KÖLN-AACHEN-RUNDSPRUCH NR. 13/95 VOM 02.04.1995

Redaktion: Manfred May, DJ1KF


Bericht von Jochen, DL9KCX, von der Distriktsversammlung am 25.03. in Gemünd

Am 25.03. fand in der Zeit von 14:30–18:30 Uhr die Frühjahrsversammlung des Distrikts Köln-Aachen statt. Neben 48 Ortsverbandsvorsitzenden und zahlreichen Gästen konnte unser Distriktsvorsitzender Jochen Hindrichs, DL9KCX, den Vorsitzenden des DARC, Dr. Horst Ellgering, DL9MH, und Prof. Dr. Wolfgang Manz, DJ3EO, vom Jugend-, Aus- und Weiterbildungsreferat des DARC begrüßen. Erstmals war auch unser jüngster Ortsverband, G55, die Arbeitsgemeinschaft der Funkamateure im Auswärtigen Amt in Bonn, vertreten.

In seinem Jahresbericht gab der Distriktsvorsitzende den Ortsverbänden eine Übersicht über den Ausbau des Packet-Radio-Netzes im Distrikt Köln-Aachen. Aus dem Raum Aachen ist zu berichten, daß der ATV-Umsetzer Weißweiler innerhalb der nächsten Wochen seinen Betrieb aufnehmen wird. Einen größeren Raum nahmen die Ausführungen zu den zukunftssichernden Maßnahmen ein, die der Distriktsvorstand Anfang Januar eingeleitet habe. Der Distrikt beteiligt sich an Projekten der Industrie und der wissenschaftlichen Forschung, um die Entwicklung digitaler Amateurfunkaussendungen zu fördern. Durch diese Beteiligung soll langfristig erreicht werden, daß die Betriebsarten Fonie, Packet-Radio und ATV frequenzökonomischer und auf Interlinkebene gleichzeitig bei einer Bandbreite von ca. 1,5 MHz ausgeübt werden können.

Ausführliche Ausschnitte aus dem Bericht des Distriktsvorsitzenden zu diesen Themen bringen wir heute und in den kommenden Rundsprüchen.

Innerhalb des Vorstandsberichts hatte auch der 1. Vorsitzende des DARC, Dr. Horst Ellgering, die Möglichkeit wahrgenommen, die Anwesenden über eine mögliche Novellierung des Amateurfunkgesetzes zu informieren. DL9MH wird in diesem Zusammenhang am 09.04. einen Sonderrundspruch ausstrahlen, der ab 11:30 Uhr im Anschluß an unseren Rundspruch stattfindet.

Nach der Entlastung des Vorstands fand dann nach der Pause die Wahl des Distriktsvorstands statt. Der Distriktsvorstand – DL9KCX, DK7EI und DJ6AN – wurde in seinen Ämtern bestätigt. Als Kassenprüfer für das Abrechnungsjahr 1995 wurden Heinz Erkens, DF5KA, und Martin Wolter, DL6KR, gewählt.

Die Distriktsversammlung stimmte zwei Anträgen zu, und zwar der Förderung von Pilotprojekten für die Entwicklung digitaler Übertragungstechniken und Verlegung der Wettbewerbstage des Köln-Aachen-Contests. Der zweite Antrag war wegen des Wegfalls des Buß- und Bettags in NRW notwendig geworden. Der Herbstcontest wird künftig sonntags, montags und dienstags durchgeführt. Hans-Otto Dornfeld, DL2KCI, hat inzwischen die Ausschreibung des Köln-Aachen-Contests entsprechend umgearbeitet. Ein weiterer Antrag, daß beim Köln-Aachen-Contest pro OV und Sektion nur eine, und zwar die jeweils beste, Station gewertet werden sollten, fand in der Distriktsversammlung keine Mehrheit.

Nach der Ehrung der Sieger des Köln-Aachen-Contest 1994 legte die Distriktsversammlung den Ort und Termin der Herbstversammlung fest. Diese findet am 30.09. in Rösrath statt und wird von G17 ausgerichtet. Es ist beabsichtigt, im Rahmen der Herbstversammlung wieder ein Seminar durchzuführen. Die Ortsverbandsvorsitzenden entschieden sich für das Thema „Planung und Durchführung von Veranstaltungen“. Das Seminar wird von Erich Behrens, DL6FAL, durchgeführt.

