DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 5/12 VOM 02.02.2012

Redaktion: Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL


ÜBERSICHT:


Harte Verhandlungen um Mittelwellenzuweisung an den Amateurfunkdienst

Bis Dienstagabend, dem 31.01., tagte die Untergruppe für eine eventuelle schmale Zuweisung auf Mittelwelle an den Amateurfunkdienst auf sekundärer Basis elf Mal. Zu Beginn sah es so aus, als ob die Argumente dafür und dagegen sich im Kreis drehen. Dies berichtet Ulrich Müller, DK4VW, der für den DARC in der deutschen Delegation neben weiteren Funkamateuren der IARU an der aktuellen Weltfunkkonferenz in Genf/Schweiz teilnimmt. Russland zusammen mit anderen Verwaltungen der GUS-Staaten, die arabischen Länder, Iran und China waren äußerst ablehnend; während die Zusammenschlüsse der Verwaltungen in Europa (CEPT), des Bereichs Asien/Pazifik und jeweils der amerikanischen und afrikanischen Länder sich deutlich für eine Mittelwellenzuweisung aussprachen. Hauptursache der Ablehnungen dürfte die Sorge sein, dass einer der bisherigen anderen Nutzer, nämlich der Flugnavigations-Funkdienst, sich in dem fraglichen Bereich mit den bisherigen Formulierungen der vorgeschlagenen Schutzvorkehrungen nicht ausreichend gegen Störungen durch Amateurfunk-Aussendungen geschützt sah.

Erst in der elften Sitzung bewegten sich die ablehnenden Verwaltungen etwas in Richtung einer Lösung und auch die Befürworter begannen einschränkende Kompromisse zu erwägen, die zu einem Konsens führen könnten. Viele der befürwortenden Verwaltungen möchten keine zu starken Einschränkungen, z. B. bei der maximal erlaubten Strahlungsleistung, einige sogar überhaupt keine. Man hofft, dass eine zwölfte Sitzung einen Vorschlag bringt, der von den weiteren höheren Instanzen und letztendlich von der Vollversammlung am Ende der Konferenz abgesegnet wird. Sollte die Konferenz eine Mittelwellen-Zuweisung an den Amateurfunkdienst machen, dann wird sie für den Bereich 472–479 kHz sein.

Kuba, die Dominikanische Republik, Venezuela, Neuseeland und die afrikanischen Länder schlagen der aktuellen Konferenz vor für die folgende Konferenz eine Zuweisung von 50 kHz bei 5 MHz auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Auch hier ist abzuwarten, wie die Abstimmung dazu bei der Vollversammlung am Ende der WRC12 ausgeht.

Die Weltfunkkonferenz tagt seit dem 17.01. Etwa 3000 Delegierte aus 151 Mitgliedsstaaten der Internationalen Telekommunikations Union, kurz ITU, beraten etwa 30 verschiedene Tagesordnungspunkte. Diese haben Änderungen in der Frequenz-Zuweisungstabelle zum Ziel. Dies geschieht in verschiedenen Kommissionen, die jeweils mehrere Unter-Arbeitsgruppen haben können.


Satzungsausschuss berät über eingegangene Anregungen der Mitglieder

Insgesamt haben 46 DARC-Mitglieder ihre Anregungen - zum Teil sehr detailliert - an den Satzungsausschuss weitergegeben. Auf seiner Sitzung am 04. und 05.02. in der Nähe von Würzburg berät der erweiterte Satzungsausschuss neben anderen Themen die eingegangenen Anregungen. Diese werden nach Ablauf der Frist sobald als möglich ohne Nennung von Namen/Rufzeichen auf der DARC-Webseite veröffentlicht. Bis 31.01. konnten DARC-Mitglieder ihre Anregungen, Ergänzungen und Änderungswünsche zur Neufassung von DARC-Satzung und DARC-Jugendordnung abgeben.


