Bericht über die Entwicklung des DARC im Geschäftsjahr 1958
(01.04.–31.12.1958)


ÜBERSICHT:

Anlage 1: Einzelberichte der Sachbearbeiter für das Geschäftsjahr 1958

Anlage 2: Einnahmen und Ausgaben für das Geschäftsjahr 1958


Vorwort des Vizepräsidenten

Die Arbeit eines Vizepräsidenten kann nicht scharf umrissen werden. Er muß dort anfassen, wo es notwendig erscheint. Die meiste Arbeit wurde deshalb dem dringendsten Problem, dem Amateur von morgen gewidmet. Künstliche Störversuche von politischer Seite waren und sind noch abzufangen, denn die Jugend bemerkt häufig nicht, daß man sie mit schönen Worten einfangen will. Splitterverbände, die teils von Nörglern, teils von Menschen mit krankhaften Ehrgeiz gegründet wurden, machten langwierige Verhandlungen und Überlegungen notwendig. Die Gründer dieser Verbände und ihre Mitglieder müssen davon überzeugt werden, daß sie sich selbst und dem ganzen Amateurgedanken durch ihre Handlungsweise Schaden zufügen. Dieses Problem kann wiederum nur über die Jugend gelöst werden, wozu die verschiedenen Leitartikel im DL-QTC beitragen sollten. Als Endziel dieser Arbeit steht dann die Anerkennung des DARC als jugendfördernder Verband. Besprechungen mit Amateuren in Österreich, in der Schweiz und auch in England führten bereits zu Teilerfolgen (SOS-Kinderdorf-Aktion) und gaben den SWLs und DEs die Gewißheit, daß sie im DARC gerne gesehen sind und ihre Tätigkeit volle Anerkennung findet.

DL3JE


Allgemeines

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr stehen zwei Ereignisse deutlich im Vordergrund: das Internationale Geophysikalische Jahr (IGY) und der IARU-Kongreß.

Im IGY konnte der Amateurfunk zeigen, welchen Beitrag zur wissenschaftlichen Arbeit er auch heute noch zu leisten vermag. Daß diese Gelegenheit in Deutschland genutzt wurde, ist vor allem einigen wenigen Amateuren zu verdanken, die bereits Mitte 1957 den Rahmen für die IGY-Arbeit des DARC geschaffen hatten; genannt seien hier XYL Klein, DL6YL, OM Plage, DL1UM, und OM Brockmann, DJ1SB. Auf dieser Basis konnte im vergangenen Jahr weiter aufgebaut werden. Die von den verschiedenen Amateur-Arbeitsgruppen zusammengetragenen unzähligen Einzel-Beobachtungen und -Messungen erbrachten eine Fülle von Material, dessen Wert von den für das IGY maßgeblichen Gremien wiederholt und ausdrücklich anerkannt wurde.

Während sich die IGY-Arbeit über das ganze Jahr erstreckte, war der IARU-Kongreß ein kurzzeitiger, dafür aber um so intensiverer Höhepunkt im Leben des DARC. In Bad Godesberg konnte er Ende Juli 1958 Vertreter von 16 Amateurverbänden aus der Region 1 und Delegierte der beiden anderen Regionen begrüßen. Für die internationale Zusammenarbeit und im Hinblick auf die Funkverwaltungskonferenz 1959 war dieser Kongreß von besonderer Bedeutung.

Beide Ereignisse, das IGY und der IARU-Kongreß, steigerten auch merklich das Interesse der breiten Öffentlichkeit für den Amateurfunk. Ein weiterer beträchtlicher Mitgliederzuwachs war die Folge. Fast in allen Ortsverbänden mußte die Ausbildungsarbeit daher wesentlich intensiviert werden. Der Erfolg zeigte sich u. a. darin, daß in den neun Monaten des Berichtszeitraums mehr neue Lizenzen erteilt wurden, als in den zwölf Monaten des vorhergehenden Geschäftsjahres. Der Bedeutung entsprechend, die diese Nachwuchsförderung gewonnen hat, wurde Ende 1958 ein spezielles Referat für die Jugend- und DE-Betreuung gebildet.

Im Rahmen der laufend mit der Deutschen Bundespost geführten Besprechungen wurde von dieser die Absicht geäußert, bei der Einführung der schon seit langem geplanten neuen Bestimmungen über den Amateurfunk, das Amateurfunkgesetz aufzuheben und an seiner Stelle eine auf das Fernmeldeanlagengesetz bezogene Verordnung zu schaffen. Maßgebend für diese Überlegungen der Deutschen Bundespost ist die Tatsache, daß das Fernmeldeanlagengesetz mittlerweile wieder für den gesamten Funkdienst gültig ist, und daß daher ihre Ansicht ein besonderes Amateurfunkgesetz unnötig geworden ist. Die Verhandlungen über diese Frage sind noch nicht abgeschlossen. – Auf Betreiben des DARC erteilte die Deutsche Bundespost auch im vergangenen Jahr wieder eine ganze Reihe von Sondergenehmigungen für das 160-m- und 4-m-Band. Erstmalig wurden auch einige Fernschreibgenehmigungen erteilt.

Mit einer gewissen Sorge mußten im vergangenen Jahr wiederholte Versuche beobachtet werden, den Amateurfunk in die Auseinandersetzung über politische Fragen hineinzuziehen und auf diese Weise Unfrieden in seinen Reihen zu säen. Diese von außerhalb der Bundesrepublik veranlaßten und mit ziemlichem Aufwand betriebenen Aktionen haben jedoch ihr Ziel, den Amateurfunk für politische Zwecke zu mißbrauchen, nicht erreicht; sie fanden kein Echo.

Im Geschäftsjahr wurden zwei AR-Sitzungen durchgeführt: am 19./20.04.1958 in Heilbronn, und am 01./02.11.1958 in Diez an der Lahn. Ihre Ergebnisse sind in den bis zu den Ortsverbänden verteilten Protokollen niedergelegt.

Im September wurde der DARC als gemeinnütziger und förderungswürdiger Verband bestätigt.

Die DARC-Amateurfunk-Bücherei konnte durch ein Senderbaubuch erweitert werden.

25 um den deutschen Amateurfunk besonders verdiente Mitglieder erhielten die DARC-Ehrennadel.


Sachgebiete

Die Einzelberichte der Sachbearbeiter sind in der Anlage 1 zusammengestellt.


Organisatorische Entwicklung

(Beim Vergleich mit dem vorhergehenden Geschäftsjahr (01.04.57–31.03.58) ist zu berücksichtigen, daß das Geschäftsjahr 1958 wegen der Verlegung auf das Kalenderjahr nur neun Monate umfaßte.)