Die Frühjahrsversammlung 1996 wird vom Ortsverband Siebengebirge, G25, ausgerichtet.

Unter dem Punkt „Allgemeine Aussprache“ verlas der Distriktsvorsitzende eine Information von Helmut, DL3KAA, zum Stand des 2-m-Relais Drachenfels, DBØSB. Das Relais wird ca. ab Ende April wieder seinen Betrieb aufnehmen.

VY 73 de Jochen, DL9KCX


Auszug aus dem Vortrag des Distriktsvorsitzenden Jochen zur DV:

Zukunftssichernde Maßnahmen: Digitale Amateurfunksendungen

Ganz kurz zur Vorgeschichte: Wegen der ständigen Konflikte zwischen den ATV- und Packet-Radio-Interessengruppierungen, die z. T. auch zu Reibungspunkten mit dem Distrikt Nordrhein geführt hatten, habe ich im Spätherbst die ATV-Spezialisten gebeten, darüber nachzudenken, wie durch Einführung moderner Verfahren der Frequenzbedarf gesenkt und damit Konfliktpotential reduziert werden könnte.

Das Ergebnis dieser Nachfrage war eine Arbeitstagung im Gebäude des WDR, zu der auch Prof. Dr. Uwe Kraus, DJ8DW, von der Bergischen Universität Wuppertal, sowie Egon-Meier Engelen, DK7EI, DLR, als Fachleute durch ihre QRL-Funktion eingeladen worden waren.

Die Entwicklung der digitalen Funkübertragungstechnik wird weltweit energisch vorangetrieben. Für die Umsetzung im Amateurfunkbereich ist wesentlich, daß

- digitale Funkübertragung in vorhandenes Equipment integrierbar
- und bezahlbar ist.

Die wesentlichen Vorteile sind in der größeren Störfestigkeit, der besseren Frequenzökonomie, der Möglichkeit für geringere Sendeleistungen sowie in multimedialen Anwendungen zu sehen. Die neue Übertragungstechnik wird ermöglicht durch technische und technologische Durchbrüche besonders hinsichtlich der Bewegtbild-Datenreduktion, der digitalen Modulationsverfahren sowie der Technologie integrierter Schaltungen. Die erzielbare Übertragungsrate liegt bei 1,5 Megabit pro Sekunde bei einer Bandbreite von etwa 2 MHz. Zum Vergleich: Eine herkömmliche amateurfunkübliche FM-ATV-Aussendung beansprucht ca. 12 MHz Bandbreite.

Für den Amateurfunk bedeutet dies, daß auf einer Frequenz
- digitale Sprachübertragung
- Packet-Radio mit etwa 1000fach schnellerer Geschwindigkeit als 1200-Bd-Betrieb und
- ATV
gleichzeitig abgewickelt werden können.

Prof. Dr. Kraus hat mir in der vergangenen Woche mitgeteilt, daß bereits in den nächsten Wochen zwei Prototypen eines ATV-Senders und -Empfängers zur Verfügung stehen. Er hat ferner ein Projekt in Auftrag gegeben, einen TNC-3 für Packet-Radio so umzubauen, daß er für digitale Übertragungstechnik verwendet werden kann.

Für die Innovationszeit, d. h. den Zeitraum, der zwischen der Schaffung von Prototypen bis zum massenhaften Einsatz neuer Techniken vergeht, kann man nach dem derzeitigen Erkenntnisstand ca. 3–5 Jahre annehmen.

Die Entwicklung könnte sich wie folgt vollziehen:

  1. Entwicklung der Prototypen und Austesten der für den Amateurfunk geeignetsten Geräte und Übertragungsverfahren.
  2. Einsatz dieser Entwicklungen bei Leitstationen (z. B. bei Packet-Radio im Interlink-Bereich)
  3. Übernahme der digitalen Übertragungstechnik bei allen Funkamateuren.

