DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 38/77 VOM 21.10.1977


BENSHEIM

Der Co-Pilot der nach Somalia entführten und inzwischen befreiten Lufthansa-Maschine war Jürgen Vietor, DJ6FP. Er ist Mitglied des DARC und gehört dem Ortsverband Bergstraße, F02, an.

Der 1. Vorsitzende des DARC, Philipp Lessig, DK3LP, beglückwünschte ihn in einem besonderen Schreiben für sein besonnenes Verhalten sowie zu der erfolgreichen Befreiung.


BAUNATAL

An diesem Wochenende findet in Baunatal die Herbstversammlung des Amateurrats statt. Auf der umfangreichen Tagesordnung stehen u. a. folgende, Punkte: Beratung und Beschlußfassung über den Haushaltsvoranschlag für das Geschäftsjahr 1977/78, Bericht über den Stand der Vorbereitungen für die Installation und Inbetriebnahme der neuen QSL-Anlage, Beratung und Beschlußfassung über die Geänderte Geschäftsordnung und Wahlordnung sowie die Neufassung der Beitragsordnung, Berichte über den Stand der Vorbereitungen für die WARC 79.

Die Redaktion des Deutschland-Rundspruches wird versuchen, die Mitglieder über die wichtigen Ergebnisse der Herbstversammlung des Amateurrats in den nächste Rundspruchsendungen zu informieren.


TRIER

Der Jugend- und SWL-Referent des DARC, Wolfgang Dietrich, DJ8TW, teilt mit, daß schon eine Vielzahl von Bestellungen für den Ausstellungs-Set abgewickelt worden sind. Er weist aber darauf hin, daß nur solche Bestellungen bearbeitet werden können, die einen OV-Stempel tragen und denen ein Adreßaufkleber sowie DM 2,– in Briefmarken beigefügt sind. Andere Bestellungen können nicht ausgeführt werden.

Bitte – richten Sie Bestellungen nicht an die Geschäftsstelle des Clubs, sondern direkt an das Jugend- und SWL-Referat.


BONN

Am 13.10. traf sich im Rahmen der WARC-Vorbereitungen im Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen in Bonn der Arbeitskreis 9 unter Vorsitz von Ministerialdirigent Venhaus. Ministerialdirigent Venhaus wird voraussichtlich die bundesdeutsche Delegation bei der WARC 79 leiten. Der Arbeitskreis 9 befaßt sich mit den Leitlinien für die WARC 79. Seine Aufgabe ist die Überarbeitung allgemeingültiger Richtlinien für die Zuweisung von Frequenzen, wie sie im Entwurf bereits in der CEPT-Empfehlung T/R 24 der Arbeitsgruppe T/GT 3 – Radiocommunication – von 1974 enthalten sind. Zu diesen Formulierungen trugen die Vertreter der einzelnen Funkdienste aus ihrer Sicht im BPM eine Reihe von Korrekturen vor.

Der Amateurfunkdienst war in diesem Arbeitskreis durch den 1. Vorsitzenden des DARC, Philipp Lessig DK3LP, und den Referenten für Funkverwaltungsfragen Alfred Müller, DL1FL vertreten. Ihr Anliegen war es, die Einstufung des Amateurfunkdienstes in der Präferenzliste der Zuweisungsliste zu verbessern. Nach der ursprünglich vom BPM vorgelegten deutschen Fassung hätte der Amateurfunk mit der Stufe der „Privaten Einsätze“ rangiert. Nach Anträgen mit dem Hinweis auf die Definitionsaufgaben des Amateurfunkdienstes in der VO Funk Artikel 1 Nr. 78 wurde seine Aufgabenstellung jedoch trotz verschiedener Einsprüche als „Technisch-experimentelle Einsätze“ erfaßt, wobei er in eine Stufe mit „volks- und betriebswirtschaftlichen, sowie wissenschaftlichen Einsätzen“ steht. Vorrangig darüber werden natürlich die Aufgaben der inneren und äußeren Sicherheit des Staates bewertet und ebenfalls der Bedarf der öffentlichen Fernmeldenetze und der Netze der Massenmedien, sowie die Gewährleistung der öffentlichen Versorgung und des Verkehrs.

Die Ergebnisse dieser Arbeitskreis-Besprechung, wie auch der im FTZ, wird die Deutsche Fernmeldeverwaltung im Dezember auf der nächsten Tagung der CEPT-Untergruppe R21 in die Debatte einbringen.

Vom DARC wurde die Anwesenheit im BPM weiter dazu benutzt, mit Herrn Haufe, dem Sachbearbeiter für Amateurfunkfragen, kleinere schwebende Probleme durchzusprechen.


