DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 31/15 VOM 06.08.2015

Redaktion: Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL


ÜBERSICHT:


DL- und Ostseerundspruch per SIP-Telefonie im HamNet abhören

Der Deutschland- und Ostseerundspruch können über SIP-Telefonie im HamNet abgerufen werden. Die Sonder-Rufnummern lauten für den DL-Rundspruch 31 22 00 33 74 60 und für den Ostseerundspruch 31 22 00 33 74 50. Der Voice-over-IP-Dienst - kurz VoIP - wird von DBØFS in Hamburg zur Verfügung gestellt. Weitere Rufnummern, z.B. für Testzwecke, stehen interessierten Funkamateuren zusätzlich zur Verfügung.

Die Rundsprüche werden mittels automatisiertem Downloadverfahren nachts von den jeweiligen Internetseiten heruntergeladen. Dieses Verfahren ist derzeit noch in Erprobung und möglicherweise fehlerträchtig. Wer einen HamNet-Zugang hat, kann die Informationsseite von DBØFS besuchen [http://raspbx.db0fs.ampr.org/index2.html (nur im Hamnet abrufbar)]. Funkamateuren steht das HamNet entweder über HF-Link oder VPN-Tunnel zu einem Knotenpunkt zur Verfügung. An diese Zugänge angeschlossene handelsübliche VoIP-Telefone oder entsprechende PC-Software ermöglichen dann die Nutzung dieser IP-gestützten Audioübertragungstechnik. Jeder VoIP-Teilnehmer muss auf irgendeinem Server in DL seine Geräte mit dem eigenen Rufzeichen registrieren, um entsprechend erreichbar zu sein - oder selber jemanden anrufen zu können. Die eigene Rufnummer wird derzeit innerhalb DL aus dem Amateurfunk-Rufzeichen generiert, Beispiele: "2" = 20, "A" = 21, "B" = 22, "C" = 23, "3" = 30, "D" = 31 usw. - siehe Telefon-Ziffernblock.

Die Server in DL sind wiederum untereinander im Hamnet vernetzt. So kann in guter Tonqualität von Nord nach Süd im HamNet telefoniert werden. Die typischen Datenraten liegen für eine gute Übertragungsqualität lediglich bei ca. 64 kBit/s. Die VoIP-Technik befindet sich noch im Aufbau. Standardisierte Übergänge zu benachbarten Ländern, z.B. Österreich, sind für VoIP derzeit noch nicht verfügbar, obwohl das HamNet auch dort bereits mit DL vernetzt ist. Darüber berichten Peter Kaminski, DL9DAK, und Manfred Joppe, DL1JM.


Ionosphären-Forschungseinrichtung HAARP wechselt den Besitzer

Das "Aktive Forschungsprogramm für Aurora mittels Hochfrequenz" - im Englischen HAARP abgekürzt - wechselt seinen Besitzer: Die ehemals militärische Einrichtung in Alaska wird am 11.08. Teil des geophysikalischen Instituts der Universität Fairbanks. Bei dem amerikanischen Amateurfunkverband ARRL hat man diese Nachricht mit Freude zur Kenntnis genommen. ARRL-Geschäftsführer David Sumner, K1ZZ, lobte die durch HAARP gewonnenen Erkenntnisse in den vergangenen Jahren, die für alle Funkamateure von Bedeutung seien. "Die meisten unserer 164.000 Mitglieder nutzen ionosphärische Ausbreitung für Kurzwellenübertragungen und technische Studien", so K1ZZ in einem Brief an den Verteidigungsminister Chuck Hagel. Sumner kommt darin zum Fazit: "Ionosphärische Studien haben eine große Bedeutung für uns Funkamateure". Universitätsforscher Chris Fallen, KL3WX, gehörte zu denen aus der Amateurfunk-Gemeinschaft, die sich für die Anlage eingesetzt haben. Er betonte gegenüber der ARRL, dass das HAARP-Projekt mit seinen über 180 Antennen eine einzigartige Bedeutung hat. Allerdings sei die Anlage seit Juni vergangenen Jahres recht wenig genutzt worden. Weitere Forschungsprojekte würden erst bis zum nächsten Frühling anlaufen. Darüber berichtet die Amateur Radio Newsline mit Bezug auf die ARRL.


