DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 25/91 VOM 28.06.1991


ÜBERSICHT:


AUSWEITUNG DER CEPT-LIZENZ GEPLANT

Die Arbeitsgruppe RR der CEPT, die sich mit Fragen der Funkverwaltung befaßt, tagte vom 03.–07.06. im nordschwedischen Kiruna. Zwei ihrer Tagesordnungspunkte hatten auch Bezug zum Amateurfunk.

Der IARU-Region 1 war bereits mitgeteilt worden, daß sie künftig bei der Behandlung amateurfunkrelevanter Themen zugelassen sei.

Weiter hatte der DARC eine Eingabe vorbereitet zur Ausweitung der CEPT-Lizenz auf Länder außerhalb der CEPT. Diese Eingabe war von der IARU-Region 1 und vom Bundesministerium für Post und Telekommunikation an die CEPT-Arbeitsgruppe RR weitergeleitet worden. Sie wurde von der deutschen Delegation in Kiruna vorgetragen und begründet. Die Idee fand bereitwillige Zustimmung, führte aber zur intensiven Überarbeitung der Empfehlung T/R 61-01 und zur vorgeschlagenen Anfügung von zwei weiteren Anhängen. Für den Zutritt außenstehender Länder wurden die Voraussetzungen und Verfahren entworfen. Dabei steht sowohl die Form bilateraler Abkommen als auch der gemeinsame Zutritt zu allen zuvor beteiligten Ländern zur Debatte.

Der Rohentwurf der revidierten Empfehlung T/R 61-01 soll allen CEPT-Mitgliedsländern für die Beratung auf der nächsten RR-Tagung im November 1991 übermittelt werden, wozu die IARU-Region 1 bereits eingeladen wurde. Abschließend wird das Europäische Funkkommunikations-Komitee der CEPT darüber befinden.

Erstmalig nahmen an dieser Tagung Delegierte aus den neuen CEPT-Mitgliedsländern Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn teil. Sieben der dreißig Delegierten waren Funkamateure. Nach Tagungsende wurde die deutsche Delegation vom Direktor des ionosphärischen Forschungsinstituts EISCAT, Dr. Jürgen Röttger, SM2/DJ3KR, mit den Aufgaben dieses multinationalen Instituts vertraut gemacht.


NEUE BAKE AUF 24 GHZ

Seit dem 04.06. gibt es auf dem Wendelstein/Oberbayern in 1880 m Höhe eine 24-GHz-Bake. Sie sendet unter dem Rufzeichen DJ7GK auf 24.192,134 MHz mit 10 mW. Die Antenne besteht aus einem Achtfach-Schlitzstrahler-Feld und strahlt in Richtung Norden.

Die Bake wurde bereits in 200 km Entfernung im Bayerischen Wald aufgenommen. Sie dient Untersuchungen über die Feldstärke in Abhängigkeit vom Wetter.


GRUBENFUNK IM 23-CM-AMATEURFUNKBAND

Für Grubenfunkanlagen im Untertagebetrieb hat das Bundesministerium für Post- und Telekommunikation eine Allgemeingenehmigung für den Frequenzbereich 1240–1300 MHz erlassen. Dies geht aus der BMPT-Verfügung 140 hervor, die im Amtsblatt 45 vom 20.06.1991 veröffentlicht wurde. Danach wurde der Firma DMT – Gesellschaft für Forschung und Prüfung in Essen das Errichten und Betreiben eines Funksystems auf den Frequenzen 1250 und 1285 MHz aufgrund des Fernmeldeanlagengesetzes allgemein genehmigt. Voraussetzung ist, daß sich diese Funkanlagen mit allen Einrichtungen allseits vom Gebirge umschlossen unterhalb natürlich abgelagerter Schichten befinden.


6-M-BAND IN JUGOSLAWIEN FREIGEGEBEN

Jugoslawische Funkamateure dürfen seit dem 14.06. im 6-m-Band senden. Für sie wurde der Bereich von 50,000–51,900 MHz freigegeben.


