DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 22/94 VOM 10.06.1994

Redaktion: DF6ZE


ÜBERSICHT:


HAM RADIO ’94 – INTERNATIONALER TREFFPUNKT

Vom 24.–26.06. findet die HAM RADIO in Friedrichshafen statt. An allen drei Tagen wird ein umfangreiches Vortragsprogramm angeboten. Einzelheiten sind aus der CQ DL 6/94, Seite 371 zu entnehmen.

Gegenüber dem Vorjahr haben sich mehr Repräsentanten ausländischer Amateurfunkverbände angemeldet, die in der Halle 2 mit je einem Informationsstand vertreten sein werden. Neben dem Mobilwettbewerb wird am Sonntag ein 2-m-ARDF-Wettbewerb stattfinden. Die Ausstellung ist am Freitag und Samstag von 09:00–18:00 Uhr und am Sonntag von 09:00–16:00 Uhr geöffnet.


MINISTERIALDIRIGENT FRANZ MASSON AUSGEZEICHNET

Vom 01.–05.06. hatte die Diplominteressengruppe (DIG) ihr großes Treffen in Gemünd in der Eifel verbunden mit ihrem 25jährigen Bestehen. Ausrichter war wieder der „Holzhammerclub G22“, der gleichzeitig sein 30jähriges Bestehen feierte. Etwa 700 DIG-Funkfreunde u. a. aus ON, ES, PA, LX, HB9, OE, OK, OM, UY, 4X, USA und viele aus den neuen Bundesländern konnten begrüßt werden. Es wurde ferner auf der DIG-Ratssitzung die neue DIG-Sektion Ukraine gegründet. Ein herausragender Punkt aus dem umfangreichen Programm dieses Jubiläumstreffens war neben der Verleihung von mehreren DIG-Trophys 1000 die Verleihung des großen Holzhammers des gastgebenden DARC-Ortsverbandes Gemünd an Ministerialdirigent Franz Masson, aus dem BMPT in Bonn und an Günter Schupp, DL6IM vom VFDB. Dieser Ehren-Holzhamer soll Aktivitäten für den Amateurfunk hervorheben und gleichzeitig als symbolische moralische Schützenhilfe beim Durchsetzen amateurfunkfreundlicher Aktionen dienen. Herr Masson antwortete mit launigen, aber treffenden Dankesworten auf diese Auszeichnung. Die DIG knüpft daran die berechtigte große Hoffnung, daß es in Sachen geänderter DV-AFuG und EMVG zu neuen erfolgreichen Gesprächen zwischen Behörde und dem DARC e. V. kommen wird.


NIEDERLÄNDISCHE AMATEURFUNKPRÜFUNGEN

In den Niederlanden erfolgen Amateurfunkprüfungen zweimal jährlich. Zu den schriftlichen Frühjahrsprüfungen 1994 am 06.04. hatten sich für die Klasse C – entsprechend der deutschen C-Lizenz – 469 Teilnehmer angemeldet. Für die niederländische Lizenzklasse „D“ sie liegt zwischen der deutschen Lizenzklasse C und dem CB-Funk hatten sich 204 Teilnehmer angemeldet. Der Sekretär der Examenskommission gab bekannt, daß jeweils etwa die Hälfte der Prüflinge erfolgreich waren.


