Kiel, den 24.9.1962

Ortsverbands-Rundschreiben

Nr. 8/62


ÜBERSICHT:


1) Beschwerden gegen 40-m-Eindringlinge

Bei der vom Referat für Amateurfunkbeobachtungen im ersten Halbjahr 1962 durchgeführten Aktion zur Feststellung von Fremdsendern auf den exklusiven Amateurbändern sind insgesamt 58 Stationen (18 auf 40 m, 27 auf 20 m, 10 auf 15 m, 3 auf 10 m) beobachtet worden, die nichts mit Amateurfunk zu tun haben. Identifiziert werden konnten allerdings nur folgende Rundfunksender im 40-m-Band: Pakistan (7.008), Teheran (7.024 und 7.096,5), Peking (7.035, 7.060 und 7.080), Kairo (7.050 mit Harmonischer auf 28.200), Urumchi (7.055), Tirana (7.088) und TWR Monte Carlo (7.098).

Nach der Vollzugsordnung für den Funkdienst sind alle Störungen des Funkdienstes grundsätzlich bei der für den Gestörten zuständigen Fernmeldeverwaltung anzuzeigen, die dann das weitere veranlaßt. Der DARC hat daher die eben erwähnten Rundfunksender dem Bundespostministerium gemeldet und dazu mit Schreiben vom 29.08.1962 erklärt:

"Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit Inkrafttreten der Vollzugsordnung für den Funkdienst, Genf 1959, am 01.05.1961 hat der Amateurfunkdienst in der Region 1 den Frequenzbereich 7.100 bis 7.150 kHz verloren. Diese Beschränkung war in Genf mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf beschlossen worden, daß dann der verbleibende Frequenzbereich 7.000 bis 7.100 kHz ausschließlich dem Amateurfunkdienst reserviert würde, und daß für eine Verlegung der in diesem Bereich noch tätigen anderen Funkdienste gesorgt werden sollte.

Leider ist diese Zusage nicht eingehalten worden; die Zahl der auf Frequenzen zwischen 7.000 und 7.100 kHz arbeitenden Rundfunksender hat im Gegenteil noch zugenommen. Der Amateurfunkverkehr in diesem Bereich wird dadurch erheblich beeinträchtigt; bei entsprechenden Ausbreitungsbedingungen bringen die Fremdsender ihn auf vielen Frequenzen sogar völlig zum Erliegen. Die berechtigte Empörung über diese Situation und die Sorge über die weitere Entwicklung kommen in zahlreichen Schreiben zum Ausdruck, die wir inzwischen von deutschen Funkamateuren erhielten.

Die daraufhin von uns seit Anfang dieses Jahres angestellten Beobachtungen haben ergeben, daß im Bundesgebiet der Amateurfunkverkehr im Frequenzbereich 7.000 bis 7.100 kHz zur Zeit durch 18 verschiedene, zum Teil allerdings nicht identifizierbare ausländische Sender gestört wird, die dort regelmäßig, aber nicht im Rahmen des Amateurfunks arbeiten. Die identifizierten Rundfunksender haben wir mit näheren Angaben in der beigefügten Liste zusammengestellt.

Wir richten nun hiermit die dringende Bitte an Sie, bei den für die genannten Sender zuständigen Verwaltungen wegen der unrechtmäßigen Benutzung der Frequenzen sowie der dadurch verursachten laufenden Störungen des Amateurfunkverkehrs vorstellig zu werden, und die Verwaltungen zu veranlassen, den betreffenden Stationen Frequenzen außerhalb der Amateurfunk-Frequenzbereiche zuzuteilen.

