DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 42/76 VOM 12.12.1976


DARMSTADT

11-m-Funk darf nicht mit Amateurfunk verwechselt werden. Der Amateurfunkdienst unterliegt nach Artikel 1 der VO Funk einer Legal-Definition. Das schrieb das FTZ am 25.11. an ein Versandhaus und bat darum, bei einer Neuausgabe im Warenkatalog künftig den Begriff „privater Betrieb“ zu verwenden.

Die Frequenzen für den Privat-Funkbetrieb auf 11 m sind bekanntlich auch nicht dem Amateurfunkdienst zugewiesen. Während beim Privatfunk spezielle Anforderungen an das Gerät mit einer FTZ-Serienprüfnummer gestellt werden, so ist beim Amateurfunkdienst die Genehmigung nach einer besonderen Prüfung an die Person gebunden.

Auch im Ausland – besonders in den nordischen Staaten – wird der 11-m-Funk offiziell als „private radio“ bezeichnet, aber häufig als „pirate radio“ glossiert wegen des Übergewichts an nicht den Bestimmungen entsprechend betriebenen Anlagen.


MÜNCHEN

Das CRC – Communication Research Centre – der kanadischen Fernmeldeverwaltung benutzt mit Zustimmung der AMSAT den Amateurfunk-Satelliten OSCAR 6 zu Versuchen und Projektierungsarbeiten für ihr SARSAT-Programm zum raschen und genauen Auffinden von abgestürzten Flugzeugen mit Hilfe von Satelliten-Relais. In gebirgigem Gelände kann die Reichweite der obligatorischen automatischen Notsender „ELT“ (Emergency Locator Transmitter) auf 121,5 MHz gering sein, so daß die Unfallstelle erst nach einer Vermißtmeldung mit mehreren Suchflugzeugen aus bestenfalls 50 km Entfernung ermittelt werden kann. Wie die Versuche über OSCAR 6 zeigten, läßt sich mit ähnlichen Satelliten der Unfallort zentral bereits fünf Minuten nach Auffangen des ersten Signals auf 100 km, 20 Minuten danach auf gut 1 km genau bestimmen. Die Funkschau 25/1976 beschreibt diese Lebensrettungsversuche mit der experimentellen Hilfe eines Amateurfunksatelliten.

Im gleichen Heft werden auch die partnerschaftlichen Bemühungen des FTZ der Deutschen Bundespost bei der Entwicklung einstrahlungsfester Fernseh- und Rundfunkempfänger behandelt, deren Konzepte sich die Unterhaltungsindustrie zunehmend zunutze macht.

Desweiteren wird – wohl erstmalig – die Selbstanfertigung von Flüssigkeitskristallen für elektronisch gesteuerte Leuchtanzeigen beschrieben, die es dem Amateur erlaubt, ihre eigenen Zeichenarten und -folgen zu konzipieren.


ALBSTADT

Die Erst-Ausgabe der DL-YL-Informationen ist erschienen. Das Mitteilungsblatt der DL-(X)YLs wird von XYL Margot Schmidt, DJ3TG, und XYL Margot Semkat, DK5TT, redigiert.


BAUNATAL

Das Jahrbuch für den Funkamateur von Etienne Héritier, HB9DX, wird Anfang Januar 1977 an die Besteller ausgeliefert. Der Druck wird noch im Dezember 1976 fertiggestellt, jedoch wird sich der Versand schon deshalb verzögern, weil die Post durch die Weihnachtssendungen doch sehr beansprucht wird. Die Geschäftsstelle bittet die Besteller um etwas Geduld. Sobald das Jahrbuch vorliegt, wird mit dem Versand begonnen.


BAUNATAL

Die AMSAT-DL teilt mit, daß das OSCAR-Buch aus ihrem Bestand bereits restlos vergriffen ist. Bitte – bestellen Sie deshalb das OSCAR-Buch nur noch direkt bei der Geschäftsstelle des DARC, ...... Alle Bestellungen, die noch bis zum 13.12. bei der Geschäftsstelle eingehen, werden noch rechtzeitig vor den Festtagen zum Versand gebracht.


BAUNATAL

Täglich gehen bei der Geschäftsstelle eine große Anzahl Einzugsermächtigungen für den Mitgliedsbeitrag ein. Selbstverständlich wird die gewünschte DOK- oder DXCC-Länderliste sobald wie möglich zum Versand gebracht.


LA PAZ

Wie die RCB -Radio Club Boliviano- mitteilt, ist der Präsident von Bolivien, General Hugo Banzer, Funkamateur unter dem Rufzeichen CP1CL geworden. Der bolivianische Minister für Verkehr und Fernmeldewesen, Julio Trigo, führt das Rufzeichen CP1HF. QSL-Karten sollen in Bolivien künftig zum halben Satz der normalen Postgebühren befördert werden. Die IARU-Region 2 News vom November 1976 veröffentlicht einen Brief des stellvertretenden Staatssekretärs im bolivianischen Fernmeldeministerium an den Radio Club Boliviano mit der Zusicherung, daß dieser an der bolivianischen Delegation zur Welt-Funkverwaltungskonferenz Genf 1979 beteiligt wird.


HAMBURG

Der Vorwurf allgemein mangelnder Selektion gegen frequenzfremde Signale will die deutsche Empfängerindustrie im Fall der Behördensender für den „Europiep“ offensichtlich doch nicht auf sich sitzen lassen. Wie die Hör Zu Nr. 50/76 zu berichten weiß, werden bereits Antennenzuleitungsfilter angeboten, so z. B. von Grundig für 240-Ohm-Leitungen, sowie von Blaupunkt und Schaub-Lorenz für Koaxialleitungen. Blaupunkt und Telefunken sollen darüber hinaus an Lösungen für Kofferempfänger arbeiten. Und – oh Wunder – mit den Antennenzuleitungsfiltern soll nicht nur der Europiep eliminiert werden können, sondern auch Antenneneinstrahlungen von Amateursendern! Preisvorstellungen sollen unter DM 20,– liegen, bei offensichtlichen Gerätemängeln erwägen die Firmen Kulanzlieferung.


BAUNATAL

Der letzte Rundspruch in diesem Jahr wird am kommenden Sonntag, dem 19.12., über die Rundspruchstationen abgestrahlt. Sie hören dann den ersten Rundspruch im neuen Jahr am 09.01.


Ende des Deutschland-RS 42/76 vom 12.12.1976

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1976 Rundspruch-Archiv