Der effektive Mitgliederzuwachs betrug 1008 = 12 % (im Vorjahr 20 %). Insgesamt wurden 1436 neue Mitglieder aufgenommen, 428 Mitglieder schieden aus. Einschließlich der Mitglieder des VFDB und des KWACS wurde damit erstmalig die 10.000-Grenze überschritten.

Die Zahl der lizenzierten Mitglieder erhöhte sich um 442 = 11 % (im Vorjahr 10 %).

339 neue DE-Nummern wurden erteilt (im Vorjahr 411).

Die Zahl der Ortsverbände erhöhte sich um neun, und zwar wurden zehn neue OVe gegründet und einer aufgelöst.

Die distriktsweise Aufschlüsselung zeigte im einzelnen am 31.12.1958 folgendes Bild (in Klammern die Zahlen per 31.03.1958):

Distrikt Ortsver-
bände
Mitglieder davon
DL/DJ
davon
nur DE
Nichtmitgl.
Lizenzen
Baden 23 (21) 656 (653) 332 (309) 36 (28) 51 (44)
Bayern-Nord 20 (19) 640 (577) 306 (283) 49 (47) 58 (51)
Bayern-Süd 27 (27) 885 (734) 406 (357) 113 (96) 68 (56)
Berlin 12 (12) 393 (363) 149 (131) 62 (53) 36 (28)
Hamburg 5 (5) 539 (525) 249 (216) 54 (44) 53 (44)
Hessen 24 (24) 735 (700) 382 (366) 44 (44) 95 (90)
Köln-Aachen 18 (18) 643 (590) 270 (251) 70 (64) 53 (47)
Niedersachsen 27 (25) 773 (716) 397 (360) 66 (46) 75 (65)
Nordsee 19 (18) 573 (500) 259 (238) 49 (32) 44 (38)
Rheinland-Pfalz 16 (16) 432 (355) 192 (162) 14 (13) 28 (20)
Ruhrgebiet 28 (27) 830 (695) 366 (334) 60 (42) 83 (76)
Schleswig-Holst. 16 (17) 333 (323) 174 (166) 26 (18) 40 (36)
Westfalen-Nord 19 (19) 453 (402) 259 (240) 26 (16) 66 (60)
Westfalen-Süd 26 (23) 688 (610) 300 (224) 34 (35) 42 (25)
Württemberg 21 (21) 733 (609) 348 (310) 60 (29) 74 (64)
 




DARC 301 (292) 9360 (8352) 4389 (3947) 763 (607) 866 (744)
VFDB   875 (875) 270 (204)    
KWACS 5 (5) 175 (163) 100 (75)    
 


   
Insgesamt 306 (297) 10.410 (9.390) 4759 (4226)    

Erteilt waren am 31.12.1958 insgesamt 5625 (4970) Lizenzen, von denen 257 ruhten.

Die Entwicklung in den einzelnen Distrikten war auch diesmal wieder unterschiedlich, wenn auch nicht so wesentlich wie in den vergangenen Jahren. Erheblich über dem Durchschnitt lag der Mitgliederzuwachs in Rheinland-Pfalz (22 %), Bayern-Süd, Ruhrgebiet und Württemberg (je 20 %); kleiner war er in Baden, Hessen und Schleswig-Holstein (weniger als 5 %).

Die Lizenzzahlen erhöhten sich überall, ganz besonders in Westfalen-Süd (über 30 %), aber auch in Bayern-Süd, Hamburg und Rheinland-Pfalz (15–20 %). Unter dem Durchschnitt lagen auch hier Hessen und Schleswig-Holstein (unter 5 %).

Der Prozentsatz der Nichtmitgliederlizenzen blieb mit etwas über 15 % annähernd unverändert. Bezogen auf die erteilten Sendegenehmigungen ist er noch geringer, da von den 257 ruhenden Lizenzen fast 100 auf Nichtmitglieder entfallen.


Finanzielle Entwicklung

Dem Geschäftsjahr lag der vom AR am 01.11.1958 angenommene Haushaltsplan zugrunde, der mit DM 178.000 in Einnahmen und Ausgaben abschloß (siehe Protokoll der AR-Sitzung vom 01./02.11.58, Ziff. 6).

Die von den Rechnungsprüfern OM Niebergall, DL1ON, und OM Pehrs, DJ3TZ, geprüfte Jahresabrechnung und die Bilanz per 31.12.1958, sowie eine Aufschlüsselung der Einnahme--Ausgabe-Posten gehen aus der Anlage 2 hervor.

Danach lagen die Einnahmen um ca. DM 9000 über dem Voranschlag, in erster Linie eine Folge des Mitgliederzuwachses (DM 8000 mehr an Beiträgen).

Entsprechend erhöhten sich die Ausgaben für das DL-QTC wegen der größeren Auflage und des verstärkten Umfangs um ca. DM 4000. Die auf monatlich 10.600 Exemplare gestiegene Auflage der Zeitschrift verteilte sich wie folgt:

DARC-Mitglieder ca. 9100     VFDB-Mitglieder ca. 800
KWACS-Mitglieder ca. 175 Interner Verteiler ca. 100
Austausch ca. 100 Belegexemplare ca.   50
WAE-Ehrenmitglieder ca. 100 Reserve ca. 175

Wesentliche Kostensteigerungen ergaben sich außerdem bei der Geschäftsstelle, beim DX-Referat und für das IGY. Sie sind im wesentlichen auf einmalige Anschaffungen zurückzuführen. Ganz allgemein ist ferner zu sagen, daß sich viele Ausgaben auf ein volles Jahr bezogen, und daß auch durch die AR-Sitzungen genauso hohe Reisekosten entstanden, wie sonst in einem vollen Geschäftsjahr. Die Einnahmen stammen jedoch nur aus einem Zeitraum von neun Monaten.

Der Ausgabenüberschuß wurde bedingt durch den IARU-Kongreß, dessen Ausrichtung doch mehr Kosten verursachte, als zunächst veranschlagt waren. Hier besteht jedoch die Möglichkeit, daß die IARU nachträglich noch einen weiteren Zuschuß leistet. Im übrigen muß berücksichtigt werden, daß die Ausgaben für den Kongreß nur dieses eine Mal in Erscheinung treten und an sich in einem außerordentlichen Haushaltsplan hätten untergebracht werden sollen.

Dieser Ausgabenüberschuß verminderte die Reserven des DARC auf DM 19.235,02, von denen DM 15.000,– laut AR-Beschluß gebunden sind.

