DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 35/98 VOM 05.11.1998

Redaktion: DB2ZJ


ÜBERSICHT:


AMATEURRAT TAGTE IN HANNOVER

Am vergangenen Wochenende tagte in Hannover der Amateurrat als Mitgliederversammlung des DARC e. V. Neben Vorstand und Distriktsvorsitzenden nahmen auch die Referenten des DARC-Vorstandes an der öffentlichen Versammlung teil. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Beratung über den Haushaltsvoranschlag für das Jahr 1999. Der Amateurrat verabschiedete diesen Haushalt einstimmig. Weitere Beschlüsse faßte der Amateurrat über die Änderung der Satzung der DARC Verlag GmbH sowie die Anerkennung zweier Diplome. Die nächste Versammlung des Amateurrates wird am 13./14.03.1999 in Kassel sein.


TRANSATLANTIK-TEST AUF 80 M UND 160 M

Vor 75 Jahren gelang das erste Transatlantik-QSO zwischen Fred Schnell, 1MO, und Leon Deloy, 8AB. Aus diesem Anlaß veranstaltet der polnische IARU-Verband am 27./28.11. – dem CQ-Worldwide-DX-Wochenende – einen Transatlantik-Test auf 80 m und 160 m. Außer den üblichen QSO-Angaben muß der Text „in memory of the first two way transatlantic qso“ übermittelt werden. Jedem, der wenigstens eine Verbindung mit einer nordamerikanischen Station zustande bringt, winkt ein Diplom. Senden Sie eine Kopie Ihrer verschickten QSL-Karte und 3,– DM an: MK-QTC, ...... Einsendeschluß ist der 20.12.


ZWEITES SPUTNIKMODELL STARTET IN KÜRZE

Etwa ein Jahr nach dem sehr erfolgreichen Sputnikmodell „Spoutnik-40“ bzw. „RS-17“, das auf 145,825 MHz die vom ersten Erdsatelliten 1957 ausgesendeten Bakensignale aus dem Orbit zur Erde schickte, wird diese viel beachtete Aktion wiederholt. Mit dem Versorgungsschiff Progress M40, das die Raumstation „Mir“ am 27.10. erreichte, wurde ein weiteres Sputnikmodell, das voraussichtlich „Spoutnik-41“ oder „RS-18“ heißen wird, an Bord gebracht. Der Satellit soll beim nächsten „Raumspaziergang“ der Kosmonauten am 10.11. in den Orbit ausgesetzt werden. Es empfiehlt sich, dann wieder die Frequenz 145,825 MHz auf die bekannten „Sputnik-Pieptöne“ hin zu beobachten.


SEDSAT MIT PROBLEMEN IM ORBIT

Am 24.10. wurde der Satellit SEDSAT-1 mit einer Delta-Rakete in den Orbit gebracht, jedoch gibt es Probleme mit der Stromversorgung. Im Umlauf 22 führte der Satellit ein Power-Reset durch. Dadurch gingen die 89 digital gespeicherten Bilder von der Separation verloren. Bei kritischem Energiehaushalt schaltet der Bordcomputer alle Sender für zehn Stunden aus, so daß dann nur sehr wenig Telemetriewerte zur Verfügung stehen. Das SEDSAT-Team bittet, die Frequenz 437,910 MHz zu beobachten und in 9600 Bit/s FSK gesendete Telemetrie mitzuschreiben und per E-Mail an die Adresse ..... zu schicken. Ein Telemetrieprogramm, das die Daten vom TNC liest, auf dem PC-Monitor darstellt und in ein File schreibt, ist unter http://www.seds.org/sedsat/tracking verfügbar.


