DEUTSCHLAND-RUNDSPRUCH DES DARC NR. 15/74 VOM 28.04.1974


KONSTANZ

Am 30.03. trafen sich im Amateurfunk-Zentrum die Distrikts-UKW-Referenten. Nicht vertreten waren die Distrikte Hamburg, Schwaben und Westfalen-Süd (letztere begründet). Dazu waren anwesend DC7AS, DL9AR, DJ6XV, DJ4JI (Steinbergbrief) und DC4FX (DX-Relais), sowie zeitweise DJ4ZC von der AMSAT-DL.

Relais-Planungen nahmen diesmal nur einen bescheidenen Umfang ein. Allgemein abgelehnt wurden Ansätze, zu Empfangsquarzen bereits verlassener R-Kanäle Sendequarze gleicher Ausgangsfrequenz zu beschaffen und darauf lautstarke FM-Ortsrunden zu fahren. Solche Methoden könnten die Planungen in der IARU-Region 1 torpedieren, besonders den an das CW- und DX-Baken-Band anschließenden Frequenzbereich dem UKW-DX-Verkehr freizuhalten. Wenn Anrufungen der Lizenzbehörde zu regelnden Eingriffen vermieden werden sollen, gilt es, die in gemeinsamen Abwägen aufgestellten eigenen Regelungen einzuhalten, um rechtzeitig ein Chaos zu vermeiden.

Bei Contesten hat sich bereits ein Umzug in die untere Bandhälfte weitgehend eingeführt und bewährt. Für Contest-Tage wird geplant, zumindestens die noch nicht umgestellten Relais außer Betrieb zu nehmen. Zur Verkehrsbelebung wurde vorgeschlagen, regelmäßigen Linienverkehr in der UKW-Rundschau zu veröffentlichen, um einen Einstieg zu erleichtern.

Dr. Karl Meinzer, DJ4ZC, berichtete über den im Juli startklaren OSCAR 7 und über Planungen für künstliche Satelliten auf höheren Umlaufbahnen, die größere Reichweiten und geringere Beam-Nachführgeschwindigkeiten erlauben. Schwierigkeiten bestehen nicht in der Technik, wohl aber in der Finanzierung und in geeigneten Raketen-Starts.

Die englische Fernmeldeverwaltung hat bei der US-FCC gegen die Benutzung der Betriebsfrequenz 432,05 MHz protestiert und Verlegung in den Bereich 435–438 MHz gefordert, doch ist in diesem Stadium an eine Änderung kaum zu denken. Ein ebensolcher Protest gegen die Satelliten-Bakenfrequenz 2304 MHz führt möglicherweise dazu, daß diese Bake beim Überfliegen Europas ausgeschaltet wird.

Die Berichterstattung in der UKW-Rundschau wurde als optimal bezeichnet. OM Kaiser, DK1QZ, erläuterte dazu den Produktionsgang der cq-DL.

Eingeführte Aktivitäts-Tage finden zunehmende Beachtung, die durch rechtzeitige Hinweise in den Rundsprüchen verstärkt werden soll.

Der Bayerische Bergtag -BBT- soll als DARC-Wettbewerb südlich der Main-Linie gelten. Parallele Veranstaltungen, wie der schleswig-holsteinische „Norddeutsche Hügeltag“ und der „Westfälische Bergtag“ sollten in geeigneter Form kombiniert werden, um wie der gleichzeitige „Adria-Contest“ und ein ähnlicher in der Schweiz ein verstärktes Stationsangebot „im weiteren Hinterland“ zu bieten (was natürlich für beide Richtungen gilt).

Weitere Themen waren DX- und Regional-Baken (für die sich der vom DARC vorgeschlagene Bereich 144,950–144,970 MHz durchzusetzen scheint) und mögliche Störungen durch französische Militärstationen im 2-m-Band, welche der Bandwacht gemeldet werden sollen.


GENF

Am 22.04. begann in Genf die Welt-Funkverwaltungskonferenz für den Seefunk, die bis zum 08.06. dauern soll. Obwohl Frequenzzuweisungen über die bisherigen hinaus ausgeschlossen waren, gilt es ein wachsames Auge auf von mehreren Diensten geteilte Frequenzbereiche zu halten, wie sie unser 80-m- und das 160-m-Band darstellen. Als Beobachter der IARU-Region 1 nehmen daher Sekretär Roy Stevens, G2BVN, und der Beisitzer im Exekutiv-Komitee W. Nietyska, SP5FM, teil, evtl. abgelöst vom Schatzmeister Axel Tigerstedt, OH5NW.