In der Hoffnung, Ihre Unterstützung in dieser für den Amateurfunk unerfreulichen Lage zu finden, begrüßen wir Sie mit vorzüglicher Hochachtung

Deutscher Amateur-Radio-Club e.V.
i. A. gez. Hansen


2) Clubmeisterschaft

Über die 1. Runde ist inzwischen im DL-QTC Nr. 9/62 auf Seite 413 berichtet worden. Dabei wurde allerdings nicht erwähnt, daß die Ortsverbände Reinickendorf (D04) und St. Ingbert (Q02) schon Distriktsmeister sind, da sie die einzigen Teilnehmer in ihren Distrikten waren. Diese beiden Ortsverbände werden erst wieder im Halbfinale mitmachen.

In der vergangenen Woche hat nun die 2. Runde stattgefunden, für die sich 64 Ortsverbände qualifiziert hatten. Vordrucke für die Meldung der Ergebnisse in dieser Runde sind den betreffenden Ortsverbänden Ende August von der Geschäftsstelle zugesandt worden. Wer sie nicht bekommen hat, fordere bitte ein weiteres Formular hier an. Die Ergebnislisten der 2. Runde sind bis spätestens 06.10.1962 (Poststempel) an die EMC (3441 Mönchhof über Eschwege) einzusenden.


3) Sitzung der Clubversammlung

Die diesjährige Herbstsitzung der Clubversammlung soll am 24./25.11. in Bargteheide bei Hamburg, in der dortigen Lehrstätte der Oberpostdirektion stattfinden. Der ursprünglich vorgesehene Termin (03./04.11.) konnte nicht eingehalten werden, weil die Lehrstätte bis zum 17.11. besetzt ist, aber nicht auf die günstigen Möglichkeiten verzichtet werden sollte, die sich dort für die Durchführung der Sitzung und die Unterbringung der Teilnehmer bieten. Die offiziellen Einladungen zu dieser Sitzung werden Anfang Oktober ergehen.

Auf der Tagesordnung stehen zunächst die turnusmäßig zu erledigenden Punkte

  1. Ergebnisse der Hauptversammlung
  2. Zwischenberichte des Clubvorstands
  3. Berichte der Ausschüsse
  4. Nachtragshaushalt für 1962
  5. Bestellung der Rechnungsprüfer für das Geschäftsjahr 1962
  6. Anträge und Verschiedenes

Anträge, die bei dieser Gelegenheit behandelt werden sollen, können gemäß § 13 der Satzung von allen Organen des Clubs gestellt werden; sie müssen bis zum 24.10.1962 beim Geschäftsführer eingegangen sein. Die endgültige Tagesordnung wird den Ortsverbänden im nächsten Rundschreiben Ende Oktober bekanntgegeben werden.


4) Artikel für Das DL-QTC

Während der allgemeinen Urlaubszeit tritt das Clubleben erfahrungsgemäß immer etwas in den Hintergrund, und auch die Mitarbeit läßt merklich nach. Die Redaktion unseres DL-QTC spürt das momentan ganz besonders. Dort herrscht zur Zeit ein akuter Mangel an guten technischen Beiträgen für die Zeitschrift.

An alle OV-Vorsitzenden ergeht daher hiermit die ebenso herzliche wie dringende Bitte, die technisch versierten Mitglieder ihres Ortsverbandes als Autoren für das DL-QTC zu gewinnen. Es gibt so viele unter uns, die durchaus in der Lage wären, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, indem sie mal einen Aufsatz für das DL-QTC schreiben. Oft fehlt nur der letzte Anstoß dazu. Sie als OVV sollten ihn geben! Man hört auch so oft von Geräten, die in den Ortsverbänden gemeinsam entwickelt und gebaut worden sind. Es würde sich lohnen, auch darüber mal im DL-QTC zu berichten, um die dabei gemachten Erfahrungen einem größeren Kreis zu vermitteln.

Manchmal ist es nur die Sorge, sich schriftlich nicht richtig ausdrücken zu können, die die OM vom Schreiben abhält. Daran braucht aber ein Aufsatz nicht zu scheitern. Wenn die technische Konzeption vorhanden ist, und die Beschreibung im Entwurf gemacht wird, genügt das meistens schon. Die Schriftleitung wird dann schon die passende Form dafür finden. Auch die Zeichnungen brauchen durchaus nicht vollendet zu sein; es genügen Skizzen, nach denen der Zeichner des DL-QTC dann die klischierfähige Vorlagen machen kann. Gute Fotos der beschriebenen Geräte sollten allerdings möglichst mitgeliefert werden.