DQØYOTA - die erste DARC-YOTA-Clubstation

Erstmalig beteiligt sich eine deutsche YOTA-Clubstation an der IARU-Region-1-Initiative "December Youth Month", bei der im Monat Dezember Jugendliche an Clubstationen mit dem Suffix YOTA aus vielen Ländern der Region 1 aktiv sind. Philipp, DK6SP, betreibt seit dem 24.07. mit Unterstützung von Martin, DL4NAC, die Clubstation DQØYOTA. Mit anderen Jugendlichen ist DQØYOTA nochmals verstärkt am Wochenende 14.–16.08. QRV, um auf die große Aktion im Dezember aufmerksam zu machen. Einzelheiten zu YOTA und zu DQØYOTA sind im Internet beschrieben [www.darc.de/referate/ajw/jugend/yota]. Eine weitere Clubstation mit dem Suffix YOTA kann sich noch für den "December Youth Month" bei der AJW-Referentin Annette Coenen, DL6SAK, per eMail [dl6sak@darc.de] bewerben.


ARISS-Kontakt zur Internationalen Raumstation ISS am 8. August

Am 08.08. haben Pfadfinder in Illinois/USA einen ARISS-Sked mit der Internationalen Raumstation ISS. Die Verbindung findet über eine Telebridge nach Europa statt, sodass die Antworten von der Raumstation auf 145,800 MHz in FM hierzulande ab 16:58 UTC - also ab 18.58 Uhr Lokalzeit - verfolgt werden können. Die Pfadis stellen den Astronauten u.a. Fragen, wie man sich auf Schlafen in der Raumstation vorbereitet oder wie lange die Ausbildung zum Astronauten allgemein dauert. Darauf weist der Vorsitzende des Programms Amateur Radio on International Space Station, kurz ARISS, Gaston Bertels, ON4WF, hin.


YL-Aktivität in Luxemburg

Funkamateurinnen aus drei Ländern werden gemeinsam unter dem Rufzeichen LX9YL vom 07.–10.08. aktiv von Luxemburg aus on air sein. Sie stammen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland. Geplant ist Funkbetrieb von 6 bis 160 m in Fonie, Telegrafie sowie digitalen Betriebsarten. Dies teilt Christiane Rüthing, DL4CR, mit.


Funkamateure gehen auf Fledermausjagd

Am 30.08. werden in Schwedt/Oder vier Rauhautfledermäuse mit VHF-Sendern versehen. Die Sender sollten einige Wochen ticken und ein Signal, ähnlich dem Morsezeichen für den Buchstaben "S" senden. Die Frequenzen für das Pilotprojekt zwischen den deutschen Funkamateuren, dem Nationalpark Unteres Odertal, dem Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. und der Landesreferenzstelle Fledermausschutz Sachsen Anhalt lauten: 150,090 MHz, 150,125 MHz, 150,165 MHz und 150,200 MHz. Einige Fledermausarten zeigen ein ähnliches Verhalten wie Zugvögel, aber der genaue Zugverlauf ist weitgehend unbekannt. Durch eine wissenschaftliche Tiermarkierung (Beringung) sind gegenwärtig Wanderungen über sehr weite Entfernungen vom Großen Abendsegler bis 1546 km, vom Kleinabendsegler bis 1567 km, von der Zweifarbfledermaus bis 1780 km und der Rauhautfledermaus bis 1905 km bekannt. Als Ansprechpartner fungiert Hans-Joachim Vogl, DG1HVL, Zur Großen Halle 15/006 in 06844 Dessau-Roßlau, Tel. (03 40) 57 11 29 73. OM Vogl ist auch per eMail zu erreichen [dg1hvl@darc.de]. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Arbeitskreises Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V. [www.fledermaus-aksa.de/aktuelle-fundmeldungen/fledermauszug].


Termine

Am 13.09. findet in Vaterstetten/München-Ost eine Prüfung für alle drei US-Amateurfunkklassen, also Technican, General & Extra Class, statt. Weitere Infos und Anmeldung bei Manfred Lauterborn, DK2PZ, per eMail [dk2pz@darc.de].

Für den 21.09. ist bei der Bundesnetzagentur in München eine Amateurfunkprüfung für die Klassen A und E geplant. Bei dieser Prüfung kann auch die freiwillige Morse-Zusatzprüfung absolviert werden. Die Anmeldung ist zu richten an die Bundesnetzagentur, Betzenweg 32 in 81247 München. Auch darüber informiert DK2PZ.


