DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 2/91 VOM 18.01.1991


BONN

Seit dem 01.01.1991 dürfen in den neuen Bundesländern Amateurfunkprüfungen durchgeführt und Genehmigungen zum Errichten und Betreiben von Amateurfunkstellen erteilt werden. Dazu wurden die zwölf Außenstellen (Ost) des Bundesamtes für Post und Telekommunikation (BAPT) mit Verfügung 3 im BMPT-Amtsblatt 3 vom 10.01.1991 ermächtigt.

Solche Außenstellen sind an folgenden Orten im Aufbau: Berlin (Ost), Magdeburg, Halle, Chemnitz, Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Cottbus, Leipzig, Erfurt, Dresden und Potsdam.

Grundlage für die Erteilung solcher Genehmigungen bildet die Verfügung 132 im BMPT-Amtsblatt 76 vom 27.09.1990. Das BAPT stellt dazu das Organisationsmaterial wie auch die Rufzeichenblöcke für Neuvergabe bzw. Umstellungen aus den Reihen DA bis DL zur Verfügung.

Mit der genannten Übergangsverfügung 132/1990 waren für Funkamateure, die bis zum 03.10.1990 im sogenannten Beitrittsgebiet lizenziert worden waren, bis auf weiteres gewisse Konzessionen zur Wahrung ihres Besitzstandes zugestanden worden. Diese betreffen besonders Frequenzzuweisungen bzw. Leistungsgrenzen in den Frequenzbereichen bei 1,8 MHz und 10,1 MHz.

Mit Verfügung 4 im BMPT-Amtsblatt 3 vom 10.01.1991 wird ergänzt, daß diese Sonderrechte im Beitrittsgebiet für alle dort tätigen deutschen Funkamateure gelten. Im übrigen Bundesgebiet hingegen gelten für alle deutschen Funkamateure nur die Bestimmungen der DV-AFuG in der Fassung vom 01.06.1985, also ohne Sonderrechte.


HERNE

Nach neuesten Meldungen aus der UdSSR soll der Doppelsatellit RS-12/13 noch vor dem Amateurfunksatelliten RM-1 gestartet werden. Als möglicher Starttermin wird ein Datum um den 20.01. angegeben. RS-12/13 wartet schon seit fast zwei Jahren auf einen Start. RM-1 mit RUDAK-2 an Bord soll dann etwa eine Woche später ebenfalls in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht werden. Als Ursache für die zum Teil erheblichen Startverzögerungen werden ökonomische Gründe angeführt.


HERNE

Vom 28.12.1990 bis 25.03.1991 ist für AMSAT-OSCAR 13 folgender Transponderfahrplan gültig:

MA 0 bis MA 165 in Mode B, MA 165 bis MA 190 in Mode JL, MA 190 bis MA 195 in Mode LS, MA 195 bis MA 200 in Mode S (dabei ist Mode B ausgeschaltet, bitte nicht im B-Uplink senden!), MA 200 bis MA 205 in Mode BS (bitte nur kleine Leistung auf BS verwenden, hohe Leistungen stören Mode-S-User!), MA 205 bis MA 256 in Mode B. Von MA 240 bis MA 30 ist Betrieb mit der Rundstrahlantenne vorgesehen.

Bei Energieproblemen ist OSCAR 13 vom 10.01. bis 06.02.1991 zwischen MA 20 und MA 65 ausgeschaltet. Geringste Mißweisung ist um MA 200 herum zu erwarten. Diese Zeit sollten Stationen mit geringer Uplink-Leistung nutzen. Bitte immer erst die Bake auf 145,812 MHz prüfen. Deren Feldstärke gibt die obere Grenze für die zulässige Stärke des eigenen Signals an.