Es müssen auch nicht unbedingt Gerätebeschreibungen sein; technische Hinweise allgemeiner Art, "Kniffe" usw. sind ebenso willkommen.

Bitte helfen Sie mit, unser DL-QTC auch weiterhin vielseitig und interessant zu gestalten. Unterstützen Sie die Schriftleitung bei der Beschaffung technischer Aufsätze. Sie leisten damit dem Club in seiner Gesamtheit einen Dienst. Manuskripte und Entwürfe für technische Artikel lassen Sie bitte an OM Richard Auerbach, DL1FK, ....., richten.


5) DLØAR

ist das Rufzeichen eines neuen DARC-Bakensenders, der seit dem 06.09.1962 im Dauerbetrieb auf 28.999,3 kHz vom Bielstein im Teutoburger Wals aus in A1 strahlt. Die Anlage wurde von OM Lothar Stark, DL6TC, mit Unterstützung des Westdeutschen Rundfunks errichtet; DL6TC ist auch für ihren Betrieb verantwortlich. Für seine Mitarbeit sei ihm an dieser Stelle nochmals aufrichtig gedankt.

Der Bakensender soll in erster Linie dem Aufspüren von Aurora-Reflexionen im 10-m-Band dienen (Kennzeichen: die Signale werden mit rauhem oder brummenden Ton hörbar). Außerdem kann er aber auch als Indikator für Reflexionen an der Es-Schicht (short-skip) und zur Frequenzkontrolle herangezogen werden.

Beobachtungshinweise werden laufend in den AFB-Rundsprüchen verbreitet. Empfangsberichte über DLØAR erbittet das Referat für Amateurfunkbeobachtungen, 62 Wiesbaden-Dotzheim, Hasenspitz 56.


6) Aus der IARU

a) Mit Aufnahme der libanesischen Amateurfunkvereinigung "Association Radio-Amateurs Libanis (RAL)" hat sich die Zahl der der International Amateur Radio Union angeschlossenen Verbände auf 58 mit insgesamt 210.000, davon 140.000 lizenzierten Mitgliedern erhöht.

Ihre Aufnahme beantragt hat jetzt auch die "Radio Sport Federation of the USSR", der unter dem Vorsitz von RAEM zur Zeit 71.000 Mitglieder, davon 10.500 mit Einzellizenz angehören. In Rußland sind für den Amateurfunk folgende Frequenzen zugelassen: 3,5-3,65, 7,0-7,1, 14,0-14,35, 21,0-21,45, 28,0-29,7, 144-146 und 420 MHz. Es gibt drei Lizenzklassen: 1. Alle Bänder mit max. 200 W Input; 2. Alle Bänder mit Ausnahme von 21 MHz, max. 40 W; 3. 3,5, 7, 28, 144 und 420 MHz, max. 10 W.

b) Die Zentrale der IARU hat jetzt erstmals eine vollständige Übersicht über die ihr angeschlossenen Verbände herausgebracht. Danach ist der DARC zur Zeit mit ca. 13.000 Mitgliedern der drittgrößte Verband nach der ARRL (USA) mit 101.000 und der SRJ (Jugoslawien) mit 22.000 Mitgliedern; es folgen LABRE (Brasilien) mit ca. 12.000, RSGB (Großbritannien) mit 11.000 und JARL (Japan) mit 8.500 Mitgliedern. Nach der Zahl der lizenzierten Mitglieder stand der DARC am 01.01.1962 mit 6.686 an vierter Stelle hinter der ARRL (USA) mit 82.000, der JARL (Japan) mit 7.600 und der RSGB (Großbritannien) mit 7.000; es folgen LABRE (Brasilien) mit 4.000 und ARRL/Canadian Section (Kanada) mit 2.700. Bei der Gesamtzahl der Lizenzen (einschl. Nichtorganisierte) führen ebenfalls die USA mit 245.000 vor Japan mit 22.000, UdSSR 10.500, Großbritannien 10.300, Brasilien 9.000, Kanada 9.000, Deutschland (einschl. DM) 8.800, Argentinien 7.000, Australien 4.200.

