderen Wahlgang wiedergewählt, da außer ihnen keine neuen Kandidaten für diese beiden Ämter aufgestellt worden waren. Dieses Ergebnis wurde bereits im DL-QTC Nr. 9/59 bekanntgegeben.

Als wiedergewählt wurden ferner erklärt, da für diese Vorstandsämter gleichfalls keine neuen Kandidaten nominiert waren:

Beisitzer im geschäftsführenden Vorstand: OM Schulze, DL1AP;
Technischer Referent: OM Paffrath, DL6EG;
UKW-Referent: OM Dr. Lickfeld, DL3FM;
DX-Referent: OM Hammer, DL7AA;
Beisitzer im erweiterten Vorstand: OM Schwenger, DL6JG.

Zum Referenten für Jugendförderung wurde einstimmig OM H. H. Dattenberg, DL9IM, gewählt, dem die Jugend- und DE-Betreuung schon vor einem Jahr als Beisitzer im erweiterten Vorstand übertragen worden war.

Zum EMC-Referenten wählte der AR, ebenfalls einstimmig, OM H.G. Fessel, DJ3KF. Er hatte dieses Amt bereits seit dem Rücktritt von DL1TQ kommissarisch inne.

Für die durch das Ausscheiden von DL1KV nötig gewordene Neuwahl des Auslandsreferenten konnte noch kein Kandidat aufgestellt werden, so daß diese Wahl zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden muß. Als Vertreter des Auslandsreferenten wurden OM Klar, DL1GR, und OM Schädlich, DL1XJ, bestätigt.

Nach Abschluß dieses Punktes der Tagesordnung übernahm der neue Vorstand die Geschäfte.


7. Funkverwaltungskonferenz in Genf

Der AR nahm zunächst einen Bericht von OM Clarricoats, G6CL, zur Kenntnis, der die IARU-Region 1 im Oktober in Genf vertreten hatte. Danach lassen die letzten Beratungen des Ausschusses für Frequenzverteilung die Hoffnung zu, daß die jetzigen Amateurbänder im wesentlichen erhalten bleiben. Der Verlust des Teilbereichs 7100–7150 kHz ist allerdings mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. Dafür soll der Kreis derjenigen Länder, die im 160-m-Band Amateurfunkverkehr zulassen können, erweitert werden; dazu würde dann auch Deutschland gehören. Endgültige Entscheidungen wird aber erst die Vollversammlung am Ende der Konferenz treffen. Voraussagen lassen sich darüber zur Zeit natürlich noch nicht machen.

Leider hat sich im Verlauf der Konferenz immer wieder gezeigt, daß nur die größeren Amateurverbände (USA, England, Kanada, Argentinien, Deutschland z. B.) sich rechtzeitig vor der Konferenz bei ihren Verwaltungen für den Amateurfunk eingesetzt haben. Die Delegationen dieser Staaten haben dann auch die Amateurfunkbelange sehr entschieden vertreten. Sie sahen sich aber häufig einer Mehrheit von kleineren Staaten gegenüber, deren Delegationen – nicht selten aus purer Unkenntnis – eine sehr ablehnende Haltung an den Tag legten. Darin liegt insofern eine große Gefahr, als bei den Abstimmungen jedes Land unabhängig von seiner Größe gleiches Stimmrecht hat.


8. Schlichtungsordnung

Dieser Punkt wurde zurückgestellt, da kein entsprechender Vorschlag vorlag.


9. Nachtragshaushalt

Zur Verwendung der im laufenden Geschäftsjahr über den ursprünglichen Voranschlag hinaus zu erwartenden Einnahmen genehmigte der AR auf Vorschlag der Geschäftsstelle folgenden Nachtrag zu dem am 04./05.07. verabschiedeten Haushaltsplan:

Zusätzliche
Einnahmen

Zusätzliche
Ausgaben

DM 17.000

Beiträge
1000 Aufnahmegebühren
2300 Sonstige Einnahmen
Das DL-QTC: Verlag und Druck

DM 7000

Distrikts- und OV-Anteile

3000

Geschäftsstelle

2300

Geschäftsführender Vorstand

500

Technisches Referat

2000

Pressestelle

600

Auslands-Referat

500

EMC-Referat

1500

Versicherung

200

Funkausstellung

500

Deutschlandtreffen

2700



DM 20.300 DM 20.300


11. Anträge und Verschiedenes

In Verbindung mit Punkt 9 entsprach der AR auch dem Antrag des UKW-Referats und bewilligte die Mittel für den Bau eines Dauerlaufsenders auf dem 70-cm-Band, der nächstes Jahr an die Stelle des 2-m-Senders DLØIC treten und die Arbeit auf dem 70-cm-Band fördern soll.


