DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 4/92 VOM 31.01.1992

Redaktion: DK5JI


ÜBERSICHT:


REFERENTENTAGUNG IN KASSEL

Am 25.01. fand in Kassel eine Referententagung statt. Es war dies die erste Tagung nach Einführung der neuen Referatsstruktur. Die Referenten erhielten Gelegenheit, die Arbeitsbereiche ihrer Referate vorzustellen. Außerdem legte der Vorstand des DARC die Haushaltsmittel für die einzelnen Referate fest.

Das neu geschaffene Referat für Technologie wird geleitet durch Prof. Dr. Jodi Elbers, DJ3XV. Es umfaßt die Koordination, Forschung und Entwicklung in der Technologie; die Projektförderung mit der Schaffung von Förderpreisen sowie die Durchführung meßtechnischer Prüfungen und die Veröffentlichung von Testberichten.

Leiter des Referates für Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung ist Prof. Dr. Wolfgang Manz, DJ3EO. Hier gibt es die Sachgebiete Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung. Ferner enthält das Referat die zielgruppenorientierten Sachgebiete Amateurfunk in der Schule, Behindertenbetreuung und Höramateure sowie als Dienstleistungen den Platinenservice, den Mediendienst und die DE-Kennzeichen.

Referent für Gesetze und Normen ist Rolf Kadau, DJ7CH. Sein Aufgabengebiet umfaßt das Fernmelderecht, Lizenzbestimmungen und andere Rechtsgebiete, EMV und Normen sowie den nationalen Notfunk.

Das Auslandsreferat wird geleitet durch Hans Berg, DJ6TJ. Das Referat hat die Sachgebiete IARU, PADC, d. h. die Amateurfunk-Entwicklungshilfe für das Ausland, ebenso die Sachgebiete Asien/Afrika, internationale Gastlizenzen, Katastrophen- bzw. Notfunkeinsätze im Ausland sowie DL-Funkamateure im Ausland.

Leiter des HF-Referates ist Dr. Hartmut Büttig, DL1VDL. Er ist zuständig für die Technik bei digitalen und analogen Sendearten in den Kurzwellenbereichen, ferner die Betriebstechnik sowie Ausbreitung und Bakenbeobachtung auf Kurzwelle.

Referent für VHF/UHF/SHF ist Dr. Walter Schlink, DL3OAP. Er hat sein Referat in folgende Sachgebiete unterteilt: besondere Betriebsarten, wie EME, MS, Aurora usw.; IARU-Bandplan, automatische Stationen, Satellitentechnik, Mikrowellentechnik, Technik der digitalen Betriebsarten sowie Technik der Bildverfahren.

Der Funksport ist in drei Referate unterteilt.
Leiter des Referates für DX und HF-Funksport ist Dr. Lothar Wilke, Y24UK. Sein Referat ist eingeteilt in die Sachbereiche DX, KW-Wettbewerbe, KW-Diplome, Sonder-DOK und Schnelltelegraphie.

Referent für VHF-/UHF-/SHF-Funksport ist Alfred Schlendermann, DL9GS. Er ist für Wettbewerbe und Diplome auf den VHF-, UHF- und SHF-Bändern zuständig.

Das Referat für ARDF-Funksport wird von Rainer Flösser, DL5NBZ, geleitet. Es ist in die Sachgebiete Leistungssport, Breitenarbeit, Technik, Wettbewerbe und Diplome sowie Mobilfuchsjagd unterteilt.

In den Referaten konnten die meisten Sachgebiete bereits mit entsprechenden Fachleuten besetzt werden. Wie der 1. Vorsitzende, Günther Matz, DJ8BN, hervorhob, seien die ersten Reaktionen auf die neue Referatsstruktur sehr positiv, da sie eine größere Durchsichtigkeit gewährleiste.


AKTUELLE MITGLIEDSZAHLEN DES DARC VERÖFFENTLICHT

Die Bundesgeschäftsstelle des DARC hat ihre Mitgliederstatistik für das Jahr 1991 veröffentlicht. Danach traten 3074 neue Mitglieder dem Club im Jahre 1991 bei, entsprechend 5,5 %. Neben 293 Todesfällen – 0,5 % – erfolgten 1604 Austritte, gleich 2,9 %. Der effektive Zuwachs von 1177 Mitgliedern ließ die Gesamtzahl um 2,1 % auf 57.363 steigen. Von diesen sind 45.875, entsprechend 80 %, lizenziert.