ESA startet Trägerrakete mit Satelliten auf Amateurfunkfrequenzen

Für den 09.02. ist der Start von acht Studenten-Satelliten mit Amateurfunkfrequenzen geplant. Sie sollen mit der ersten europäischen Vega-Trägerrakete der ESA von Kourou ins All gebracht werden. Die meisten arbeiten im 437-MHz-Bereich und senden Telemetrie in FSK oder AFSK. Eine Auflistung aller startenden Satelliten mit Frequenzen und Modes hat die AMSAT-UK auf einer eigenen Webseite dargestellt [1].


Jugend Forscht Regional-Wettbewerbe starten in Kürze

In den nächsten Wochen laufen die Regionalwettbewerbe der Aktion Jugend Forscht. Bei den öffentlichen Veranstaltungen stellen Schüler und Auszubildende ihre Forschungsergebnisse des vergangenen Jahres vor. Für DARC-Jugendgruppen bietet sich hier die Gelegenheit, Anregungen für die Arbeit vor Ort zu sammeln. Experimente aus den Bereichen Elektrotechnik, Physik, Mathematik und anderer Naturwissenschaften werden auf Wettbewerbsveranstaltungen meist in interessanter Form vorgestellt. Ein Ausflug zum Veranstaltungsort lohnt sich. Informationen, Termine und Orte können in Internet nachgelesen werden [2].


Eigener E-Mail-Fernlehrgang nach DJ4UF für den Ortsverband

Ab sofort können Ausbilder im Ortsverband selbst den E-Mail-Fernlehrgang von Eckart Moltrecht, DJ4UF, anbieten, bzw. die Betreuung der Lehrgangsteilnehmer übernehmen. Dazu ist es notwendig mit DJ4UF direkt Kontakt aufzunehmen [3], damit man die entsprechenden Lernbriefe bekommen kann. Dieses Angebot lohnt sich besonders dann, wenn der Ortsverband selbst keinen regelmäßigen Kurs vor Ort anbietet oder nur ein Interessent die Amateurfunkprüfung ablegen möchte. Im Fernlehrgang bekommt der Teilnehmer regelmäßig vom Ausbilder die Lernbriefe per E-Mail zugeschickt und bearbeitet sie eigenständig. Danach sendet er die Briefe zurück und erhält die Korrekturen, gegebenenfalls mit Kommentaren. Auf der DARC-Webseite können Mitglieder Einzelheiten nachlesen [4].


UNESCO feiert am 13. Februar Tag des Radios

Den 13.02. hat die UNESCO zum internationalen World Radio Day, dem Tag des Radios ausgerufen. Dies wurde in ihrer 187. Generalversammlung am 06.10.2011 beschlossen. Mit diesem Tag, dessen Idee von der spanischen Radioakademie eingebracht wurde, will man auf die Wichtigkeit des Mediums Radio aufmerksam machen. Weiterhin soll an den freien Zugang zu Informationen und die preiswerte Teilnahme an diesem Verbreitungsweg erinnert werden. Die spanische Radioakademie hat dem Tag eine eigene Webseite mit Informationen in englischer Sprache gewidmet [5].


HAM RADIO 2012 unter dem Motto „Amateurfunk digital“

Die größte deutsche Amateurfunkmesse HAM RADIO, die alljährlich Ende Juni auf dem Friedrichshafener Messegelände stattfindet, steht 2012 unter dem Motto „Amateurfunk digital“. Dazu passende Vorträge und eine Ausstellung sind geplant. Wer sich am Vortragsprogramm als Referent beteiligen möchte, muss sich bis 01.03. bei der DARC-Geschäftsstelle angemeldet haben, damit die Räume frühzeitig gebucht werden können. Bitte senden sie eine E-Mail an Renate Stackebrandt [6].


Aktuelle Conteste

04.02.: AGCW-DL Handtastenparty 80 m
05.02.: AGCW-DL Handtastenparty 80 m, North American Sprint und Februar QSO-Party
11.02.: VFDB Z-Contest und FISTS Sprint Contest
12.02.: North American Sprint
11./12.02.: CQ-WPX-RTTY-Contest, PACC-Contest, KCJ-Topband-Contest, RSGB-1,8-MHz-CW-Contest
11. und 13.02.: YLRL YL-OM-Contest

Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und HF-Funksportreferates [dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 2/12 auf S. 132.