DL1JB


Anlage 1

Einzelberichte der Sachbearbeiter für das Geschäftsjahr 1958


Das DL-QTC

Das DL-QTC legt im Grunde genommen allmonatlich durch das Erscheinen der Hefte einen Rechenschaftsbericht ab. Die Schriftleitung bringt wiederholt zum Ausdruck, daß das eingehende Manuskriptmaterial nach wie vor zu theoretisch ist, und gut fundierte praktische Artikel und solide Baubeschreibungen, die verantwortet werden können, nur äußerst selten zur Verfügung stehen. Der Leserwunsch geht verstärkt in Richtung einfacherer Artikel, doch fehlen hierfür die Autoren. Soweit Material angeboten wird, ist es so wenig technisch einwandfrei fundiert, daß häufig eine Veröffentlichung nicht verantwortet werden kann. Die Schriftleitung appelliert deshalb an die besser gebildeten OM, die die Materie beherrschen, sich bei ihren Beiträgen weitgehend auf die praktische Seite zu verlegen und die Theorie und die Mathematik möglichst zu beschränken, und wo es geht, durch die Beschreibung der Effekte zu ersetzen.

Nach wie vor muß sich die Schriftleitung längere Lagerzeiten für Manuskripte vorbehalten, um die Hefte gut mischen und lebendig halten zu können. Vom technischen Referat lagen keinerlei Beiträge vor. Die Erklärung dafür gab der technische Referent bereits auf der letzten AR-Sitzung ab.

Das Presse-Referat wird zukünftig wieder regelmäßig Zeitschriften- und Bücherschauen zur Verfügung stellen. Entsprechende Abstimmung ist mittlerweile erfolgt. Die übrigen Referenten haben pünktlich gearbeitet. An diese ergeht die Bitte, das, was sie zu sagen haben, möglichst zu komprimieren, damit genügend Raum für andere Beiträge freibleibt. Es mehren sich in der letzteren Zeit ständig die Klagen, daß zu viel Raum für Referenten-Berichte verwendet wird. Häufig ist schon darum gebeten worden, diese in der Mitte des Heftes zu bringen, damit sie entfernt und fortgeworfen werden können.

Die Zusammenarbeit in der Schriftleitung, mit der Druckerei und mit den sonstigen Mitarbeitern war gut.


Die QSL-Vermittlung

Im Geschäftsjahr 1958 (01.04.31.12.) wurden von der QSL-Vermittlung ca. 1.020.000 QSL-Karten nach dem In- und Ausland zum Versand gebracht.

Diese Kartenmenge wurde in 3.090 Einzelsendungen nach dem Ausland und an die diversen Distrikts-QSL-Vermittler versandt. In der genannten Stückzahl sind sämtliche QSLs für DL2, DL4, DL5, DL8, DM, DE und SWL, wie auch für Mitglieder des VFDB und Nichtmitglieder des DARC enthalten. (1.020.000 QSLs würden gestapelt eine Höhe von ungefähr 278 m ergeben; sie haben ein Gesamtgewicht von ca. 61,5 Zentnern [3075 kg].)

Sämtliche Distrikte wurden regelmäßig zweimal monatlich mit QSL-Sendungen versorgt; Termine jeweils 01. und 16. eines Monats. Während der Urlaubsmonate Juli/August nur einmal jeweils zum 01. des Monats. Sämtliche dem QSL-Büro zur Weiterleitung nach dem Ausland eingereichten QSL-Karten wurden mindestens einmal im Monat, je nach vorliegender Stückzahl auch mehrmals, an die entsprechenden QSL-Vermittlungen oder direkt zum Versand gebracht. Keine QSL-Karte verweilte länger als höchstens 14 Tage bzw. vier Wochen, was den In/Auslandsversand betraf, im QSL-Büro. Jeglicher Versand wurde nach dem Gesichtspunkt günstigster Porti-Ausnützung durchgeführt.

Die QSL-Vermittlung für Nichtmitglieder wurde auf Grund einer Empfehlung des Bundespostministeriums mit Wirkung vom 01.05.1958 eingestellt. QSLs für Nichtmitglieder werden seit diesem Zeitpunkt nach einer Lagerzeit von ca. zwei Monaten wieder an die Absender zurückgesandt.

Neben der laufenden Redaktion des DL7DJ-Rufzeichenblocks im Amateur-Call-Book-Magazine wurde ab Juni 1958 noch die Bearbeitung der Nachträge zur Rufzeichenliste im DL-QTC übernommen.

DL1BA


Internationales Geophysikalisches Jahr (IGY)

Das IGY erbat auch von den Funkamateuren die Mitwirkung am im Rahmen des weltweiten Forschungsvorhabens gestellten Aufgaben, wie sie grundsätzlich in der Arbeit von OM Dr. Lange-Hesse, DJ2BC, nach der entscheidenden AR-Sitzung in Göttingen im DL-QTC Nr. 6/1957 publiziert wurden. DJ2BC unterrichtete auch den AR nochmals persönlich anläßlich der AR-Tagung in Hannover.

Dem DARC entstand hieraus eine ungewöhnliche Verpflichtung der Wissenschaft und Öffentlichkeit gegenüber, konnte doch hier wieder augenfällig der Beweis erbracht werden, daß der geschichtlich fundierte Pioniergeist der Funkamateure nicht ausgestorben ist, daß der Funkamateur wohl in der Lage ist, nützliche Arbeit für die Allgemeinheit zu leisten. Um es gleich vorwegzunehmen, fand diese Arbeit wiederholt Anerkennung in schriftlicher Form durch Dankschreiben des FTZ Darmstadt, des Instituts für die Physik der Ionosphäre in Lindau/Harz und verschiedener anderer wissenschaftlicher Institute.

Aus dem umfangreichen Arbeitsgebiet des IGY und den im ersten Teil im Jahre 1957 gewonnenen praktischen Erfahrungen ergaben sich für mich mehrere Teilaufgaben, zu deren Bewältigung Tag für Tag viele Stunden, oft ganze Tage und halbe Nächte benötigt wurden.

Dafür konnten wiederum dem einzelnen OM durch Einbeziehung des DARC in den internationalen URSIGRAMM-Dienst wichtige Informationen über das Geschehen auf der Sonne, in der Ionosphäre, in der Magnetik, im Funkwetter, über Satelliten usw. usw. in täglich aktuellen Berichten gegeben werden. Nun ist es allerdings nicht so, daß diese Berichte bereits veröffentlichungsreif bei mir einliefen. Die Ursigramme, die täglich verschlüsselt hier per Telegramm einlaufen, müssen zunächst nach drei verschiedenen Schlüsseln entschlüsselt und dann ausgewertet werden. Die so aus oft mehr als 15 Seiten bestehenden Telegrammen gewonnenen wissenschaftlichen Werte müssen dann in Beziehung zueinander gebracht und in eine dem einzelnen OM verständliche Sprache umgewandelt werden. Diese täglichen Informationen geben dem am IGY teilnehmenden OM außerordentlich interessantes Material an die Hand; ist er doch hierdurch in der Lage, sich mit seinem Beobachtungen auf dem von ihm erwählten Aufgabengebiet einzurichten, zumal diese Berichte auch Vorhersagen auf das mögliche weitere Geschehen enthalten.

