DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 38/76 VOM 14.11.1976


ROM

Zeitweilige Lizenzen für Ausländer in Italien werden verordnungsgemäß nur für maximal drei Monate ausgegeben. Nachdem deutschen Funkamateuren eine Verlängerung ihrer Genehmigung verweigert wurde, hat sich auf unsere Bitte I4CMF, der Sachbearbeiter für reziproke Lizenzierung bei der ARI an das italienische PTT-Ministerium gewandt und erreicht, daß jetzt nach Ablauf der Genehmigung ein neuer Antrag gestellt werden kann. Solche Genehmigungen werden maximal ein Jahr lang erteilt. Für Aufenthalte über ein Jahr hinaus kann der Antragsteller eine Umwandlung seiner deutschen Lizenz in eine italienische Beantragen, die ihm zu gleichen Bedingungen wie für Italiener gewährt wird. (Soweit bekannt ist, gilt diese Regelung bisher nur für Staatsbürger aus Ländern der Europäischen Gemeinschaft.) Für die Antragstellung ist folgendes zu beachten:

  1. Antragsformulare mit allen erforderlichen Angaben sind bei der Abteilung International Affairs des DARC in Baunatal erhältlich. Sie werden bei der Einreichung im Ausland akzeptiert. Für eine Antragstellung aus Italien ist dort für den Behördenverkehr das vorgeschriebene Stempelpapier zu benutzen, auf welches die Angaben zu übertragen sind.
  2. Dem Antrag ist eine Fotokopie der deutschen Genehmigungsurkunde beizufügen.
  3. Die deutsche Genehmigung muß für den gesamten Zeitraum gültig sein, für den die Lizenz in Italien beantragt wird.
  4. Jedem Viertel-Jahresbeitrag sind italienische Stempelmarken für die Gebühr in Höhe von 700 Lire und zusätzlich 600 Lire für einen Einschreibebrief beizufügen. Ersatzweise können auch IRCs verwendet werden, die z. Z. einen Verrechnungswert von je 200 Lire haben, demnach also sieben Stück.

ATLANTIC CITY

Am 21.10., 14:15 UT, wurde im UNO-Gebäude die Station K2UN (wie United Nations) in Anwesenheit von UN-Sekretär Kurt Waldheim feierlich in Betrieb genommen. Partner in dieser Einweihungsrunde waren die ARRL-Headquartes-Station W1AN in Newington und die IARC-Headquarters-Station 4U1ITU in Genf. Operator bei K2UN war Max de Hensler, HB9RS, und mit von der Partie waren weiter IARU-Präsident Noel Eaton, VE3CJ, und ARRL-Präsident Harry Dannals, W2HD.


WASHINGTON

Mit Wirkung vom 28.11. hat die FCC verfügt, daß Mobil- und Portable-Kennzeichnungen im Amateurfunkbetrieb entfallen, aber beliebig angewendet werden können. Lediglich bei Auslands-Lizenzen in den USA müssen diese Änderungen des Lizenzstandortes weiter kenntlich gemacht werden; für alle anderen Lizenzinhaber sieht die FCC keinen Nutzen darin. Die ARRL wird daraufhin die Richtlinien einiger ihrer Conteste überholen müssen, in denen Portable- oder Mobilbetrieb die Grundlage anderer Bewertungen liefert (z. B. beim Fieldday). Die vorher staatlich vorgeschriebene Kennzeichnung muß nunmehr zur sicheren Unterscheidung in die Wettbewerbsbedingungen eingearbeitet werden.


BOULDER/Colorado

Das „Institut für Fernmeldewissenschaften“ macht sich seine Entscheidung über die Fortführung der WWV-Ausbreitungsvorhersagen nicht leicht. Jetzt sammelt sie telefonisch kurze Kommentare zu diesem Thema. Die Sprechzeit der automatischen Anrufbeantworter ist auf eine Minute begrenzt. Wer zu diesem Thema einen knappen kompetenten Kommentar abzugeben hat, möge also das „ITS“ in Boulder unter der Anschlußnummer ..... anrufen.


GENF

Im Leitartikel des Telecommunication Journal September gibt ITU-Generalsekretär Mohamed Milli einen Überblick und Ausblick auf die Weltfernmeldeausstellungen TELECOM ’71, ’75 und ’79 in Genf. Das wachsende Darstellungs- und Informationsbedürfnis wird durch die Zunahme der Ausstellung 1975 gegenüber 1971 gekennzeichnet: 160 % mehr teilnehmende Länder (Zahl 37), 44 % mehr Aussteller (360), 54 % mehr Ausstellungsfläche (37.000 m²) und über 45 % mehr Besucher (über 100.000).

TELECOM ’79, die mit der WARC zusammenfällt, soll unter dem Leitmotiv stehen: „Regierungen, Industrie, Forschung: Partner des Fortschritts“. Ein besonderes Ziel dieser Ausstellung soll die Darstellung der praktischen Überleitung technischen und technologischen Wissens an die Bevölkerung der Entwicklungsländer sein.

Um den Amateurfunkdienst hier themengerecht mitwirken zu lassen, müßten die Amateurfunkverbände gezielte Kontakte mit den Entwicklungshilfe-Organisationen ihrer Länder aufnehmen.

Wo sind in den DARC-Distrikten ehemalige Entwicklungshelfer und Auslandslehrer, deren Erfahrungen man verwerten könnte?


GENF

Das Telecommunication-Journal der ITU vom September 1976 berichtet auf der Seite für den Amateurfunkdienst über die IARU-Regional-Konferenz in Botswana (siehe auch cq-DL September 1976, Seite 338). Weiter zeigt ein Bild den Direktor der Auslandsabteilung des venezolelanischen Fernmeldeministeriums bei der Übergabe eines Wimpels an den Vorsitzenden des IARC, Ted Robinson, F8RU, Ende Juni 1976.


BERLIN

Die ESA – European Space Agency – hat der AMSAT-DL für das „Phase-III-Projekt“ (das bisher verfrüht als „OSCAR 8“ bezeichnet wurde) einen Start mit der Flugnummer L02 des ARIANE-Programms im Dezember 1979 von Französisch-Guayana aus angeboten. Wie verlautet, war man bei der ESA sehr beeindruckt von der Perfektion der technischen Durcharbeit des Phase-III-Satelliten, der mittels eines Zusatz-Triebwerkes auf eine stark elliptische 12-Stunden-Umlaufbahn gebracht werden soll. Der Satellit soll je einen Umsetzer 2 m/70 cm und 70 cm/2 m von etwa 50 W PEP bei 150 kHz Bandbreite tragen. Die gesamte technische Entwicklung liegt bei der AMSAT-DL.

Zwischenzeitlich soll ein „AMSAT-OSCAR-D“ im Juni 1977 mit ITOS-H von Kalifornien aus gestartet werden. Er soll einen amerikanischen Umsetzer von 145,850–145,950 MHz nach 29,400–29,500 MHz erhalten, sowie einen japanischen von 145,900–145,950 MHz nach 435,150–435,100 MHz (also seitenverkehrt) mit 4 W PEP.


PARIS

Außer staatlichen Zuschüssen für das Ausbildungsprogramm des REF erhielt dieser 1976 vom französischen Jugendministerium 6500 FFr für Zwecke der Förderung von Sport und Freizeitbeschäftigung.


Ende des Deutschland-RS 38/76 vom 14.11.1976

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1976 Rundspruch-Archiv