GENF/DARMSTADT

Vom Präsidenten des IARC in Genf war über den Kanal der Deutschen-Bundespost-Kolonie bei der ITU zum FTZ (DL1XJ) um Unterstützung bei der Überholung der Station 4U1ITU nachgesucht worden. Durch nachfolgende Dacharbeiten waren die von einem englisch/US-Team teilweise hergerichteten Antennen wieder in desolatem Zustand. Außerdem fehlte es noch an Innen-Installation. Mit vorbereitetem Antennen-Verteiler und Schaltanlagen fuhr eine Gruppe der Darmstädter DAFG vom 04.–08.04. nach Genf. Unter der Leitung von Hans J. Schalk, DJ8BT, waren weitere VFDB-Mitglieder Rupert Mohr, DL3NO, und Hans Mühs, DK1HP, vom DARC der OVV Darmstadt Lothar Schwinn, DJ9LS, mit XYL und Norbert Schmitt, DK6ZP, mit lizenzierter XYL. In 260 Arbeitsstunden wurden die Antennenmasten und Rotoren zerlegt und überholt, die demontierte und deformierte UKW-Antenne wieder aufgebaut und abgerissene Steuer- und Speisekabel montiert und gebündelt aufgehängt. Die Masten wurden neu abgespannt und die auf dem Dach liegenden Dipole für 160, 80 und 40 m neu installiert. Viel Mühe bereitete auch die Verlegung von Koax-und Steuerkabel über 64 m Entfernung durch teilweise blockierte Luftschächte.

In der Station wurden Koaxleitungen von vier Arbeitsplätzen zum neuen Antennenverteiler geführt und zu dem einzigen halbwegs betriebsklaren Arbeitsplatz drei weitere mit Stationen ausgerüstet, die teilweise erst repariert werden mußten. Besonderen Wert legte die Darmstädter DAFG auf die Herrichtung eines RTTY-Platzes, von dem anschließend einige Erstverbindungen von 4U1ITU aus erzielt werden konnten.

Vom neuen UKW-Platz wurden von 4U1ITU die ersten OSCAR-6-Verbindungen hergestellt und zwar in CW mit OK1BMW und G3BAZ. Weiterer Satelliten-Betrieb wurde leider durch rücksichtsloses Verhalten einer 2-m-QRO-Station aus der Nähe von Darmstadt unmöglich gemacht. Neben der täglichen Arbeitszeit von 09:00–22:00 Uhr fand die Gruppe noch Gelegenheit zu 100 SSB- und 400 CW- und RTTY-QSOs von 4U1ITU aus.

IARC-Präsident Dr. Joachim, OK1WI, und Vizepräsident Willi Menzel, HB9AAB, dankten der Darmstädter Gruppe, die außer ihrem Arbeitseinsatz trotz Unterstützung durch DARC, VFDB und der DAFG noch erheblichen finanziellen Aufwand zu tragen gehabt hatte.

Durch diesen Beitrag deutscher Funkamateure wurden der IARC und seine Headquarters-Station 4U1ITU in die Lage versetzt, den Amateurfunkdienst rechtzeitig zur Seefunk-Konferenz der ITU und zum World Telecommunication Day am 17.05. würdig zu vertreten. Für den 17.05. ist bekanntlich die Übergabe neuer Stationsgeräte und deren Inbetriebnahme durch den Hausherrn, ITU-Generalsekretär Mohamed Mili geplant.


HANNOVER

Am Donnerstag begann die diesjährige Hannover-Messe. In früheren Jahren hatte sich der VFDB-Ortsverband Hannover mit einem repräsentativen Ausstellungsstand verdient gemacht, hatte aber schon im vorigen Jahr Zeichen der Ermutigung des DARC zur Fortsetzung solcher Aktionen vermißt.


HAGEN

Wie die DARC-Bandwacht mitteilt, hat das FTZ sowohl gegen den Betrieb von 4XZ, Haifa Naval Radio auf 21.045 kHz, als auch von LQB44/LRO90, Interpress Service Buenos Aires auf 21.344 kHz interveniert. Obwohl noch keine offizielle Rückantwort vorliegt, sind beide Stationen auf diesen Frequenzen nicht mehr zu beobachten.

Unterstützen Sie die DARC-Bandwacht durch systematische Beobachtungen und Einsendung an DL2DZ (siehe Organisationsplan in der cq-DL).


