DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 37/26 VOM 17.09.2026

Redaktion: Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL


ÜBERSICHT:


Debatte um Bluebird-Satelliten von AST reißt nicht ab

Obwohl die US-amerikanische Regulierungsbehörde FCC dem in Texas ansässigen Unternehmen AST SpaceMobile nur die begrenzte Nutzung eines Teils der sekundären Amateurfunkzuweisung zwischen 430 und 440 MHz für Notfall-Telemetrie sowie die Ortung und Steuerung seiner Satelliten genehmigt hatte – damals stufte die FCC Störungen des Amateurfunks als „unwahrscheinlich“ ein –, häufen sich die Störungsmeldungen. Wie der ICQ Amateur / Ham Radio Podcast meldet, zeigten Überwachungsdaten des SATNOGS-Netzwerks, dass AST außerhalb der Nutzungsbedingungen operiert, wobei sowohl in Nordamerika als auch in Europa Störungen des 70-cm-Amateurfunkbands gemeldet wurden. Derzeit sind drei AST-Satelliten in Betrieb, und der Start weiterer Satelliten ist geplant – ein Umstand, der bei Funkamateuren Besorgnis darüber wecke, wie sich dieses Problem mit dem Wachstum der Konstellation verschärfen werde, so ICQ Podcast weiter. Auf der angegebenen Webseite [1] sind auch Links zu finden, die zu den Rohdaten der SATNOGS-Beobachtungsseiten führen. Darüber berichtet das DARC-HF-Referat.


ISAR startet zwei Satelliten für die Amateurfunkbänder

Isar Aerospace ist das erste kommerzielle Raumfahrtunternehmen aus Europa, das bereits bei seinem zweiten Flug erfolgreich Satelliten in die Umlaufbahn gebracht hat. Die Mission „Onward and Upward“ startete am Samstag, dem 05.09., um 20:12 UTC vom eigenen Startkomplex von Isar Aerospace bei Andøya Space in Norwegen und brachte die Nutzlasten in die Umlaufbahn. Dazu gehörten zwei CubeSats, deren Frequenzen von der IARU koordiniert wurde. Die Mission selbst bewies die Fähigkeit von Isar Aerospace, Satelliten in die Umlaufbahn zu bringen. Isar Aerospace mit Hauptsitz in der Nähe von München wurde 2018 gegründet und ist mittlerweile auf über 400 Mitarbeiter an fünf internationalen Standorten angewachsen.

Die beiden ausgewählten Amateurfunkprojekte waren SpaceTeamSat1 und FramSat-1. SpaceTeamSat1 ist ein 1U-CubeSat der Technischen Universität Wien (TU Wien). Er ist mit einer Reihe von Sensoren ausgestattet. Der Prozessor führt Code aus, der von den teilnehmenden Studierenden geschrieben wurde. Junge Funkamateure und Studierende können – in Abstimmung mit der TU Wien – in Begleitung eines Funkamateurs ihren Code selbst hochladen und einplanen. Außerdem ist geplant, Zeitfenster zu öffnen, in denen der CubeSat als Umsetzer für Funkamateure dient. Der Downlink ist auf 437,395 MHz und bietet mehrere Betriebsarten.

FramSat-1 ist ein von Studenten gebauter 1U-CubeSat, der entwickelt wurde, um bestimmte Satellitensubsysteme intern zu entwickeln und einen funktionsfähigen Satellitenbus zu schaffen, der eine Sonnensensor-Nutzlast tragen kann. Für die Telemetrie mit 9600 bps AX.25 G3RUH FSK wurde eine Downlink-Frequenz von 435,141 MHz koordiniert.

Beide Satelliten befinden sich in sonnensynchronen Umlaufbahnen in einer Höhe von etwa 500 km. Darüber berichtet der AMSAT News Service.


Neu als Funkamateur – der Podcast dazu

Henry Krasemann, DO4HHK, hat im Juni 2026 seine Prüfung zur Amateurfunkklasse E abgelegt und beschreibt seitdem in einem Podcast wöchentlich seine Erfahrungen. Die Folgen bisher beschäftigen sich mit einer großen thematischen Bandbreite, von Diplomen über DMR, FT8 bis hin zur Antenne und mit welchem Gerät man einsteigt. Zu hören sind die Folgen über das Internet [2]. „Vielleicht ist das ja mal auch mit dem Blick, dass aktuell das Thema Neueinsteiger in den Amateurfunk etwas größer wird, einen Hinweis wert“, findet DO4HHK.


Neuer Distriktsvorstand in Berlin (D) gewählt

Auf der Distriktsversammlung am 12.09. wählte der Distrikt Berlin (D) unter anderem einen neuen Distriktsvorstand. Zum Distriktsvorsitzenden wurde Jens Engelmann, DL7AUO, gewählt. DL7AUO löst damit Marcus Goth, DL7BMG, als DV ab, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Als Stellvertreter fungieren nun Sven Andersson, DL7USM; Jörg Hedtmann, DF3EI, und Thomas Osterried, DL9SAU.


71. UKW-Tagung: „Technik verändert sich, die Neugierde bleibt“

In Weinheim kamen alljährlich am zweiten Septemberwochenende viele Funkamateure zur UKW-Tagung zusammen, um sich über Neuigkeiten und Trends zu informieren. Neben dem geselligen Part am Clubhaus DLØWH mit Camping war vor allem das Vortragsprogramm mit der Händlerausstellung und dem Flohmarkt in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Weinheim Anziehungspunkt. In drei Vortragssälen erfuhren die Tagungsbesucher viel Neues.