ROM

Seit dem 01.12.1990 wird die CEPT-Lizenz in Italien angewendet. Gemäß einer Veröffentlichung durch die italienischen Behörden vom 07.01.1991 ist Funkamateuren aus den CEPT-Ländern der Amateurfunkbetrieb nach den CEPT-Regeln ab sofort gestattet. Die Rufzeichen werden aus dem Heimatrufzeichen gebildet. Bei der CEPT-Klasse 1 wird der Präfix 'IK' mit einem Schrägstrich vorangestellt, bei CEPT-Klasse 2 der Präfix 'IW' mit Schrägstrich. Bei Mobilbetrieb ist dem Rufzeichen "/m" anzuhängen, in allen anderen Fällen muß der Zusatz "/p" angefügt werden. Mobilbetrieb ist nur oberhalb von 144 MHz erlaubt.


STOCKHOLM

Seit dem 01.01.1991 gilt die CEPT-Lizenz für Klasse 1 in Schweden auch für den Kurzwellenbereich. Dies geht aus einer Mitteilung des schwedischen Amateurfunkverbandes SSA hervor. Weiter verlautet vom IARU-Verbindungsmann des niederländischen Amateurfunkverbandes VERON, PAØTO, daß die schwedische Sicherheitspolizei bei Anträgen auf Lizenzen über drei Monate hinaus auch auf das bisher geforderte polizeiliche Leumundszeugnis verzichtet.


BERLIN

Ab Januar gibt es einen neuen Hörer-Rundspruch, der sich besonders an SWLs, Höramateure und Amateurfunkinteressenten in der Ausbildung wendet. Er wird im Auftrag des Sachgebietes SWL-Betreuung und Hörerpost im Jugend- und Ausbildungsreferat gestaltet.

Die Abstrahlung erfolgt an jedem ersten Dienstag im Monat um 17:00 Uhr auf 3.650 kHz von der Clubstation Y62SWL mit Standort Berlin.

Empfangsbestätigungen von Inhabern eines DE-Kennzeichens gehen über die QSL-Vermittlung in Baunatal. Empfangsberichte von Hörern ohne Rufzeichen sowie redaktionelle Beiträge bitte an eine der folgenden Anschriften: Thomas Hänsgen, Y44OL, Franz-Jacobi-Str. 14 in O-1156 Berlin, oder an Werner Theis, DH1PAL, Tilsiter Str. 16 in W-5530 Euskirchen.


ERFURT

Der erste Bezirksverband des VFDB in den neuen Bundesländern wurde am 12.01.1991 in Erfurt gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Rolf Kranhold, Y26ZI, gewählt. Der neue Ortsverband erhielt den DOK Z83. Ein weiterer Bezirksverband des VFDB soll im Mai in Magdeburg gegründet werden.


BAUNATAL

Am 07.01. beging der langjährige ersten Vorsitzende des VFDB, OM Karl Heinz Vogt, DL6YH, seinen 65. Geburtstag. Dieser Tag war gleichzeitig der seines 40jährigen Dienstjubiläums. Seit der von ihm vorbereiteten Gründung des Zentralamtes für Mobilfunk in Münster im Februar 1990 steht er dieser jüngsten Institution der Deutschen Bundespost Telekom als Präsident vor.


FUNKWETTERBERICHT (15.01. de DJ2RE)

Der erwartete Anstieg der Sonnenaktivität hat bereits zwischen dem 08. und 10.01. ein schwach ausgeprägtes Maximum durchlaufen. Sonnenfleckenrelativzahl und 10-cm-Strahlung gehen seitdem wieder zurück und sind am 14.01. auf 131 bzw. 192 Einheiten abgefallen. Bei der Röntgen-Hintergrundstrahlung war der Verlauf ähnlich. Seit Jahresbeginn schwanken die Mittagswerte der F2-Grenzfrequenz um 13 MHz. Infolgedessen kam es nur vereinzelt zu kurzzeitigen Bandöffnungen im 50-MHz-Bereich in Richtung Afrika und Südamerika.

Die weiteren Aussichten: Bis zum 17. bzw. 20.01. werden die beiden derzeit größten Aktivitätsgebiete hinter dem Westrand der Sonnenscheibe verschwunden sein. Danach wird sich voraussichtlich bei leicht zurückgehenden Grenzfrequenzen ruhiges Funkwetter durchsetzen.


Ende des DL-RS Nr. 2/91 vom 18.01.1991

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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