Für die erste Phase sind ATV-Tests zwischen der Bergischen Universität Wuppertal mit der Clubstation DLØUD und der Clubstation im WDR, DKØWR geplant. Aus dem Raum Bonn ist Bereitschaft signalisiert worden, sich mit digitaler Fonietechnik zu befassen. Für Packet-Radio stehen im Distrikt noch Interessenten aus. Prof. Dr. Uwe Kraus, DJ8DW, experimentiert zur Zeit an einem TNC-3 für Packet-Radio-Versuche. Axel Ollenschläger, DL4KAI, der die digitalen Übertragungsversuche an Bord der MIR mitbetreut, ist in die Arbeiten eingebunden.

Digitale Funkübertragungstechniken sind zur Zeit nicht durch die Durchführungsverordnung gedeckt und daher sondergenehmigungspflichtig. Der Distrikt wird - parallel zur Bergischen Universität Wuppertal - diese Sondergenehmigungen einholen, wenn Sie meinem Antrag, den ich Ihnen heute vorlege, zustimmen sollten. Die Lizenzbehörde und das VUS-Referat des DARC haben wohlwollendes Interesse an diesen Experimenten bekundet, zumal sich hier nach Jahren die Chance ergibt, den Willen und die Fähigkeit der Funkamateure am Experiment unter Beweis zu stellen.

An die Betreiber automatischer Stationen jedweder Betriebsart richte ich vorsorglich die Bitte, diese Entwicklungen zu verfolgen und bei ihren Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen.

+++

Antrag vom 27.03. von Jochen Hindrichs, DL9KCX, Distriktsvorsitzender Köln-Aachen an das Bundesamt für Post und Telekommunikation, Mainz auf eine Sondergenehmigung für digitale Amateurfunksendungen

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Distrikt Köln-Aachen möchte in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Uwe Kraus, Lehrstuhl für Nachrichtentechnik der Bergischen Universität Wuppertal mit digitalen Fernsehübertragungen experimentieren, um neue Techniken im Amateurfunk zu testen und ggf. später – auch im Hinblick auf Frequenzökonomie – ständig einzuführen. Unter anderem sollen multimediale Anwendungen zum Einsatz kommen.

Es ist angedacht, zwischen der Clubstation DLØUD der Bergischen Universität Wuppertal und der Clubstation DKØWR beim WDR-Köln digitale Fernsehbilder auszutauschen. Außerdem soll von DKØWR aus das Testbild des Multimediarelais DBØKO sowie der Rundspruch für den Distrikt Köln-Aachen bei Bedarf ausgesendet werden können, um Funkamateuren im Raum Köln den Empfang der digitalen Ausstrahlungen zugänglich zu machen und somit eine breite Bewertung der empfangenen Aussendungen zu ermöglichen.

Für DKØWR benenne ich Ihnen als Verantwortlichen: Klaus Kramer, DL4KCK, ...

Der Distrikt Köln-Aachen übernimmt die Trägerschaft für die Sonderaussendungen von DKØWR.

Die Ausstrahlungen sollen zunächst im 70-cm-Amateurfunkband (speziell im Bereich 433–435 MHz) und später auch in höheren Bändern erfolgen. Besonders wichtig ist das 70-cm-Amateurfunkband wegen seiner Weitverkehrsmöglichkeiten ohne Relaisstationen. Das UKW-Referat des DARC ist über das Projekt informiert und mit der Wahl des Frequenzbereiches einverstanden.

Technische Merkmale der Aussendungen:

Es ist daran gedacht, der QPSK-Modulation verwandte Modulationsarten zu verwenden. Speziell sollen die GMSK-Modulation (im Mobilfunk verwendet) und alternativ die OFDM-Modulation (bei DAB verwendet) im Hinblick auf ihre Eignung für die speziellen Gegebenheiten des Amateurfunks untersucht werden. Der zu übertragende Datenstrom soll ca. 1,5 Mbit/s betragen; damit wird es möglich sein, das standardisierte Datenreduktionsverfahren nach MPEG1 für Bewegtbilder zu verwenden.

Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns die Sondergenehmigung erteilen und uns einen längeren Testzeitraum einräumen könnten, da die technische Entwicklung der digitalen Funkübertragungsverfahren auch bei kommerziellen Anwendern noch im Gange ist.