Funkwetterbericht (31.01. de DL1VDL)

Rückblick vom 24.–30.01.:
Es ging etwas bergab mit den Solardaten, nachdem die vorher M-Flare-freudigen Sonnenflecken hinter dem westlichen Sonnenrand verschwanden. Der solare Flux fiel von 136 auf 114 Einheiten und liegt jetzt 30 Punkte unter seinem 90-Tage-Mittelwert. Die Sonnenfleckenzahl erreichte sogar einen Tiefststand von 34 am 28.01. Das geomagnetische Feld war wohl der störendste Faktor für die Kurzwellenausbreitung. Die Nachwirkungen des geomagnetischen Sturmes, ausgelöst durch den ersten M-Flare am 23. hielten bis zum 26.01. an. Die Ausbreitung über die polaren Gebiete war aber noch bis zum Sonntagabend auf den Taglinien stark und nachts merklich beeinträchtigt. So herrschten beim CQWW 160-m-Contest nur durchschnittliche Ausbreitungsbedingungen. Auf 80 m allerdings waren bereits in der Nacht zum Sonntag super DX-Bedingungen, die Signale der Malpelo-DXpedition erreichten die Stärke S9. Am Freitag, dem 27.01. ereignete sich ein X-Flare, dessen schnelle Teilchen eine kurze Impulsstörung auslösten. Die hochenergetischen Teilchen sorgten für einen weiteren Strahlungssturm innerhalb einer Woche. Die schwereren und damit langsamer fliegenden Protonen kamen am Montagnachmittag bei uns an und bewirkten eine Aurora im hohen Norden. So waren bis auf den 28.01. alle Tage gestört.

Vorhersage bis zum 07.02.:
Das Antlitz der Sonne verunstaltet zurzeit das großflächige koronale Loch CH498. Wir müssen die ganze Woche mit unruhigen geomagnetischen Bedingungen rechnen. Da die Sonnenflecken 11.410, 11.411 und 11.413 weiter wachsen, sind einzelne C-Flares möglich. Die DX-Ausbreitung auf den Bändern 160–40 m ist vor allem in den Dämmerungsphasen voller positiver Überraschungen. Die anderen Bänder bis 10 m sind täglich weltweit benutzbar, wobei auf den Taglinien durchaus gute Signale zu finden sind. Am längsten sind abends die äquatornahen Funkwege offen, auf 20 und 17 m kann man bis etwa 19:00 UTC mit der Karibik funken.

Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:
Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 17:35; Melbourne/Ostaustralien 19:33; Perth/Westaustralien 21:41; Singapur/Republik Singapur 23:16; Tokio/Japan 21:41; Honolulu/Hawaii 17:08; Anchorage/Alaska 18:17; Johannesburg/Südafrika 03:42; San Francisco/Kalifornien 15:14; Stanley/Falklandinseln 08:32; Berlin/Deutschland 06:49; Malpelo 11:41; Pitcairn 14:17; El Salvador 12:22.;
Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 22:06; San Francisco/Kalifornien 01:33; Sao Paulo/Brasilien 21:54; Stanley/Falklandinseln 23:48; Honolulu/Hawaii 04:21; Anchorage/Alaska 02:04; Johannesburg/Südafrika 17:00; Auckland/Neuseeland 07:32; Berlin/Deutschland 15:49; Malpelo 23:38; Pitcairn 14:17; El Salvador 23:55.


Verzeichnis der Internetadressen

[1] http://www.uk.amsat.org/4180
[2] http://www.jugend-forscht.de
[3] .....
[4] http://www.darc.de/mitglieder/referate/ajw/ausbildung/ausbilderbereich/einzelausbildung
[5] http://www.worldradioday.org
[6] .....
[dx] http://www.darc.de/referate/dx


Ende des Deutschland-RS 5/12 vom 02.02.2012

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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