3. Satzungsänderungen

Dazu hatte der bei der letzten Sitzung gebildete Ausschuß dem AR am 02.11.1959 einen Entwurf vorgelegt, in dem die aus Mitgliederkreisen geäußerten Wünsche und Anregungen so weit wie möglich berücksichtigt worden waren. Dieser Entwurf wurde zunächst von DL3NE und DL1QK erläutert. Sie wiesen dabei besonders auf vier Punkte hin, die gegenüber der bisherigen Satzung geändert oder klarer zum Ausdruck gebracht werden sollen:

1) Hervorhebung der jugendfördernden Ziele des DARC;
2) Status der Mitglieder;
3) Stellung, Befugnisse und Zusammensetzung des Club-Vorstands;
4) Stellung, Befugnisse und Zusammensetzung des Amateurrats.

Bei der anschließenden genauen Lesung der einzelnen Paragraphen des Entwurfs tauchten noch zahlreiche neue Gesichtspunkte auf. Erst nach einer sehr ausgedehnten Diskussion gelang es, die verschiedenen Meinungen so weit auf einen Nenner zu bringen, daß der daraus entwickelte Entwurf allgemeine Zustimmung fand. Er besagt im wesentlichen:

  1. Die jugendfördernden Ziele des DARC werden stärker als bisher zum Ausdruck gebracht.
  2. Die Unterscheidung in aktive und passive Mitglieder wird aufgehoben.
  3. Die Spitze des Clubs wird insofern neugegliedert, als dem Präsidenten künftig die Repräsentierung des Verbandes nach außen hin zufällt, während alle anderen Vorstandsaufgaben vom geschäftsführenden Vorstand übernommen werden, dessen Stellung zu diesem Zweck eine Stärkung erfährt. Er soll künftig aus einem 1. und einem 2. Vorsitzenden – sie entsprechen im wesentlichen den bisherigen Präsidenten und Vizepräsidenten –, einem Geschäftsführer, einem Schatzmeister sowie einem Beisitzer bestehen und in einer gemeinsamen Versammlung von Vorstand und AR Sitz und Stimme haben. Den Präsidenten und alle Vorstandsmitglieder soll künftig der AR wählen.

Nach juristischer Überprüfung soll der endgültige Wortlaut dieses Satzungs-Entwurfs im Januar 1960 allen Distrikts- und Ortsverbands-Vorständen vorgelegt werden. Bis Mitte März wäre dann eine schriftliche Vorabstimmung des AR darüber herbeizuführen. Wenn sich dabei dann die nötige Mehrheit ergibt, könnte die Neufassung bei der nächsten AR-Sitzung ohne nochmalige Diskussion endgültig beschlossen werden.


Damit war die Tagesordnung beendet. DL1WA faßte das Ergebnis der Sitzung in einem kurzen Schlußwort zusammen und dankte allen Teilnehmern für ihre verständnisvolle Mitarbeit, die sich besonders beim letzten und schwierigsten Punkt bewährte. Im Namen von Vorstand und AR sagte DL1WA dem OVV Nürnberg und seinen Helfern herzlichen Dank für die hervorragende Ausrichtung der Sitzung, zu der – als willkommene Unterbrechung – auch eine vom OV am Sonnabend arrangierte Rundfahrt durch das abendliche Nürnberg gehört hatte.

Mit der Ankündigung, daß die nächste AR-Sitzung im Frühjahr 1960 in Saarbrücken stattfinden soll, wurde die Versammlung beendet.


23.11.1959
F. d. R. gez. Hansen, DL1JB


Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ


Inhalt 1959 Rundspruch-Archiv