Mit freundlichem Gruß
Jochen Hindrichs, DL9KCX


Einstellung der Fax-Aussendungen auf Langwelle

Vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach kam die schriftliche Mitteilung, daß die Langwellen-Faksimileausstrahlungen eingestellt werden. Gerade hier war es für uns Funkamateure recht reizvoll, mit geringem Aufwand Fax-Empfang testen zu können.

In einem Informationsblatt, aus dem DK8VR in einer Veröffentlichung zitiert, heißt es unter anderem:

„Die Langwellen-Faksimileausstrahlungen DCF54 und DCF37 des Deutschen Wetterdienstes (DWD) dienen seit vielen Jahren der Übermittlung von Kartendarstellungen aus den Bereichen Wetterbeobachtung, Wettervorhersage und Flugwetterdienst. Aus technischen und betrieblichen Gründen werden beide Ausstrahlungen voraussichtlich im Sommer 1995 – frühestens jedoch zum 01.07.1995 – eingestellt. Für die Übermittlung der in den Sendeprogrammen enthaltenen Karten werden dann andere technische Systeme zur Verfügung stehen. Die jetzigen Langwellenempfangsgeräte sind für die neuen Systeme nicht mehr einsetzbar. Die Faksimileausstrahlungen für die Schiffahrt über Kurzwelle (DDH3, DDK3, DDK6) bleiben bis auf weiteres erhalten und werden inhaltlich an die Bedürfnisse der Schiffahrt angepaßt.

Konkret befinden sich zwei technische Systeme im Aufbau, die dem unterschiedlichen Bedarf der Kunden gerecht werden sollen: pc_met und FAX-E. pc_met ist eine Mailbox des DWD, die von einem PC über Telefonleitung oder ISDN angewählt werden kann und geringem oder gelegentlichem Bedarf an Daten und Produkten gerecht wird. FAX-E(uropa) ist wird Wetterdaten über Satellitenbroadcast zur Verfügung stellen.

Für die Identifizierung der empfangenen Daten ist mit dem DWD eine Vereinbarung eines Nutzungsabkommens abzuschließen. Weitere Informationen erteilt der Deutsche Wetterdienst / Zentralamt, Abteilung Technik, Frankfurter Str. 135 63067 Offenbach / Main.“

(Info: Rundspruch Bayern-Ost)


VERANSTALTUNGEN und ANKÜNDIGUNGEN

Mobilwettbewerb zum Frühjahrstreffen von DBØZK am 09.04.

Der Wettbewerb wird veranstaltet vom DARC-Distrikt Rheinland-Pfalz im Auftrag des Distriktes Nordrhein. Teilnahmeberechtigt sind alle Funkamateure, die eine in DL gültige Lizenz besitzen.

Der Wettbewerb findet statt am Sonntag, dem 09.04., 10:45–12:00 Uhr (08:45–10:00 UTC) nur auf 2 m. Der Betrieb erfolgt nur auf Direktfrequenzen. Bitte benutzen Sie den gesamten Bereich 145,225–145,575 MHz. SSB gegebenenfalls nur im SSB-Band (144,150–144,500 MHz).

Treffpunkt ist der DRK-Parkplatz am Ortseingang Dachsenhausen (aus Richtung Braubach). Dort werden die Logs und Streckenaufgaben ausgegeben.

(Info: Rheinland-Pfalz-Rundspruch)


Packet-Radio-Treffen

Das 11. Internationale Packet-Radio-Treffen im Rhein-Main Gebiet findet am 20./21.05. in der TH Darmstadt statt. Die Veranstalter sind die Rhein-Main Packet-Radio Gruppe, der DARC Distrikt Hessen und die AG Amateurfunk der TH Darmstadt. Das Packet-Treffen richtet sich nicht mehr, wie in den früheren Jahren, ausschließlich an Mailbox- und Digipeaterbetreiber. Es werden erstmals auch Seminare und Workshops für Packet-Amateure angeboten, die tiefer in die Materie einsteigen wollen. Es werden Grundkenntnisse der Betriebsart vorausgesetzt. U. a. sind folgende Vorträge zu hören: Flexnet, Linkstreckenplanung, Workshop für PR-Einsteiger, Broadcast TX, Linux Workshop, DSP-Modems und ein Workshop zum Thema DSP.