Aktuelle Conteste

08.–09.08.: WAE DX Contest
09.08.: Norddeutscher Höhentag
15.–16.08.: SARTG RTTY Contest, DARC HF-Fax-Contest und Keyman's Club of Japan Contest

Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und HF-Funksportreferates [www.darc.de/referate/dx] sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 8/15 auf S. 62.

Zum WAEDC schreibt der Manager Helmut Müller, DF7ZS, ergänzend: "Dieses Wochenende ist es wieder soweit! Die WAEDC-Serie geht in ihre 61. Saison und startet traditionell mit dem WAEDC CW. Da der WAEDC dieses Jahr auch Qualifier für die WRTC 2018 in Deutschland ist, rechnen die Veranstalter mit einer erhöhten Teilnehmerzahl und vielen QTCs, die über die hochfrequenten Bänder ausgetauscht werden. Neu ist dieses Jahr, dass die frühere Logeinsendung per eMail durch einen Webupload ersetzt wird [www.darc.de/referate/dx/contest/waedc/logupload]. Alle Logs können ab Contest-Start im Internet hochgeladen werden [www.waedc.de]. Eine ausführliche Ausschreibung findet sich wie immer auf der WAEDC-Webseite. Viel Erfolg und seid bereit für die QTCs!"


Funkwetterbericht (04.08. de DL1VDL)

Rückblick vom 28.07.–03.08.:
Die Sonnenaktivität der vergangenen Woche war wiederum nur durch B-Flares geprägt. Ein einziger C-Flare am 01.08. war die Ausnahme. Die Messwerte des solaren Fluxes lagen bei 100 Einheiten, mit leichter Tendenz zu höheren Werten. Das geomagnetische Feld war infolge intensiven Sonnenwinds aus koronalen Löchern vom 30.07. abends bis zum 01.08. vormittags stark gestört. An den anderen Tagen bot sich der uns inzwischen gewohnte Höreindruck von mehr oder weniger starkem Fading, denn ruhige und gestörte Phasen wechselten einander ab. Die Kurzwellenausbreitung war subjektiv etwas schlechter als in der Vorwoche, denn auch die Sporadic-E-Intensität war geringer geworden. Auf 10 und 12 m gab es fast nur transäquatoriale Öffnungen, während 17 und 20 m immer noch die beständigsten DX-Bänder waren. 40 und 80 m überraschten wieder mit ganz guten Grayline-DX-Signalen, ZL2IFB war wieder ein beständiger 80-m-Indikator im abendlichen DX-Geschehen.

Vorhersage bis zum 11.08.:
Die aktuellen Vorhersagen der NASA sehen noch keine höhere Sonnenaktivität für die nächsten Tage voraus. Hinter dem östlichen Rand der Sonne brodelt es aber mächtig. Es ist durchaus möglich, dass wir zu Beginn der neuen Woche deutlich mehr intensivere Flares zu erwarten haben. Zunächst bleibt die Sonnenaktivität B-Flare-dominiert, der langsame Trend zeigt aber nach oben. Das geomagnetische Feld bleibt wechselhaft. Stürmische Bedingungen erwarten wir am 06. und 07.08. Leider fällt der bevorstehende WAE-Contest in dieses Sommerloch, sodass 20, 15 und 40 m die Hauptaktivitätsbänder sein werden. Am 11. und 12.08. erwarten wir den bekannten Meteorschauer der Perseiden. Meist ist dann auch die Sporadic-E-Aktivität etwas angehoben.

Orientierungszeiten für Grayline DX, alle Zeiten in UTC:
Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:16; Melbourne/Ostaustralien 21:17; Perth/Westaustralien 23:02; Singapur/Republik Singapur 23:05; Tokio/Japan 19:51; Honolulu/Hawaii 16:06; Anchorage/Alaska 13:39; Johannesburg/Südafrika 04:45; San Francisco 13:16; Stanley/Falklandinseln 11:28; Berlin/Deutschland 03:31;
Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:06; San Francisco/Kalifornien 03:15; Sao Paulo/Brasilien 20:45; Stanley/Falklandinseln 20:38; Honolulu/Hawaii 05:17; Anchorage/Alaska 06:24; Johannesburg/Südafrika 15:43; Auckland/Neuseeland 05:38; Berlin/Deutschland 18:52.


Ende des Deutschland-RS 31/15 vom 06.08.2015

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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