PANSAT IM ORBIT

Von der Raumfähre Discovery aus wurde am 30.10. ein Kleinsatellit in den Orbit ausgesetzt. PANSAT, der Name steht für „Petite Amateur Naval Satellite“, wurde an der Naval Postgraduate School in Monterey, Kalifornien, gebaut und wird innovative Spread-Spektrum-Technologie benutzen, um Funksignale zu empfangen und zu senden, die so schwach sind, daß sie normalerweise vom QRM zugedeckt würden. Es wurde angekündigt, daß die digitalen Spread-Spektrum-Transponder des Satelliten in naher Zukunft für die Funkamateure benutzbar wären. Es ist jedoch zu beachten, daß PANSAT eine Inklination von 28,5° hat und daher nur in niedrigen Breiten hörbar ist.


HINWEIS ZUM IARU-REGION-1-BANDPLAN IN DER CQ DL 11/1998

Der in der CQ DL 11/1998 auf der dritten Umschlagseite abgedruckte Kurzwellenbandplan der IARU-Region 1 ist für alle deutschen Funkamateure der Genehmigungsklasse 1 verbindlich, aber einschließlich der gültigen nationalen Einschränkungen. Diese finden Sie in Ihrer alten, aber immer noch gültigen Broschüre „Bestimmungen über den Amateurfunkdienst“. Für das neue Amateurfunkgesetz arbeitet die RegTP an einer Amtsblattverfügung, in der die in Deutschland notwendigen, aber hoffentlich nur geringfügigen Änderungen in der Auslegung des IARU-Bandplanes, die Sendearten und die zulässige Sendeleistung festgeschrieben werden sollen. Das HF-Referat bittet, von weiteren Anfragen zum zukünftigen Bandplan abzusehen, da dessen Auslegung ausschließlich im Verantwortungsbereich der RegTP liegt. Das HF Referat hat der RegTP seit 1993 alle IARU-Papiere zum Bandplan zur Verfügung gestellt und weiß um das Bemühen einer möglichst IARU-konformen Gestaltung des deutschen Bandplanes.


FUNKWETTERBERICHT (02.11. de DL1VDL)

Rückblick: (Solardaten für die Woche zwischen dem 26.10. und 01.11.)
Flux F: 104, 103, 108, 110, 112, 119, 121; 90-Tage-Mittelwert: F(90)=131; Sonnenfleckenrelativzahlen R: 50, 17, 33, 81, 81, 71, 79; Planetarischer Index des Magnetfeldes Ap: 7, 6, 12, 8, 5, 5, 3.

Die geringe Sonnenaktivität geht einher mit der Sonnenrotation, denn vor vier Wochen erlebten wir auch eine so ruhige Phase. Trotzdem waren die DX-Bedingungen nicht schlecht. Die unteren Bänder profitierten vom ruhigen geomagnetischen Feld. 14 und 21 MHz brachten laute Signale aus dem Pazifik über den Nordpol und auch 28 MHz öffnete fast täglich auf allen Linien.

Vorhersage bis 09.11.:
Bei Fluxwerten bis 130 können wir auf noch etwas bessere Ausbreitungsbedingungen hoffen. Magnetische Störungen sind um den 03.11. wahrscheinlich.

Orientierungszeiten für Gray-Line DX:
Sonnenaufgang (UTC): ZL: 17:10; VK2: 19:00; VK6: 21:20; JA: 20:50; KH6: 16:15;
Sonnenuntergang (UTC): W2: ab 21:40; W6: 01:00; PY: ab 21:00; VP8: 23:05; KH6: 03:50; ZL: 07:10.

Funkwetter kurz erklärt: Differentielle Rotation der Sonne

Im Bereich des Sonnenäquators beträgt die Sonnenrotation 27,7 Tage oder etwa 14° pro Tag. Beim 40. Breitengrad dauert der Sonnenumlauf 28,6 Tage, das sind etwa 12° pro Tag. Sonnenflecken im Bereich des Sonnenäquators rotieren also schneller als weiter nördlich oder südlich gelegene.


Ende des Deutschland-RS 35/98 vom 05.11.1998

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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