MELDUNGEN AUS DEN ORTSVERBÄNDEN

OV Windeck, G32, Ergebnis der Jahreshauptversammlung

Es fanden auch Neuwahlen statt.

1. Vorsitzender: Michael, DK6KI
2. Vorsitzender: Bert, DF9KE
Kassierer: Klaus Dieter, DB7KK
Schriftführer: Erwin, DL3KCU
QSL-Manager: Volker, DJ3PO


OV Düren, G04, Einladung zur Jahreshauptversammlung

mit Neuwahl am 06.04. um 20:00 Uhr in der Stadthalle Düren, Bismarckstraße. Den Wahlausschuß bilden Gerd, DJ1VD, und Horst, DJ4ME.

(Klaus, DK8KT)


OV Bonn, G03, Einladung zur Jahreshauptversammlung

ohne Neuwahl am Freitag, dem 07.04., um 20:00 Uhr, im OV-Heim Burg Limperich, Weinbergweg 34, Bonn-Limperich.

(DL1KRD)


OV Jülich, G16, Einladung zur Jahreshauptversammlung

am 11.04. um 20:00 Uhr im Hause der Jugendverkehrsschule in der Rochusstraße. Wahlvorschläge bitte an Heinz-Willi, DL1KAC.


Der Spruch der Woche

Wenn zwei sich streiten, ist der, der dem Zornigen nicht widerspricht, der weisere. (Euripides, 480–406 v. Chr.)


TEXTBEITRAG ZUM ATV-RUNDSPRUCH

Auszug aus dem Vortrag des Distriktsvorsitzenden Jochen zur DV:

zu ATV im Distrikt Köln-Aachen

Der ATV-Bereich weist im Gegensatz zu Packet-Radio ein bescheidenes Wachstum auf. Der wesentliche Grund hierfür liegt in der physikalisch notwendigen Bandbreite, die an die Grenzen der Bandplanmöglichkeiten stößt. Noch vor zwei Jahren war der Kölner Raum die Domäne der ATV-Aktivitäten. Bedingt durch die veränderte Rundspruchpräsentation stieg auch in anderen Regionen unseres Distriktes der Wunsch, ATV-Sendungen für mehr Funkamateure zugänglich zu machen. Insbesondere im Raum Aachen wurde an Planungen gearbeitet, die in Kürze dank dem Einsatz von Klaus Wings, DL9KAS, und Bernd Lettow, DL9KAR, umgesetzt werden können. Neben dem ATV-Umsetzer Weißweiler sind zwei weitere Umsetzer hinzugekommen, und zwar in Dormagen und – als Kleinumsetzer – in Kerpen. All diese ATV-Umsetzer können kein zusätzliches Frequenzspektrum in den traditionellen ATV-Bereichen mehr in Anspruch nehmen. Weißweiler benutzt in Frequenzumkehrung die Frequenzen von DBØKO, Kerpen und Dormagen sind auf höheren Frequenzbereichen angesiedelt. Der Distrikt hat bisher zur Förderung dieser Maßnahmen in den vergangenen zwei Jahren rund 2800,– DM aufgewendet. Auch hier haben die Betreiber den Löwenanteil selbst bestritten. Der Distrikt wird in Kürze für den Raum Aachen Fortbildungsveranstaltungen fördern, die interessierte Funkamateure in die Lage versetzen sollen, Konverter und Sender zu bauen bzw. zu modifizieren.

Auszug aus dem Vortrag des Distriktsvorsitzenden Jochen zur DV:

zu Rundsprucharbeit im Distrikt Köln-Aachen

Die organisatorische Durchführung der Rundspruchproduktion und der Abstrahlung erfolgt zunehmend routinierter. Ab und an hakt schon einmal ein Videoband, und manche Funkamateure müssen sich halt damit abfinden, daß der Rundspruchbeginn nicht immer genau mit den Impulsen des Senders DCF77 synchron ist. Dies unterscheidet uns nun einmal von den kommerziellen Funkdiensten; bedenken Sie bitte auch, daß nach wie vor wegen einer Aussendung eines Schwarzbildträgers die Videokassetten von den Rundspruchteams nach DBØKO gebracht werden müssen.