BONN

Seit dem 03.08. wird in der Kabinettsetage des Bundeskanzleramtes in Bonn eine Ausstellung repräsentativer QSL-Karten und Amateurfunkdiplome gezeigt. Die rund 200 Karten und 20 Diplome wurden unter der Regie von Erich Pochner, DL9YQ, OVV des VFDB Bonn, zusammengestellt und zieren auf über 40 verglasten Tafeln die Wände vor dem Kabinettssaal der Bundesregierung. Die Ausstellung verkürzt prominenten Besuchern des Bundeskanzleramtes Wartezeiten vor Besprechungsterminen und hat dem Vernehmen nach auch das Interesse und die Anerkennung des Bundeskanzlers gefunden.

Am 14.10. hatten der 1. Vorsitzende des DARC, Philipp Lessig, DK3LP, und der Funkverwaltungsreferent Alfred Müller, DL1FL, Gelegenheit, vom Leiter der Pressestelle des Bundeskanzleramtes durch die Amateurfunkausstellung in der Kabinettsetage geführt zu werden, wobei sie sich von der hohen Aussagekraft dieser Ausstellung überzeugen konnten. Die Ausstellung war geplant bis Ende September, wurde jedoch wegen ihres Anklanges zunächst verlängert.

Durch diese Einladung in das Bundeskanzleramt – die trotz der bekannten Krisensituation aufrecht erhalten wurde – ergab sich die Gelegenheit, mit dem Leiter der Pressestelle ein intensiveres Gespräch zu führen und Zukunftsvorstellungen für die Entwicklung des weltweiten Amateurfunkdienstes darzustellen.

Es wurde vereinbart, die Clubzeitschrift cq-DL in die Pressemappe des Bundeskanzleramtes aufzunehmen und die Kontakte fortzusetzen.


HAMBURG

Die Wasser- und Schiffahrtsdirektion Nord in Hamburg hat von der Deutschen Bundespost eine auf die Monate Oktober und November 1977 befristete Genehmigung erhalten, Versuchssendungen mit dem Funkvermessungsverfahren SYLEDIS im 70-cm-Amateurband durchzuführen. Auf der Frequenz 432,0 ±1,3 MHz soll festgestellt werden, wie weit der Ortungsbetrieb mit phasenmodulierten 2,6 Millisekunden langen Impulsen verträglich mit dem Amateurfunkbetrieb sein kann. Hiermit werden u. a. die Eingangsfrequenzen sämtlicher 70-cm-Relaisfunkstellen wie auch von AMSAT-OSCAR 7 in Mode B abgedeckt.

Über diese Versuchssendungen haben wir bereits in den beiden vorhergehenden Rundspruchsendungen detaillierte Informationen gegeben.

Wie wir kurzfristig erfahren haben, beginnen diese Versuche jedoch erst am 24.10.; sie wurden also um eine Woche verschoben. An den bekannten Standorten wurden nach den vorliegenden Informationen keine Veränderungen vorgenommen.

Wie die Wasser- und Schiffahrtsdirektion Nord noch ergänzend mitgeteilt hat, soll der Versuchsbetrieb an den Wochenenden 29./30.10., sowie 12./13.11. durchgehend durchgeführt werden, um eine bessere Beobachtung seitens der Funkamateure zu ermöglichen.

Die Deutsche Bundespost wird die Auswirkungen der Versuche durch Einsätze des Funkkontrollmeßdienstes überprüfen. Parallel dazu hat das FTZ den DARC um zweckentsprechende Beteiligung gebeten. Das UKW-Referat des DARC fordert daher alle UKW-Funkamateure, die im weiteren Umkreis des Versuchsgebietes auf 70 cm. sowie über OSCAR 7 in Mode B QRV sind, im Interesse des Amateurfunkdienstes zu intensiven Beobachtungen auf. Je mehr wir zu einer aktiven und dokumentierbaren Mitarbeit bereit sind, um so eher dürften auch unsere Argumente Beachtung finden. Die Organisation dürfte im wesentlichen bei den UKW-Referaten der Distrikte Hamburg, Nordsee und Schleswig-Holstein liegen. Bundesweit sollen aber insbesondere die Benutzer von OSCAR 7 angesprochen werden. Über diese Versuchssendungen mit dem Funkvermessungsverfahren SYLEDIS wird auch ein Hinweis in der November-Ausgabe der cq-DL veröffentlicht werden.


Ende des Deutschland-RS 38/77 vom 21.10.1977

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1977 Rundspruch-Archiv