Zur Beobachtung der Funksignale von Satelliten werden hier aufgrund des laufend eingehenden ausführlichen Materials mit Positionsangaben, Umlaufzeiten und dergl. die für unsere Breiten möglichen Hörbarkeitszeichen errechnet und mitgeteilt. Weiter erfolgt laufend die Bekanntgabe der visuellen Sichtbarkeitszeiten, vornehmlich der russischen Satelliten. Je nach Sonnenlage enthalten die Berichte weiterhin sogenannte Aurora-Vorwarnungen, so daß die an Aurora-Verbindungen interessierten OM die Möglichkeit haben, bei tatsächlich auftretendem Aurora sofort QRV zu sein. Zusätzlich wurde ein aktueller Aurora-Warndienst eingerichtet, der es durch enge Zusammenarbeit mit DLØHH ermöglicht, die OM darüber zu unterrichten, daß im Augenblick Aurora-Signale gehört werden oder irgendwo sogar Nordlicht sichtbar beobachtet wird. Für diesen Zweck wurde von mir eigens ein Aurora-Ton-Generator konstruiert, der nach Bekanntwerden von akuten Aurora-Möglichkeiten in zwei verschiedenen Impulsen, bei Aurora-Signalen in abgesetzter Impulsfolge, bei visuellem Nordlicht in ununterbrochener Impulsfolge abgestrahlt wird. Die Impulsfolge wird zu jeder vollen Viertelstunde durch entsprechende Hinweise in A3 unterbrochen. Je nach Lage wird die akute Aurora-Warnung etwa 30 bis 70 Minuten ununterbrochen in verschiedenen Richtungen auf 2 m abgestrahlt.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß auch alle nicht am IGY bzw. IGK teilnehmenden OM große Vorteile aus diesem täglichen Informationsdienst haben, der ab Anfang Januar 1959 noch dadurch erweitert wurde, daß im Rahmen des sich aus der IGY-Arbeit hervorgegangenen Funkwetterdienstes des DARC dank einer ganz ausgezeichneten Zusammenarbeit mit DL1UM noch die allerletzten kurz vor Redaktionsschluß des täglichen Berichts bekannt werdenden Informationen verarbeitet werden können. Denn jeder OM hat hierdurch Gelegenheit, sich mit seinem Funkverkehr auf die kommenden Gegebenheiten einzurichten.

Diese täglichen Berichte wurden und werden um 19:30 Uhr von DLØHH, Hamburg, und am nächsten Morgen um z. Z. 06:50 Uhr von DL6YL auf 80 m, und im 2-m-Band von DLØHH ab 21:00 Uhr in alle Richtungen, und von DJ1SB um 22:00 Uhr in Richtung Süd und um 22:30 Uhr in Richtung Ost abgestrahlt. Von  den einzelnen OM wiederum laufen bei mir per Post, Telefon oder Funk die einzelnen Rückmeldungen über Beobachtungen von Ausbreitungsverhältnissen im 14-, 21-, 28-, und teilweise auch im 39-/40-, 50- und 70-MHz-Band, von Satellitenfunksignalen, von Aurora-Signalen, von Meteor-Scatter-Verbindungen, von sichtbarem Nordlicht, von visuellen Satelliten-Beobachtungen usw. usw. ein, die nach Überarbeitung in entsprechender Form an die IGY-Zentrale für Europa in Darmstadt, teils auch an die Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre in Darmstadt, und an das Ionosphären-Institut in Lindau/Harz weitergeleitet werden. Die Satelliten-Beobachtungen werden von mir sofort international verschlüsselt weitergemeldet.

Inzwischen wurde noch eine dritte Auswertung der Funkbeobachtungen auf den hochfrequenten Bändern eingerichtet, die ebenfalls zur Lieferung von Material zur Gewinnung von Korrektur-Faktoren von mir vorgenommen wird. Die aus dem umfangreich eingehenden Beobachtungs-Material für acht verschiedene Funklinien und drei verschiedene Bänder gemittelten Werte werden in sogenannte Punktfelder eingetragen und zur Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre übermittelt. Es ist sogar geplant, diese Werte oder einen Teil hiervon dem DL-QTC zugänglich zu machen, so daß jeder OM den Extrakt seiner Arbeiten in diesen Veröffentlichungen wiederfinden kann. Hierüber kann jedoch erst nach Rücksprache mit der Clubleitung und der Redaktion in Bad Harzburg entschieden werden.

Eine wöchentliche Zusammenfassung aller Geschehnisse im Rahmen des IGY wird in jedem Deutschland-Rundspruch gegeben. Außerdem wird allmonatlich im DL-QTC unter „IGK- – früher IGY – Mitteilungen“ berichtet.

DJ1SB


UKW-Referat

Referatsarbeit kann und sollte nicht nur stumpfsinniges, einseitiges Ausarbeiten von Wünschen sein, die seitens der Clubmitglieder an den Referenten herangetragen werden. Je länger ich mich mit den vielseitigen und vielschichtigen Problemen des UKW-Referates auseinandersetze, desto deutlicher empfinde ich Historisches bei vergleichender Schau in Gegenwart und Vergangenheit. Die UKW, die lange Zeit hindurch als ein Appendix der KW betrachtet wurden, aus Gründen, die hier nicht untersucht werden sollen, beginnen mehr und mehr, ein autarkes Leben zu führen, sie beginnen, eine Welt zu werden, die ein Analogon zu der ist, die die KW repräsentieren. Wir haben einen Stand der amateurmäßigen Kommunikationstechnik auf UKW erreicht, der mit globalen Dimensionen kalkuliert werden muß. Wenn die intuitive Vorausschau auch schon seit vielen Jahren gelernt hat, das Joch der Optische-Sicht-Regel von sich zu werfen, so kann momentan die Amateur-UKW-Technik nicht darauf verzichten, den Dingen in gewisser Weise vorzugreifen, so wie man es vor 30 Jahren tat, als man OM Godley nach Schottland sandte, damit der Atlantik überbrückt werde. Forward-Scatter-, Backward-Scatter- und Meteor-Scatter-Verbindungen sowie Aurora-Reflextions-QSOs bedürfen weitestgehend schriftlicher Vereinbarungen, damit sie zustande kommen und einen Grad der Vollkommenheit erreichen, der ein selbständiges Leben garantiert. Ohne das erregende Gefühl, in Neuland vorzustoßen, sind derartige Amateurversuche undenkbar, ohne einen gesunden Elan lassen sie sich nicht realisieren, ohne einen gesunden Pioniergeist gäbe es sie nicht. Diese psychologischen Momente zu kultivieren, empfinde ich als eine meiner wesentlichen Aufgaben; mündlicher und schriftlicher Zuspruch gehören zu meinem Alltag, und ich sehe heute zu meiner Freude Früchte reifen, deren Keim vor langen Jahren der Beginn eines sehr intensiven Briefwechsels war, der zugleich auch das Region-1-UKW-Komitee ins Leben gerufen hat.