SCHULPARTNERSCHAFTEN DURCH INTERNATIONALEN SCHULAKTIVITÄTSTAG

Zur Förderung von Schulpartnerschaften ist ein internationaler Schulaktivitätstag eingerichtet worden. Amateurfunkstationen an Schulen können mittwochs zwischen 09:00 und 19:00 UTC erreicht werden. Die Frequenzen sind 3666, 7066, 14.266, 21.266 und 28.666 kHz. Für Packet-Radio wurde der Convers-Kanal 66 vorgeschlagen. Schwerpunkt dieser Aktivitäten soll jeweils der erste Mittwoch im Monat sein.

Neben Verbindungen auf den Kurzwellenbändern sind derzeit spezielle Schulexperimente über Satelliten in Vorbereitung.


BEZIRKSVERBAND MAGDEBURG DES VFDB GEGRÜNDET

Am 22.06. wurde in Halberstadt der Bezirksverband Magdeburg des Verbandes der Funkamateure der Deutschen Bundespost gegründet. Dabei handelt es sich bereits um den zweiten Bezirksverband des VFDB in den neuen Bundesländern. Der Vorstand des VFDB war vertreten durch seinen 1. Vorsitzenden, Clemens Jacob, DL5FC, den 2. Vorsitzenden, Hermann Gabler, DJ2XE, und den Geschäftsführer, Günter Schupp, DL6IM. Außer zahlreichen Gründungsmitgliedern konnten auch Gäste aus den Bereichen Braunschweig, Erfurt und Hamburg sowie etliche DARC-Mitglieder begrüßt werden. Die Versammlung wählte Rüdiger Helm, Y21WG, zum Bezirksverbandsvorsitzenden. Stellvertreter wurde Klaus Wruck, Y21KW. Alle Kandidaten wurden einstimmig gewählt.


INTERNATIONALES AMATEURFUNKTREFFEN IN GOSAU

Das 7. internationale Amateurfunktreffen in Gosau/Dachstein findet am 06./07.07. statt. Veranstaltungsort ist der "Kirchenwirt" in Gosau.

Am 06.07. steht eine Fahrt auf den Gosaukamm auf dem Programm. Für den 07.07. ist eine Fahrt auf den Krippenstein vorgesehen. Zimmerreservierungen sind an den Fremdenverkehrsverband Gosau in A-4824 Gosau 547, zu richten. Hier sind auch Informationen zur "Gosauer Amateurfunk-Leistungsnadel" erhältlich.


SOLARDATEN ÜBER ZEITZEICHENSTATION WWV

Die amerikanische Normalfrequenz- und Zeitzeichenstation WWV strahlt stündlich Informationen über den solaren Flux aus. Die Sendung beginnt jeweils in der 18. Minute nach jeder vollen Stunde. Als Frequenzen werden unter anderem 10.000, 15.000 und 20.000 kHz eingesetzt.

Ab sofort werden die Daten täglich um 21:18 UTC statt bisher um 18:18 UTC aktualisiert. Dies meldete die amerikanische Rundspruchstation W1AW am 22.06. Grund für die Verschiebung ist eine Aufgabenverlagerung der mittäglichen Meßwerterfassung von Ottawa in ein Sonnenobservatorium in British Columbia.


FUNKWETTERBERICHT (25.06. de DJ2RE)

Die erwartete Beruhigung der Magnetik hat nur verzögert eingesetzt und dementsprechend bisher eine lediglich geringfügige Besserung der DX-Ausbreitung bewirkt. Nachmittags stiegen die Tageswerte der F2-Grenzfrequenz in Mitteleuropa zeitweise auf über 8 MHz. Bei überwiegend geringer Sonnenaktivität schwankten die Sonnenfleckenzahlen und der Energiefluß im 10-cm-Bereich um 130 bzw. 170 Einheiten.

Zwar ist die Änderungstendenz zur Zeit noch gering, eine Wiederholung des Aktivitätsschubs, der Mitte Mai seinen Höhepunkt erreicht hatte, ist jedoch möglich. Auf jeden Fall ist spätestens ab 01.07. mit steigender Sonnentätigkeit zu rechnen, die bis etwa zum 10.07. wechselhafte Ausbreitungsbedingungen nach sich ziehen dürfte. Die Wahrscheinlichkeit für Aurora wird vermutlich wieder ansteigen.


Redaktion: DK5JI


Ende des DL-RS Nr. 25/91 vom 28.06.1991

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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