Von den fast 34.000 Inhabern einer Amateurfunkgenehmigung der Klasse B sind 81,7 % Mitglied im DARC, von den 2164 der Klasse A sind es 74 %, von den fast 28.000 der Klasse C nur 60 %. Damit sind 71,8 % aller lizenzierten Funkamateure in Deutschland Mitglied im DARC.

Dabei sind die 4026 Mitglieder in den neuen Bundesländern nicht erfaßt, von denen 2802 noch im Besitz eines Y2-Rufzeichens sind.

Die Zahl der jugendlichen Mitglieder im DARC unter 27 Jahren beträgt 6776 und damit 11,8 %. 1002 Mitglieder, entsprechend 1,8 %, sind unter 18 Jahre alt.

4346 der Mitglieder sind YLs, das sind 7,6 %. Davon sind 3362 und damit 5,9 % lizenziert.

Am 01.01. betreute der DARC 1031 Ortsverbände in 24 Distrikten. Der VFDB hat 86 Ortsverbände. Im Jahre 1991 wurden 5,9 Millionen QSL-Karten weitergeleitet. Im gleichen Zeitraum vermittelte die Bundesgeschäftsstelle 350 Gastlizenzen.


GENEHMIGUNG FÜR MESSEMPFÄNGER

Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation hat eine aktualisierte Allgemeingenehmigung für das Einrichten und Betreiben von Meßempfängern für Labor- und Werkstattzwecke erlassen. Sie wurde als Verfügung 11 im BMPT-Amtsblatt 2 vom 22.01.1992 veröffentlicht. Damit wird eine gleichartige Verfügung aus dem Jahre 1988 abgelöst.

Die „Technischen Vorschriften“, veröffentlicht als Verfügung 527 im BPM-Amtsblatt 85 vom 23.07.1979, wurden nicht verändert. Daraus geht hervor, daß die maximal zulässige Störstrahlleistung solcher Geräte einen Wert von 4×10–9 W nicht überschreiten darf. Dies wird ebenfalls durch § 12 Absatz 4 der DV-AFuG für Amateurfunkempfänger vorgeschrieben.

Nach § 9 Absatz 3 der DV-AFuG müssen die zur eigenen Kontrolle der Aussendungen einer Amateurfunkstelle benutzten Empfangseinrichtungen bestimmte, von der Deutschen Bundespost festgelegte technische Merkmale aufweisen. Diese müssen wiederum nach Abschnitt 5 der Verwaltungsanweisung zur DV-AFuG den oben genannten Technischen Vorschriften für Meßempfänger für Labor- und Werkstattzwecke entsprechen.


SONDERRUFZEICHEN IN KANADA

Vom 03.–07.02. wird in Kanada die internationale Entwicklungswoche begangen. Aus diesem Anlaß dürfen kanadische Funkamateure am 05.02. von 12:00–24:00 UTC Sonderpräfixe in ihrem Rufzeichen verwenden. Dabei gilt folgende Regelung: CI statt VE, VOØ statt VO1, VO9 statt VO2, CH statt VY. Der Rest des Rufzeichens bleibt jeweils erhalten.


FUNKWETTERBERICHT (28.01. de DJ2RE)

Sonnenfleckenrelativzahl und 10-cm-Strahlung steigen zur Zeit erneut schnell an. Am 27.01. wurden 218 bzw. 221 Einheiten erreicht. Einen Tag später wurde über Norddeutschland für die F2-Grenzfrequenz ein Höchstwert von 14,7 MHz gemessen. Infolgedessen entwickelten sich auf den höheren Frequenzbereichen recht günstige Ausbreitungsbedingungen, die von der kurzen Magnetstörung am 27.01. nur geringfügig beeinträchtigt wurden.

Die weiteren Aussichten: Die angehobenen Bedingungen werden zumindest bis zum 10.02. anhalten. Anzeichen für periodische Magnetstörungen, die zu Grenzfrequenzeinbrüchen führen könnten, liegen nicht vor.

Im 50-MHz-Bereich bestehen vormittags zeitweilig Chancen für DX-Verbindungen mit Ostasien und Australien.


Ende des Deutschland-RS Nr. 4/92 vom 31.01.1992

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1992 Rundspruch-Archiv