Gerade auf so langen Wegen wie von Eschweiler und Bad Honnef nach Köln können auch verkehrsbedingte Verzögerungen eintreten. Die Rundspruchteams sind nach wie vor mit Eifer und Fleiß dabei, diese Sendungen zu produzieren und auch Hans, DL1KB, Klaus, DL9KAS, und Robert, DL2KBK, können sich über mangelnden Bestätigungsverkehr nicht beklagen.

Hans produziert – von seiner Top-Lage mit nur 100 W – auf dem Feldberg im Schwarzwald 57 und in Wintherthur 55. Der OV Bonn hat sich bereit erklärt, die Kurzwellenabstrahlung künftig mit zu unterstützen.

Etwas Sorge macht mir die inhaltliche Seite des Rundspruchs. Das hat weniger mit dem Redakteur, Manfred May, DJ1KF, zu tun, als mit den Beiträgen, die bei ihm für den Rundspruch eintreffen. Manfred hat selbst mit der Aufbereitung und Organisation des Rundspruchs pro Woche ca. vier Arbeitsstunden zu tun. Manchmal wird dem Rundspruch vorgehalten, er bringe zuviel Nachrichten über ATV-Aktivitäten. Das kann schon richtig sein, das liegt aber nicht an Manfred, dessen eigene Beitragsanteile liegen deutlich unter 10 %. Manfred spricht mit mir sehr häufig über das Problem, daß er zu wenig Beiträge aus den Ortsverbänden erhält. Ich meine jetzt nicht die Mitteilungen über Jahreshauptversammlungen und über Ankündigungen von Fielddays, sondern Beiträge, die allgemein interessieren und das ganze Spektrum unseres Hobbys wiedergeben.

Die kommerziellen Nachrichtenorgane suchen in der Zeit des „Sommerlochs“ während der großen Ferien für ihr Programm auch krampfhaft Themen. Bei uns sind da häufig mehr Löcher zu stopfen. Der Redakteur eines Amateurfunk-Rundspruchs ist in dieser Situation auf zwei Informationsquellen angewiesen, nämlich entweder auf Informationen aus seiner unmittelbaren Umgebung oder aus dem Packet-Radio-Netz.

Märchennachrichten, die „aus gut unterrichteten Quellen“ ferndiagnostisch die neuesten Horrormeldungen aus dem DARC-Vorstand zu kennen glauben, werden Sie auch künftig im Köln-Aachen-Rundspruch vermissen.

Es wäre ein leichtes, unseren Rundspruch um vielfältige Beiträge zu bereichern, wenn die Ortsverbände aktiver die Redaktion unterstützen würden. Ich möchte Ihnen einige Beispiele aufzeigen: Unterhält Ihr Ortsverband eine Partnerschaft zu einer Amateurfunkvereinigung oder einem Ortsverband in den neuen Bundesländern oder im Ausland? Nehmen Sie mit Ihrem Ortsverband öfters an einem Contest teil? Könnten Sie Newcomern Tips geben, wie man an einem Contest mit Erfolg teilnimmt? Plant ein OV-Mitglied eine DXpedition? Pflegen Sie Kontakte mit CB-Funkern, wie z. B. einige Ortsverbände im Selfkantkreis, im Raum Kerpen und Porz? Beteiligen sich einige Mitglieder Ihres Ortsverbandes an den Produktionen der sog. Bürgerradios? Planen Sie Projekte in Ihrem Ortsverband – wie z. B. die PACTOR-Mailbox des neuen OV G55 der Funkamateur im Auswärtigen Amt? Arbeiten Sie mit anderen Ortsverbänden zusammen?

Es gibt doch sicherlich in jedem Ortsverband irgend etwas Interessantes, das man anderen mitteilen könnte. Auch negative Erfahrungen können für andere ein Gewinn sein. Wenn jeder unserer 55 Ortsverbände – die drei Ortsverbände des VFDB sind hierzu auch herzlich eingeladen – sich vornähme, einen einzigen Bericht in der Länge von etwa einer DIN-A4-Seite zu liefern, hätten wir Stoff für anderthalb Jahre Rundspruch mit einem sehr weiten Spektrum.

(Jochen, DL9KCX)


73 de Manfred, DJ1KF


Ende des Köln-Aachen-RS 13/95 vom 02.04.1995

Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1995 Rundspruch-Archiv