DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 7/76 VOM 22.02.1976


FRIEDRICHSHAFEN

Das Technische Referat des DARC wird auf der HAM RADIO ’76 – Internationale Amateurfunkausstellung und Bodenseetreffen des DARC – einen Meßplatz aufbauen. Mit einem Spektrumanalyser könne Sender auf Nebenwellen, Trägerunterdrückung usw. geprüft werden. Entsprechende Demonstrationen werden an einem vorhandenen Sender den interessierten Besuchern auf der HAM RADIO ’76 vorgeführt werden.


BAUNATAL

Das Rufzeichen DL7OK, QTH Oberhausen, wird im Raum Berlin von einem Schwarzsender mißbraucht. Der Pirat arbeitet auf 2 m und gibt als DOK D06 an.


DARMSTADT

Rund 25.500 Amateurfunkstellen waren zu Beginn des Jahres 1976 in der Bundesrepublik Deutschland beim FTZ registriert. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrug 2200, fast 10 %. Nach Abzug von 514 Lizenzen der Stationierungsstreitkräfte verbleiben rund 25.000, davon 17.020 der Klassen A und B (68 %) und 7970 der Klasse C (32 %). Der Zuwachs in den Klassen A und B betrug 4,5 %, in der Klasse C 23 %. Um 24 % stieg die Zahl der an YLs und XYLs ausgegebenen Genehmigungen auf 836, womit sie 5 % von der Gesamtzahl ausmachen. Weiter sind in der Gesamtzahl enthaltenen 635 Clubstationen der Klasse B (2,5 %) und 102 der Klasse C (0,4 %, größtenteils Relaisfunkstellen), sowie 353 (= 1,4 %) zivile Ausländer.


GUATEMALA

Als am 04.02. kurz vor der Morgendämmerung 7 Sekunden anhaltende Erdstöße in Stärke 7,8 der „Richter-Skala“ in weiten Teilen der Stadt Guatemala und ihrer Umgebung verheerende Vernichtungen anrichteten, lieferten Funkamateure die ersten zusammenhängenden Berichte. Stromversorgung und Telefonverbindungen waren weitgehend ausgefallen oder funktionierten nur sporadisch. Als nach Anbruch der Morgendämmerung die ersten Eindrücke vom Ausmaß der Zerstörung zu gewinnen waren, nahmen TG9LW und TG9GF auf 14.325 kHz Verbindung auf mit KZ5ZK in der Kanalzone sowie mit W4AT/TI2 in Costarica und einer Reihe von US-amerikanischen Amateurstationen. Während der Nacht wurde auf 40 m und 80 m umgeschaltet. Wegen des Fehlens offizieller Verbindungen genehmigte die FCC die direkte Übertragung von Amateurberichten aus dem Katastrophengebiet im Rundfunk und Fernsehen.

In der Erwartung der Notwendigkeit länger anhaltenden Amateur-Notverkehrs wurden alle Funkamateure ermahnt, Frequenzen der „Relief-Nets“ freizuhalten. – Dies entstammt einem Bericht über die ersten zwei Tage nach dem Beginn der Erdbebenkatastrophe in Guatemala.


WASHINGTON

Die FCC hat erstmalig den Betrieb von Umsetzern im 10-m-Amateurband genehmigt. Bei In-Band-Betrieb sollen Eingabe und Ausgabefrequenz zwischen 29,5 und 29,7 MHz liegen, was offensichtlich teilweise mit dem OSCAR-Betriebsband kollidiert. Cross-Band-Repeaterbetrieb, der in den USA prinzipiell auch gestattet ist, wird durch die Verfügung blockiert, daß – anders als beim Amateur-Satellitenfunk – nur Sendungen von Stationen übertragen werden dürfen, die Betriebsgenehmigungen für das 10-m-Amateurband besitzen.


WASHINGTON

Im Monat Dezember 1975 gingen bei der FCC 440.000 Citizen-Band-Lizenzanträge ein, von denen 24.000 wegen fehlerhafter Eintragungen zurückgeschickt wurden. Die Erwartungen für Anträge im Monat Januar 1976 überschreiten die ½-Millionen-Grenze.


WASHINGTON

Die AMSAT-Vorstandssitzung am 01.02.1976 beschloß, das OSCAR-Fernsteuer-Programm fortzusetzen und den Besuch von G3YJO, dem OSCAR-Fernsteuer-Operator, an der Universität Surrey mitzufinanzieren.

Für eine vorverlegte Inbetriebnahme des Amateurfunksatelliten OSCAR 8 soll bei der NASA ein Starttermin beantragt werden.

Zusätzlich zum Diplom OSCAR mit Satellitenfunk-Bestätigungen aus 20 Ländern soll ein „OSCAR-Sexidecimal“ für Verkehr mit 60 Ländern herausgegeben werden.


PEKING

Fernost-Besucher berichten derzeit, daß BY1PK als Clubstation lizenziert, aber nur gelegentlich auf 7 MHz in Betrieb ist, und wenn, dann nur mit Ostblock-Stationen. Eine geringe Zahl von QSL-Karten soll versandt worden sein.


NEWINGTON

Als Leitsatz des Monats stellt die QST Februar 1976 folgende Forderung von WB6KAP heraus:

Das Ziel jeder DXpedition sollte es sein, einheimische Interessenten für den Amateurfunk zu gewinnen und in jedem besuchten Land eine betriebsbereite Amateurstation zu hinterlassen, anstatt 7000 Stationen aus einem Hotelzimmer heraus zu arbeiten und für die nächsten 10 Jahre die Einheimischen in Bitterkeit und Neid zurückzulassen. Besonders in den nächsten drei Jahren (vor der WARC) sollten internationale Freundschaften auf solche Weise geschaffen und so ein günstiger Eindruck auf die Fernmeldeverwaltungen in jedem Land bewirkt werden.


OBERKIRCH

Die Funkamateure der FFA, der französischen Streitkräfte in der Bundesrepublik, die seit langem um ein freundschaftliches Verhältnis zum DARC bemüht sind, laden die deutschen Funkamateure zu einem geselligen Wochenende am 13./14.03. in ihre „betriebseigene“ Hütte in Schönwald ein. Anfragen und Anmeldungen werden erbeten an den Präsidenten der Sektion REF/FFA, OM Gérard Lotigie, DA1UX, ......


Ende des Deutschland-RS 7/76 vom 22.02.1976

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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