Außerordentlich befruchtend auf die UKW-Arbeit des vergangenen Jahres hat indirekt das IGY, direkt DJ1SB mit seiner UKW-Rundsprucharbeit gewirkt, die in den Rahmen des IGY fällt. Die Aktualität der Rundsprüche ist notwendigerweise größer als die der UKW-Rundschau, und die Gefahr ist groß, daß letzterer Material verloren geht. Der nachträgliche Informationsaustausch zwischen DJ1SB und DL3FM in Richtung auf  DL3FM verhütet aber den Verlust dokumentationsreifer Nachrichten.

Die künstlichen Erdsatelliten haben natürlich auch die UKW-Leute auf den Plan gerufen. Eine Reihe von ihnen gehört zu den ständigen Beobachtern der Erdtrabanten.

Die geringe Anzahl von 70-MHz-Sonderlizenzen hat sich als großer Nachteil erwiesen, so daß dem 4-m-Band nicht das abgerungen werden konnte, was es zu bieten vermag. Trotzdem aber gelang es im Berichtszeitraum fünf Erstverbindungen, nämlich die mit D, HB, OE, F und FA. Insbesondere die Erstverbindung mit FA durch DL9GU beweist, welche Überraschungen möglich sind, zugleich aber auch, daß es sehr intensiver Beobachtung bedarf, sie zu lokalisieren. Es gilt auch hier wieder, daß nur nach Maßgabe der vorhandenen Freizeit Erfolge möglich sind. Es wäre zu begrüßen, wenn es gelänge – so wie in G – dem 4-m-Band den Status der Permanenz zu verleihen und es gegebenenfalls allen Ds zu öffnen.

Das 70-cm-Band ist bezüglich seiner Population immer noch ein Sorgenkind, wenn auch deutlich eine Erhöhung der Aktivität zu verspüren ist. Das vom UKW-Referat publizierte Kompendium der 435-MHz-Band-Technik wurde nicht in den Kamin geschrieben. Die Erstverbindungen mit OZ und SM erfüllen uns alle mit besonderer Freude.

Der Mangel an geeigneten Spezialteilen und -röhren hemmt die Entwicklung der 24-cm-Technik beträchtlich. DL6MH/p aber konnte trotzdem mit OK1KDO eine Erstverbindung tätigen.

Die so sehr beliebten UKW-Conteste vermitteln ein Bild davon, was auf den UKW-Bändern los ist – wenn es sich auch nur um eine Momentaufnahme handelt. Mehrere hundert Stationen arbeiten dann allein in D auf 145 MHz! Das bewirkt natürlich eine enorme Verbesserung der Empfangs- und Sendeanlagen, die einen erstaunlich hohen technischen Stand erreicht haben, von Ausnahmen abgesehen, die auch hier die Regel bestätigen müssen.

Als Pendant zur „Weinheimer UKW-Tagung“ wurde im April 1958 erstmalig im norddeutschen Raum, in Hannover, eine UKW-Tagung arrangiert, die DJ2RL organisierte. Etwa 50 OM waren anwesend. Die Tagung war insofern besonders interessant, als erstmalig die Mentalitäten nord- und süddeutscher UKW-Leute aufeinanderprallten, eine Dynamik, die von mir mit großem Interesse verfolgt wurde.

Die „Weinheimer UKW-Tagung“ im September 1958 war eine Sensation und das Glanzstück aller bisherigen UKW-Zusammenkünfte. Mit 83 Anwesenden schlug sie in Bezug auf die Besucherzahl alle Erwartungen und Erfahrungen. OM aus HB, OE, PA und D waren anwesend. Ein „BBT-Film“ von DL3TO wurde uraufgeführt; DL4WW zeigte Dias aus den USA, Tonbänder von Aurora- und Meteor-Scatter-Verbindungen machten Geschichte; erstmalig wurden Konverter vergleichend untersucht und gemessen.

Der anläßlich der Heilbronner AR-Sitzung beschlossene Neubau eines Senders DLØIGY wurde von mir selbst durchgeführt. Er wurde am 08.06. auf dem Köterberg in Betrieb genommen, wo er von DL3ET/A betreut wird. Im Dauerbetrieb sind bisher zwei Endröhren verbraucht worden; er ist bezüglich seiner Anforderungen sehr lehrreich. Zur Kontrolle habe ich mich zweimal auf den Köterberg begeben.

In den Rahmen der IARU-Konferenz in Bad Godesberg fällt auch eine neuerliche Sitzung des UKW-Komitees der Region 1, das in „Region-1-VHF-Commitee“ umbenannt wurde. Präsident ist wiederum DL3FM; ON4BK ist als Sekretär zurückgetreten, an seiner Stelle bemüht sich nun G2ATW um die Belange dieses Komitees, das wohl für sich in Anspruch nehmen darf, nicht eine bürokratische Institution „um ihrer selbst willen“ zu sein. Der Aufgabenbereich des Komitees wächst von Jahr zu Jahr, seine Empfehlungen finden weitestgehend offene Ohren, weil wir UKW-Leute wissen, daß wir ohne Koordination nicht weiter kommen.

DL4WW hat die SSB-Technik auf UKW nach D importiert und hier eine völlig unerwartete Reaktion im positiven Sinne ausgelöst. Binnen kürzester Zeit waren einige Stationen auf 145 MHz in SSB QRV. Ein von DL4WW und DL3FM vorbereiteter Artikel über UKW-SSB ist kürzlich im DL-QTC erschienen und als erstes Glied in einer Kette zu betrachten.