TAGUNG DES EXEKUTIV-KOMITEES DER IARU-REGION 1

Über die Tagung des EC, des Exekutiv-Komitees der IARU-Region 1 im März 1994, gab deren Sekretär Dr. John Allaway, G3FKM, einen kurzen Bericht: Eine große Anzahl von Themen wurde diskutiert. Hervorgehoben sind ermutigende Neuigkeiten aus der Tätigkeit des IARU Monitoring System – europäische Hauptquelle ist die deutsche Bandwacht unter Leitung von Ulrich Bihlmayer, DJ9KR –. Gute Nachrichten gibt es auch von der Entwicklung des Amateurfunks in Südafrika, wesentlicher Erfolg der Arbeit des dortigen Amateurfunkverbandes SARL und der Entwicklungshilfegruppen STARS der IARU-Region 1. Der Aufnahmeantrag der russischen Amateurfunk-Union SRR (Soyuz Radiolyubiteley Rossii) in der IARU-Region 1 wurde gutgeheißen. Eine Neuentwicklung ist die Bildung eines äthiopischen Amateurfunkverbandes in Addis Abeba. Diskutiert wurde weiter ein Beschwerdebrief der Cyprus Amateur Radio Society an den Präsidenten der ARRL über die befürchtete Verleihung des DXCC-Status für Stationen in einem „Nord-Zypern“. Dazu wurde festgestellt, daß dortige Stationen keine von der ITU für Zypern zugewiesene Rufzeichenreihen benutzen und daher weder als Amateurfunkstationen anerkannt noch Funkkontakt mit ihnen aufgenommen werden sollte.


KORREKTUR ZUM RUNDSPRUCH 21 VOM 03.06.1994 ZUM 160-M-BANDPLAN

Der HF-Referent bedauert die aufgrund unvollständiger Information nicht korrekt angegebene Frequenzzuweisung im 160-m-Band für die neuen Bundesländer. Die gültige Amtsblattverfügung Nr. 132/90 des BMPT hat zum Inhalt, daß in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin (Ost) die früheren Frequenzzuweisungen weiterhin geduldet werden. Für das 160-m-Band bedeutet dies, daß der Bereich zwischen 1810 kHz und 1950 kHz durchgängig genutzt werden darf mit der Einschränkung, daß zwischen 1890 und 1950 kHz die Fußnote gilt, daß weder andere Funkdienste gestört werden dürfen, noch ein Schutz vor Störungen seitens anderer Funkdienste gewährt werden kann. Beachten Sie bitte auch, daß in den neuen Bundesländern noch andere Sendeleistungen und Sendearten gelten. Die erwähnten Bestimmungen sind im Heft Bestimmungen über den Amateurfunkdienst, das eigentlich jeder Funkamateur mit seiner Lizenzurkunde ausgehändigt bekommt, enthalten. Der DARC e. V. bemüht sich derzeit erneut um die bundeseinheitliche Anpassung der Frequenzzuteilung im 160-m-Band an die Empfehlungen der IARU-Region 1.


FUNKWETTERBERICHT (08.06. de DL1VDL)

Die Kurzwellenausbreitung im Zeitraum zwischen dem 01. und 08.06. war trotz ruhiger, an allen Tagen fleckenfreier Sonnenscheibe geprägt von Störungen infolge des hohen Elektronenflusses, dessen Ursache offenbar das schon im letzten Bericht erwähnte koronale Loch ist. Wer trotz Aurora-Warnung, die bis zum 06.06. gültig war, dennoch optimistisch am Feldtag teilnahm, wird bemerkt haben, daß neben feldtagüblichen Gaumenfreuden schöne DX QSOs auf 10 und 15 m gelangen, aber jeweils vormittags kurze Schauer mit Signalschwund die Ausbreitung beeinflußten. Wie bereits am 17.04. verursachte das Koronloch bei dessen Wiederkehr jetzt nur kurze Turbulenzen, und bereits seit dem 03.06. ist das Erdmagnetfeld relativ ruhig. Der Flux blieb stabil bei 68 und sprang infolge drei kleiner Flairs am 07.06. auf 77 Einheiten. Es lohnt sich, tagsüber die Bänder oberhalb 20 m zu beobachten.

Vorhersage:
Bei weiterhin ruhiger Sonne werden infolge wiederkehrender koronaler Störungen ein aktives, in den Nachtstunden möglicherweise stürmisches Erdmagnetfeld zwischen dem 10. und 14.06. sowie nach dem 20.06. vorhergesagt. Mehrdeutige Ausbreitungswege infolge gespreizter F-Schicht bleiben genauso wahrscheinlich wie Sporadic-E-Ausbreitung.


Ende des Deutschland-RS Nr. 22/94 vom 10.06.1994

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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