BERLIN

UKW-DX: „Sporadic-E“ macht es möglich! DC7AS weist darauf hin, daß nach den Erfahrungen der letzten Jahre in der Sommerzeit ab Ende Mai bei entsprechender Konzentration in der Ionosphären-E-Schicht UKW-Verbindungen über 1500 km keine Seltenheit sind. So wurde z. B. in Bulgarien 1973 QSOs mit OZ, PAØ und F gefahren, sowie zahlreiche deutsche Relaisfunkstellen und selbst die Bake SK4MPI öfters zwischen S2 und S9 gehört. Für zielstrebige Untersuchung der Sporadic-E-conditions sendet der bulgarische UKW-Manager Vassil Tersiew, LZ1AB, auf 144,090 MHz am Sonntag, dem 19.05., und am folgenden Wochenende 25./26.05. von 06:00–19:00 GMT, dazwischen vom 20.–24.05. von 06:00–10:00 GMT und von 14:00–19:00 GMT, sowie danach vom 27.–31.05. von 12:00–19:00 GMT. Achten Sie dabei auf die geplante Simultan-Aussendung auf 14.340 kHz; dieser Kontroll-Kanal soll auch für Sporadic-E-Warnungen und Erfahrungsaustausch in SSB benutzt werden. Erfolgsberichte werden an DC7AS erbeten (Anschrift unter UKW-AFB-Sachbearbeiter in der cq-DL), der mit dem „Sporadic-E-Koordinator“ der IARU-Region 1, OM Canivenc, F8SH, in laufender Verbindung steht.

In diesem Zusammenhang sucht DC7AS auch noch dringend alte Logbuch-Eintragungen über Sporadic-E-Öffnungen am 24.05.1971; blättern Sie doch bitte einmal zurück!

Veröffentlichungen über die noch wenig erforschte Sporadic-E-Ausbreitung bietet Gelegenheit, die sinnvolle Nutzung der UKW-Bereiche durch den Amateurfunkdienst zu dokumentieren!


LEBACH

Der OV Schmelz, Q06, veranstaltet zu seinem 15jährigen Bestehen am Samstag, dem 04.05., einen Anfahrtswettbewerb und den 1. diesjährigen Mobilwettbewerb Saar. Unerklärliche Fehlinformationen über Art und Zeiten der Wettbewerbe werden wie folgt richtiggestellt: 1) Der Anfahrtswettbewerb findet von 09:00–13:00 Uhr statt. Dieser reine OV-Wettbewerb kann leider nicht von der EMC gewertet werden. 2) Der Mobilwettbewerb Saar in Schmelz wird am 04.05. von 15:00–17:00 Uhr im 80-m- und im 2-m-Band durchgeführt und zählt für die Mobilplakette. Ausschreibungen sind anzufordern bei A. Riehm, DK5VR, ...... 3) Ab 20:00 Uhr veranstaltet der OV Schmelz anläßlich seines 15jährigen Bestehens im Hotel Dittgen ein HAM-Fest und würde sich freuen, dazu möglichst viele XYLs, YLs und OM begrüßen zu können.


BAUNATAL

Die Stelle des DARC-Geschäftsführers im Amateurfunk-Zentrum in Baunatal ist im Mai-Heft der cq-DL ausgeschrieben. Ein ausführliches Protokoll der Aussprache des Amateur-Rates und des Vorstandes vom 06.04. ist in dieser Woche allen Ortsverbänden zugesandt worden.

Der Geschäftsführende Vorstand hält am 03./04.05. seine nächste Arbeitstagung, die vor allem der abschließenden Vorbereitung der Club-Versammlung am 25./26.05. dient. Der Deutschland-Rundspruch wird darüber berichten.

Die Auflieferung der cq-DL Mai erfolgt – wie jeweils auf der letzten Heftseite im Voraus angegeben – am 29.04. beim Verlagspostamt Darmstadt, wo sie umgehend weitergeleitet werden. Beschwerden bitte nur an das örtliche Postamt richten.


Und hier noch eine traurige Mitteilung, die zum Versand der vorigen Rundspruchtexte zu spät eintraf, aber am vorigen Donnerstag bereits aus dem Amateurfunk-Zentrum abgestrahlt wurde:

NÜRNBERG
Am 04.04. verstarb 71jährig DL6YL. „unsere“ Martha Klein, früher Osnarbrück, jetzt Nürnberg. DL6YL war als langjährige YL-Referentin des DARC, wie als engagierte Leiterin der morgentlichen 80-m-„Straßenbahn“-Runde weitbekannt und beliebt. Wir trauern um sie mit ihrem OM Erwin Klein, DL1PS, Sohn „Jochen“ Klein, DL6AH, und Enkelin Elke Klein, DC3NW.


Und ganz zum Schluß noch etwas Erfreuliches:

BAUNATAL
Nach auf dem Hohen Dörnberg bestandener Amateurfunkprüfung und Erwerb des Rufzeichens DB3FU ist XYL Gisela Gulden wieder voll im Einsatz und alle Abteilungen des Amateurfunk-Zentrums damit in Betrieb.


Ende des Deutschland-RS 15/74 vom 28.04.1974

Abschrift und Archiv-Bearbeitung: DC7XJ

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Inhalt 1974 Rundspruch-Archiv