„Wenn man von der 71. Tagung hört, das ist nicht nur eine Veranstaltung, sondern eine Institution“, stellte der Weinheimer Oberbürgermeister Michael Möslang in seiner Begrüßungsrede zur Tagung fest. „Die Geschichte der Tagung reicht bis in die 50er Jahre zurück. Heute kommen noch immer Funkamateure nach Weinheim“, so Möslang. Dies sei bemerkenswert, da „in den 50er-Jahren die Technikwelt noch ganz anders aussah.“ Sein Fazit: „Technik verändert sich – die Neugierde bleibt“. Beispielsweise ging Pieter Tjerk de Boer, PA3FWM, der Frage nach, ob man einen per 3D-Druck gefertigten Träger für gekoppelte Spulen entwerfen könne. Hier fand neue Technik ebenso Eingang wie bei Andreas Spiess, HB9BLA, der sich mit Künstlicher Intelligenz und ihrem Nutzen besonders für die Entwicklung von Software befasste. Sein Fazit: Die Geschwindigkeit zum Ergebnis motiviere enorm. So ermögliche die Anwendung von KI unerreichbare Projekte, der Mensch habe aber Wünsche und bleibe der Auftraggeber und Prüfer. Eyecatcher war indes der große EME-Portabelspiegel von Emil Bergmann, DL8JJ. Über seine EME-Erfahrungen berichtete er in einem eigenen Vortrag. Neben diesen gab es noch viele weitere Vorträge über den gesamten Tag. Eine Europapremiere konnten die Besucher am Icom-Stand erleben. Der Hersteller zeigte dem europäischen Publikum erstmals seinen neuen IC-7110 Transceiver, der kürzlich erst auf der Tokyo Hamfair vorgestellt wurde. Kenwood stellte mit seinem TM-D750 ebenfalls neueste Technik vor und zeigte passend ein neues Bluetooth-Headset mit PTT-Funktion. Zum Ende des Samstags konnte man die Exponate des Selbstbauwettbewerbs bestaunen. Es lagen acht Exponate von sieben Einreichern vor, welche die Jury zu bewerten hatte, darunter eine latenzarme Inhouse-Remote-Bedienung für den IC-7300, eine LDMOS-Endstufe und eine selbstgebaute Squeeze-Morsetaste. Der Termin der 72. UKW-Tagung steht indes auch schon fest, es ist der 10.–12.09.2027.


Aktuelle Conteste

19.–20.09.: Thüringen-Contest und Scandinavian Activity Contest
20.09.: BARTG PSK63 Sprint
26.09.: AGCW-DL VHF/UHF Contest
26.–27.09.: CQ WW RTTY DX Contest und YU DX Contest
27.09.: ON Contest

Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des Contest-Referates [dx] sowie mittels der Contest-Termintabelle in der CQ DL 9/26 auf S. 66.


Funkwetterbericht (16.09. de DF5JL)

Rückblick für den Zeitraum 09.–16.09.:
Die Sonne blieb in den letzten Tagen ruhig. Sie zeigte nur leichte Aktivität. Die aktiven Fleckenregionen waren klein, ihre Magnetfelder einfach. Dadurch entstanden keine M- oder X-Flares. Der Sonnenwind wechselte dagegen oft. Mehrere koronale Löcher schickten schnelle Windströme zur Erde. Diese sorgten zeitweise für aktive geomagnetische Bedingungen. Die Ionosphäre blieb aber insgesamt stabil. Juliusruh meldete eine foF2 von 6–8 MHz und eine MUF für eine Distanz von 3000 km von rund 20 MHz und höher. Auch jetzt bleibt die Sonne ruhig. Vier kleine Fleckenregionen sind aktiv. Sie zeigen einfache Magnetfelder. Der Sonnenwind hat sich dagegen deutlich verstärkt. Nach normalen Werten um 300–400 km/s legte er am 15.09. kräftig zu – auf mehr als 800 km/s. Das interplanetare Magnetfeld lag zeitweise bei 10 Nanotesla. Der Bz-Anteil zeigte zuletzt meist nach Norden. Das stabilisiert das Erdmagnetfeld eher. Geomagnetisch erleben wir derzeit ruhige bis aktive Bedingungen. Der Kp-Index liegt zwischen 1 und 4. Kurze Störungen sind möglich. Schnelle Sonnenwindströme und zwei vorbeistreifende CMEs können jedoch auch immer wieder stürmische Phasen auslösen.

Vorhersage bis zum 23.09.
Ab dem 17./18.09. erholen sich die Ausbreitungsbedingungen. Die MUF erreicht dann tagsüber erneut 18–20 MHz und darüber hinaus, nachts 6–8 MHz. Wir nähern uns den herbstlichen Ionosphärenwerten. Der solare Flux dürfte jedoch unterhalb 100 Einheiten fallen. Konkret heißt das: 80 m und 40 m funktionieren nachts gut. Tagsüber dämpft ein steigender Kp-Index die Signale leicht. 30 m und 20 m bleiben DX-stabil. 17 m und 15 m sind meist recht brauchbar, 12 m und 10 m jedoch schwach – die Sporadic-E-Saison ist schließlich vorbei und das Sonnenfleckenmaximum ist jetzt spürbar überschritten.


Verzeichnis der Internetadressen

[1] https://www.icqpodcast.com/news/2026/9/6/ast-spacemobiles-800-mhz-trial-wraps-up-but-the-70cm-interference-story-isnt-going-away
[2] www.amateurfunkpodcast.de
[dx] https://www.darc.de/referate/conteste


Ende des Deutschland-RS 37/26 vom 17.09.2026

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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