DL4WW erhielt den Befehl (!), anläßlich der 10. ARRL National Convention nach Washington zu fliegen und dort einen Vortrag über die europäische UKW-Amateurtätigkeit zu halten. DL4WW wandte sich an verschiedene bekannte UKW-Leute in Europa mit der Bitte, ihn mit Unterlagen zu versorgen. Das war für mich die beste Gelegenheit, alle Register zu ziehen und in die Kerbe zu schlagen, die da bessere Zusammenarbeit USA-EU heißt. Ich stattete DL4WW mit allem statistischen Material aus, das sich im Laufe der Jahre bei mir angesammelt hat, und dessen ich habhaft werden konnte. Mir scheint, daß die Wirkung die 4WWs Vortrag zeitigte, noch gar nicht voll ermessen werden kann. Bei passender Gelegenheit werde ich auf sie zurückkommen.

Seit einigen Monaten bin ich beruflich außerhalb von Mülheim beschäftigt. Die Arbeit für das UKW-Referat erleidet dadurch jedoch keine Einbuße, höchstens einmal gelegentlich eine kleine Verzögerung.

DL3FM


DX-Büro

Die süddeutsche Zweigstelle des DX-Büros mußte durch die dienstliche Versetzung des OM Lilienthal im Oktober vorigen Jahres geschlossen werden. Die Weiterbesetzung eines Zweigbüros wurde vorerst aufgegeben; dafür übernahm OM Dr. Todt, DL7EN, den Posten des Vertreters des DX-Referenten.

Am 01.12.1958 konnte auf ein zehnjähriges Bestehen des WAE-Diploms zurückgeblickt werden. Während dieses Zeitablaufes von 1948 bis 1958 konnte an 95 OM aus dem In- und Ausland durch den Erwerb des schwierigen Diploms der 1. WAE-Klasse die WAE-Ehrenmitgliedschaft des DARC verliehen werden. Die rote WAE-Ehrennadel mit der Silberumrandung, das äußere Kennzeichen der WAE-Ehrenmitgliedschaft, wird seit dem 02.12.1958 nicht mehr ausgegeben.

Vom 01.04.–31.12.1958 hat das DX-Büro insgesamt 248 Diplome bearbeitet, davon 41 WAE-I, 37 WAE-II, 110 WAE-III und 60 WAC. Zur schnelleren Bearbeitung dieser Diplom-Anträge wurden besondere Versandkartons und Versandrollen nach unseren Angaben in Auftrag gegeben, welche sich innerhalb kurzer Zeit bestens bewährt haben. Beim Körner-Verlag mußten mehrere hundert WAE-Diplome in Neudruck-Auftrag gegeben werden, so daß der jetzige Vorrat wahrscheinlich bis 1961 reichen wird.

Als eine wichtige Publikation des DARC bringt das DX-Büro seit dem 01.07.1958 ein regelmäßig wöchentlich einmal erscheinendes DX-MB heraus, welches von den interessierten Lesern überwiegend selbst finanziert wird. Es muß betont werden, daß das DX-MB in seiner wöchentlichen Erscheinungsweise die einzigste Einrichtung dieser Art in ganz Europa ist. Bedauerlich ist, daß die Bezieherzahl in Deutschland nur etwa 150 beträgt. Aus dem Ausland liegen 20 Bestellungen vor. Sämtliche AR-Mitglieder und einige OM des Vorstandes erhalten zur besseren Informierung das DX-MB gratis. Wir bemühen uns, die Bezieherzahl zu verdoppeln.

Das DX-MB dient ferner als Grundlage für den DX-Rundspruch, welcher freitags nach 23:00 Uhr auf 3620 kHz gesendet wird.

Das DX-Büro konnte nach einer weltweit durchgeführten Werbung von September bis Dezember, den 4. WAE-DX-Contest Anfang Januar erfolgreich zur Austragung bringen. Zwei Pokale konnten 1958 endgültig an DL1DX und DL1KB vergeben werden, nachdem diese OM drei Jahre hintereinander als Deutschland-Sieger aus dem WAEDC hervorgingen. Der 3. Pokal, der Distriktswanderpreis, ist bis jetzt noch nicht endgültig vergeben worden.

Die Mitarbeiter des DX-Referates sind folgende OM: OM Dr. Todt, DL7EN, als Vertreter; OM Schwarting, DL7CW, als DX-MB-Stenografist und Wachsplattenschreiber; OM Utikal, DL7EK, als DX-MB-Versandstelle und WAEDC-Auswerter; und die OM Kuhne, DL7BA, und Neumann, DL3LU, als Mitarbeiter des DX-Rundspruchs und der DX-Runde.


Auslands-Referat

Wie bereits im letzten Bericht an den Amateur-Rat festgestellt, wird das Auslands-Referat von den eigenen Club-Mitgliedern nur wenig in Anspruch genommen.

Fast alle Fälle betreffen Urlaubsfahrten und Fragen nach der Möglichkeit, Auslands-Lizenzen zu erhalten. Ausnahmslos werden solche Anfragen der Geschäftsstelle zugeleitet, da ggf. Rückfragen beim BPM erforderlich sind. Die Vermittlung von Nachrichten aus den Nachbar-Verbänden hat gleichfalls geringen Umfang und beschränkt sich im wesentlichen auf die aus der IARU-Tätigkeit verfügbaren Dinge.

Störend bemerkbar macht sich, daß die dem Club zugänglichen ausländischen Zeitschriften nicht genügend ausgewertet werden können, da der Kreis der Interessenten zu vielfältig ist (Technik, Schriftleitung, DX, UKW, Organisatorisches usw.) und sich ein vernünftiger Umlauf trotz vieler Versuche offenbar nicht organisieren läßt.

Es wird vorgeschlagen, das Auslands-Referat aufzulösen, da eine nur nominelle Funktion wenig sinnvoll ist. Statt dessen kann der Vorstand einen jeweils zu benennenden Mitarbeiter als Verbindungsmann zur IARU beauftragen. Mit dieser Beauftragung braucht nicht ein Referats- oder ein Vorstandsamt verknüpft zu sein. Die Routinedinge sollten – wie bisher – von der Geschäftsstelle bearbeitet werden.

DL1KV


EMC (80-m-Gemeinschaft)

Die EMC umfaßte am Jahresende 1202 Anhänger. Ihre wesentliche Aufgabe bestand nach wie vor darin, den Amateurbetrieb auf den gefährdeten Bändern zu beleben und interessant zu gestalten. Zu diesem Zweck gingen von der EMC Anregungen zum Bau von Peilempfängern und zum SSB-Betrieb aus. Außerdem wurde bei den Mitgliedern das Interesse für den portablen und mobilen Betrieb geweckt und gefördert; es wurden Fuchsjagden und neuartige Wettbewerbe veranstaltet. Auf die ausführlichen Bericht im DL-QTC unter „EMC“ darf in diesem Zusammenhang verwiesen werden.