Die Gesamtzahl der Lizenzen in der ganzen Welt wird auf rund 370.000 geschätzt.

c) Der nächste Kongreß der IARU-Region 1 wird voraussichtlich vom 10.-15.06.1963 durch den schwedischen Verband SSA in Malmö veranstaltet werden.


7) Sprechfunkanlagen kleiner Leistung im Frequenzbereich 26.960-27.280 kHz

Das Bundespostministerium hat am 11.09.1962 "Vorläufige Bestimmungen über das Errichten und Betreiben von Sprechfunkanlagen kleiner Leistung im Frequenzbereich 26.960-27.280 kHz" erlassen. Danach können künftig Organe mit Sicherungsaufgaben, Behörden und Verbände, die Aufgaben im öffentlichen Interesse zu erfüllen haben, Industrieunternehmen für den inneren Betrieb, Hoch- und Tiefbauunternehmen für die Verständigung an Baustellen, der Förderung des Sports dienende sportliche Vereinigungen, sowie Handel und Gewerbe für wirtschaftliche Zwecke, von den zuständigen Oberpostdirektionen Genehmigungen für solche Anlagen erhalten, "wenn der beantragte Verwendungszweck die Benutzung eines Drahtweges ausschließt und der Antragsteller ein Bedürfnis für den Betrieb der Funkanlagen nachweist."

Der Frequenzbereich ist in vier Gruppen mit insgesamt 26 Kanälen (10 kHz Abstand) aufgeteilt. Mit der Genehmigung wird eine Frequenzgruppe zugeteilt. Verwendet werden dürfen nur Sprechfunkanlagen, die für die zugeteilte Frequenzgruppe ausgelegt und vom FTZ einzel- oder seriengeprüft sind. Die Lizenzgebühr beträgt monatlich DM 5,-.


8) Telefonnummern der OVV

Viele Ortsverbände haben angeregt, in den nächsten Organisationsplan auch die Telefonnummern aufzunehmen. Um diesen Vorschlag verwirklichen zu können, werden alle OV-Vorsitzenden mit Telefonanschluß gebeten, Amt und Nummer in ihrem nächsten Schreiben an die Geschäftsstelle ausdrücklich zu vermerken. Benötigt werden diese Angaben hier bis zum 30.11.1962.


9) OV-Anteile für das 2. Quartal 1962

...


10) Berichtigungen und Ergänzungen zum Organisationsplan vom 15.12.1961

Clubvorstand 2. Vorsitzender: H. G.. Fessel, DJ3KF

DOK:

Ortsverband:

A DX-Referent: Th. Flick, DL1BO
A27 Pfinzgau A. Nagel, DJ2IB
C Vbdg. OPD München: F. Hahn, DL9EW
C27 Freilassing U. Rapold, DL9PT
G16 Jülich W. Haas, DJ5KQ
G12 Porz H. Sturm, DJ4UK
H25 Duderstadt F. Gödecke, DJ2LB
R03 Heiligenhaus H. Alsleben, DJ7DX
L01 Meiderich G. Zytkowiak, DJ5GZ
M14 Bad Segeberg E. Dose
T03 Kaufbeuren G. Krause, DJ5DP
N25 Neubeckum H. Recker, DJ8EJ
O01 Altena W. Gottwald
O11 Iserlohn W. K. Lahme, DL1JS
VFDB Geschäftsführer: H. Müller, DL9YS


Mit VY 73, gez. Hansen, DL1JB


Reprint: DC7XJ


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