Die Zahl der erteilten Deutschland-Diplome erhöhte sich im vergangenen Jahr auf (in Klammern Stand zu Beginn des Jahres)

105 (57) DLD-200
199 (138) DLD-150
643 (487) DLD-100

Auf Anregung der EMC wurde aus der bis dahin von ihr mit ausgeübten Hörerbetreuung eine spezielle Jugend- und DE-Betreuung gebildet.

DL1TQ


Jugend- und DE-Betreuung

Auf Beschluß des AR bei der letzten Sitzung am 01./02.11.1958 wurde OM Hans H. Dattenberg, DL9IM, mit der Einrichtung der Jugend- und DE-Betreuung beauftragt. Als Mitarbeiter stellte sich OM Fritz Eberhardt, DL3JL, sofort zur Verfügung.

Um eine Übersicht über den interessierenden Kreis der DARC-Mitglieder zu bekommen, wurden DEs und Kurzwellenhörer registriert. Diese Aktion ist noch nicht abgeschlossen. Es meldeten sich bisher:

182 DEs, 168 SWL-Karten verschickende Hörer, ca. 300 Kurzwellenhörer.

Der Posteingang lag in der Zeit vom 01.11.1958–31.03.1959 bei 328 Briefen und 114 Postkarten; Postausgang in der gleichen Zeit: 392 Briefe und 131 Postkarten.

Im gleichen Zeitraum sind bei der Hörkartensammelstelle 4110 DE- und Hörkarten durchgelaufen. Darunter befinden sich 1483 Hörkarten für bisher fünf DLD-H Diplome.

Unter der eingegangenen Post lagen die Anfragen nach dem DLD-H mit ca. 43 % an der Spitze. Etwa 28 % der Einsender begrüßten die Einrichtung einer Jugend- und DE-Betreuung, machten Vorschläge für die Aktivierung der Arbeit und schickten Artikel zur Veröffentlichung in der Zeitschrift Der Kurzwellenhörer ein. Viele OM üben aber auch Kritik an noch bestehenden Unzulänglichkeiten im DARC. Davon ist im Besonderen das Wahlrecht innerhalb des DARC betroffen.

Das Erscheinen der Zeitschrift Der Kurzwellenhörer wird von fast allen Hörern lebhaft begrüßt. Wie DL1CU mitteilt, ist die Mitarbeit der OM als sehr rege zu bezeichnen.

Am 22.02.1959 wurde eine drahtlose Nachrichtensendung für DEs und Kurzwellenhörer eingerichtet. Die Resonanz ist bisher als ungenügend zu bezeichnen, da nur relativ wenig Hörberichte für diese Sendung eingehen.

Im Frühjahr 1959 wurden die Vorarbeiten zur Anerkennung des DARC als jugendfördernder Verband in Angriff genommen. Bei den bisherigen Verhandlungen mit den zuständigen Behörden hat sich jedoch herausgestellt, daß die Satzung des DARC nicht die Voraussendung für eine solche Anerkennung einschließt. Eine Satzungsänderung in dieser Hinsicht würde sich als unbedingt notwendig erweisen. Weiterhin wäre es angebracht, auf der Mitgliederkartei das Geburtsdatum der OM zu vermerken, um eine ständige Übersicht über die jugendlichen Mitglieder zu haben. An der Anerkennung des DARC als jugendfördernder Verband wird weiterhin vordringlich gearbeitet.

DL9IM


Technisches Referat

Im Vordergrund stand die Arbeit an den beiden Empfängern.

Für den RX 57 wurde ein neuer ZF-Teil mit Doppelquarzfilter 1,6 MHz entwickelt. In Vorbereitung ist ein weiterer neuer ZF-Teil mit Dreifachquarzfilter 468 kHz. Damit soll der RX 57 zum Doppelsuper RX 0 erweitert werden. Diese Arbeiten werden sich noch etwa bis zum August hinziehen.

Daneben lief die Entwicklung des Mikrohet, von dem im November das erste Muster vorgeführt werden konnte. Weitere fünf Mustergeräte, die zur Erprobung an die Distrikte gegeben werden sollen, stehen vor der Fertigstellung. Die Vorbereitungen für die Fabrikation bei der Firma Funke, mit der günstigenfalls im August/September begonnen werden kann, sind noch im Gange.

Die Routine-Arbeit erstreckte sich auf einen außerordentlich umfangreichen Schriftwechsel mit Firmen (Aufträge, Einzelteilbeschaffung usw.) und Mitgliedern (Beantwortung technischer Fragen). Sehr viel Zeit beanspruchten außerdem zahlreiche Besuche von Firmenvertretern und Mitgliedern, die den Technischen Referenten zur Erörterung von Entwicklungsfragen bzw. wegen technischer Auskünfte persönlich aufsuchten.

DL6EG


Pressestelle

Die Aufgaben der Pressestelle, nämlich außenstehende Publikationsorgane über die Allgemeinheit interessierende Dinge auf dem Gebiet des Amateurfunkwesens und der DARC mit geeigneten Mitteilungen zu versorgen, und die Kontakte mit Redaktionen von Fachzeitschriften, Industriemitteilungen und allgemeinen Zeitschriften und Zeitungen zu pflegen, wurden im Rahmen der Möglichkeiten fortgeführt. Die Auswertung der allgemeinen Presse zeigt zunehmendes Interesse an den Geschehnissen im DARC, wenn auch die Mitteilungen über Notrufe - die naturgemäß nicht immer des sensationellen Anstrichs entbehren - noch vorherrschen. Der bisher schon gezeigte Weg, sich in den Distrikten und den Ortsverbänden bei internen Ereignissen an die Lokalpresse zu wenden, verspricht die besten Erfolge und soll noch stärker begangen werden.

Die in der letzten AR-Sitzung vorgebrachten Wünsche, die Pressestelle möge sich in viel stärkerem Maße der allgemeinen Werbung, der Unterstützung des Deutschland-Rundspruchs und der Übernahme von Informationen innerhalb des DARC zuwenden, widersprechen dem Sinn einer Pressestelle und sind nur mit wesentlich größerem Aufwand als bisher durchzuführen. Die dazu notwendigen Arbeiten erfordern einen Zeitaufwand, der im allgemeinen von einem ehrenamtlichen Pressereferenten nicht aufgebracht werden dürfte. Die jetzt begonnene Zusammenarbeit mit OM Fritz Kühne, DL6KS, der hauptamtlich vor allem die Fachpresse betreuen wird, soll dazu dienen, die Versorgung der Presse ganz allgemein mit Mitteilungen aus dem Amateurfunkgebiet stärker zu intensivieren und damit noch mehr als bisher eine lebendige, aber nicht sensationelle Berichterstattung und damit Werbung für den DARC zu fördern.

DL1BB


Anlage 2

Einnahmen und Ausgaben für das Geschäftsjahr 1958
01.04.-31.12.1958


Einnahmen Ausgaben
DM 172.873,99 Beiträge
1506,05 Aufnahmegebühren
135,50 DE-Gebühren
12.588,13 Sonstige Einnahmen
Das DL-QTC:

Verlags-, Druck- und Versandskosten

DM   60.770,00

Redaktionskosten

13.817,00
Distrikts- und Ortsverbandsanteile 36.820,50
Geschäftsstelle 28.171,35
QSL-Vermittlung 20.841,76
Geschäftsführender Vorstand 1635,45
Technisches Referat

3648,11

Presse-Referat 1295,12
Auslands-Referat 432,45
DX-Referat 4311,88
UKW-Referat 1876,14
EMC-Referat 2799,60
IGY 4021,92
DE-Referat 362,95
IARU-Beiträge und -Tagungskosten 7277,84
Provisionen 1024,25
Versicherung 1844,50
Umsatzsteuer 24,27


DM 187.103,67 DM 190.975,09
3871,42 Ausgabenüberschuß


DM 190.975,09 DM 190.975,09


Bilanz per 31. Dezember 1958

Aktiva Passiva
DM      165,01 Kasse
7817,64 Postscheckguthaben
29.000,00 Postsparguthaben
5288,27 Rückständige Beiträge und sonst. Forderungen
2235,14 Warenbestand
1,00 Inventar und Geräte
1273,39 Abgrenzungsposten
Reserven, gebundene DM 15.000,00
Reserven, freie 4235,02
Vorausbez. Beiträge und sonstige Verpflichtungen 26.393,33
Abgrenzungsposten 152,10


DM 45.780,45

DM 45.780,45
Vermögen per 31. März 1958 = DM 23.106,44
Reserven per 31. Dezember 1958 = DM 19.235,02

------------------

Verlust 1958 = DM   3.871,42

Kiel, den 11.04.1959 

gez. Rapcke

gez. Feilhauer

gez. Hansen
Präsident Vizepräsident Sekretär

Wir haben die Bilanz per 31.12.1958 und die Einnahme-Ausgabe-Rechnung 1958 anhand der Belege und Schriften der Geschäftsstelle des DARC e. V. in Kiel sachlich und rechnerisch geprüft und für ordnungsmäßig befunden.

Kiel, den 17.04.1959

gez. Niebergall gez. Pehrs
Rechnungsprüfer Rechnungsprüfer


Aufschlüsselung einzelner Posten der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung 1958

1) Einnahmen

Sonstige Einnahmen
Diplom-Gebühren 1494,77
Nachnahmegebühren 4679,94
Anzeigen-Anteile DL-QTC 136,00
Zinsen 688,74
Provisionen 5149,50
Aus Bücherverkauf 300,77
QSL-Vermittlung 46,00
Sonstige 92,41

DM 12.588,13

2) Ausgaben

DL-QTC; Verlag, Druck, Versand
Verlags- und Druckkosten 49.955,50
Versandkosten 10.814,50

DM 60.770,00
DL-QTC; Redaktion
Aufwandsentsch. Schriftltg.

6985,00

Porto und Fernsprechgebühren

337,50

Zeichnungen und sonstige Kosten

1167,10

Reisekosten

470,90

Honorare

4856,50


DM 13.817,00
Distrikts- und OV-Anteile
Distrikts-Anteile

14.630,20

OV-Anteile

22.190,30


DM 36.820,50
Geschäftsstelle
Gehälter

17.042,96

Sozialabgaben

1255,13

Porto und Fernsprechgebühren

5261,34

Drucksachen, Büromaterial

1642,20

Miete und Heizung

540,00

Inventar

119,10

Reisekosten

946,35

Sonstige Kosten (Gerichts-, GEMA-,
Rechnungsprüfungs-, Ehrennadel-
usw. Kosten

1364,27


DM 28.171,35

Technisches Referat
Porto und Fernsprechgebühren

197,36

Geräteentwicklung

1496,90

Miete und Heizung

427,15

Bürokosten

486,70

Reisekosten

964,40

Sonstige Kosten

75,60


DM   3648,11

Auslandsreferat
Porto und Fernsprechgebühren

53,15

Reisekosten

379,30


DM     432,45

UKW-Referat
Porto und Fernsprechgebühren

619,44

Drucksachen und Büromaterial

64,15

Inventar und Zeitschriften

429,55

Reisekosten

601,50

Sonstige Kosten

161,50


DM   1876,14

IGY
Drucksachen und Büromaterial

190,30

Aufwandsentschädigung

1800,00

Geräte und -Instandsetzung

988,74

Reisekosten

782,40

Sonstige Kosten

260,48


DM   4021,92

IARU-Kosten
Beiträge

2508,20

Kongreßkosten (nach Abzug der
durch IARU-Zuschuß u. aufgelöste
Rücklagen gedeckten Ausgaben)

4769, 64


DM   7277,84

QSL-Vermittlung
Gehälter

9316,00

Sozialabgaben

1375,22

Porto und Fernsprechgebühren

8783,19

Drucksachen, Büromaterial

640,45

Miete und Heizung

405,00

Sonstige Kosten

73,25

Reisekosten

248,65


DM 20.841,76
Geschäftsführender Vorstand
Porto und Fernsprechgebühren

90,16

Büromaterial

133,35

Reisekosten

1411,94


DM   1635,45

Presse-Referat
Porto und Fernsprechgebühren

158,57

Drucksachen und Büromaterial

19,00

Bürokosten

210,00

Zeitungsausschn. u. Zeitschriften

444,25

Reisekosten

127,00

Sonstige Kosten

336,30


DM   1295,12

DX-Büro
Porto und Fernsprechgebühren

820,15

Drucksachen und Büromaterial

1591,68

Miete und Heizung

295,00

Bürokosten

730,00

Zeitschriften

153,90

Reisekosten

594,75

Sonstige Kosten

126,40


DM   4311,88

EMC-Referat
Porto und Fernsprechgebühren

1271,15

Drucksachen und Büromaterial

883,39

Reisekosten

543,06

Sonstige Kosten

102,00


DM   2799,60

DE-Referat (ab 01.11.1958)
Porto

8,00

Drucksachen und Büromaterial

89,35

Bürokosten

30,00

Reisekosten

362,95


DM     362,95


Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ


Inhalt 1959 Rundspruch-Archiv